“Und immer an die Leser denken”

Kleine Änderungen: Die Gratiszeitung .ch führt eine Rätsel- und eine Comicseite ein, renoviert die Wetterkarten und will mehr über “People” berichten.

.ch

An die Leser denken – dieses Credo aus dem denkwürdigen Werbespot für das Nachrichtenmagazin Focus haben die .ch-Macher beherzigt und nehmen nach dem Start im September vergangenen Jahres kleine Justierungen an dem Schweizer Gratisblatt vor. Endlich gibt es eine Rätselseite mit Sudoku und einen täglichen Comic. Außerdem ist die Europakarte von der Wetterseite verschwunden. Für die glückselige Zeit der Fußball-Europameisterschaft müssen die langweiligen Randthemen Politik und Wirtschaft von den ersten Seiten weichen, dafür dann acht Seiten Balla-Balla. Hätte .ch einen Leserbeirat, wie ihn die Bild-Zeitung zur Belustigung der Medienjournalisten eingeführt hat, er hätte es nicht besser empfehlen können.


Endlich Mondphasen und Bauernregeln auf der Wetterseite (links neue Seite)

Die Doppelseite Rätsel und Comic hat es natürlich in sich: Auf persoenlich.com ist zu lesen, dass die Verteilung im öffentlichen Verkehr ein höhere Bedeutung hat, als bisher angenommen. Denn eigentlich sollte sich die vierte Gratiszeitung der Schweiz durch die Zustellung zur Haustür auszeichnen. Die Häger-Comics und die Zahlenrätsel könnten durchaus dazu verführen, das der geschätzte Leser das teuer bedruckte Papier nicht gleich noch im Pendlerzug entsorgt. Stattdessen könnte man den Kids zuhause den coolen Comic-Strip mitbringen und sich vornehmen, das Sudoku nach dem Feierabend zu lösen.

.ch jetzt mit Sudoku
Rätesel und Comic: Den Kindern mitbringen! Das Rätsel später zuhause lösen!

Außerdem soll die People-Seite ausgebaut werden (wovon allerdings heute noch nichts zu sehen war, oder?), Donnerstags werden vier Seiten für Kino freigemacht und Kolumnen und Ratgeber sind leicht renoviert.

Unterdessen peilt der Media Punkt Verlag eine Auflage von 500.000 an, wie bereits Ende Februar bekannt gegeben wurde. Die 70.000 zusätzlichen Exemplare sollen zu einem großen Teil per Hauszustellung verteilt werden. Die tagesaktuelle Ausgabe von .ch gibt es schon in der Nacht als – natürlich kostenloses – PDF im Internet.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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6 Kommentare

  1. Schreibt hier auf dem Blog Klaus Jarchow
    schrieb am 7. Mai 2008 um 10:48 Uhr (#)

    Ich frage mich immer, welches Bild vom Leser hinter solchen ‘Verbesserungen’ steckt?

  2. Basti
    schrieb am 7. Mai 2008 um 12:22 Uhr (#)

    Warum gibt es solche gute Zeitungen for free nicht auch in Deutschland :(

  3. Jan
    schrieb am 7. Mai 2008 um 15:16 Uhr (#)

    Das is schon eine echt coole Zeitung für lau. Das sollte es mal häufiger geben. Weiss jemand, ob es noch weiter Projekte dieser Art ibt oder geplant sind?

    Edit: Link entfernt. Bitte kein SEO-Spam in den Kommentaren!

  4. Schreibt hier auf dem Blog Klaus Jarchow
    schrieb am 8. Mai 2008 um 08:56 Uhr (#)

    @ Basti und Jan: Kann mir Ahnungslosen mal jemand den Mangel erklären, der auf diesem Gebiet angeblich in Deutschland herrschen soll. Ich lebe zur Zeit in Bremen – und seit Jahren schon finde ich zwei Gratiszeitungen in meinem Briefkasten. Die heißen ‘Weser Report’ und ‘Bremer Anzeiger’ …

  5. Basti
    schrieb am 8. Mai 2008 um 09:46 Uhr (#)

    ja sicher gratiszeitungen gibt es hier auch, aber die sind bei weitem nicht so schick und gut geschrieben wie die .ch.

  6. Andreas Hobi | schweizweit.net
    schrieb am 9. Mai 2008 um 08:59 Uhr (#)

    Ich denke, dass die meisten deutschen Verlage fixfertige Gratiszeitung-Konzepte in den Schubladen haben. Aber solange kein anderer Verlag eine “professionelle” Gratiszeitung auf den Markt bringt, hüten sie sich natürlich, ihr eigenes Konzept zu lancieren.

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