Twitter: Preisbock auf der inoffiziellen ‘Blacklist’
Von Marcel Weiss am 1. Mai 2008 um 17:05 Uhr Kommentare (12)
Kategorien: Meldungen
Wer einen Social-Media-Dienst zur Bewerbung seines Unternehmens einsetzt, aber die teilweise unausgesprochenen Regeln der Nutzer nicht beachtet oder gar nicht kennt, kann sich schnell Ungemach einfangen. So geschehen bei Preisbock auf Twitter.
Einige engagierte Twitter-Nutzer haben unter twitterblacklist.com eine inoffizielle Blacklist zum Auflisten von “spammers and other morons on Twitter” eingerichtet.
Um dort gelistete Twitter-User zu blocken, werden einige Tools angeboten:
If you’re a Firefox user, be sure to install Greasemonkey, so then you can use the Twitter Blacklist script to quickly identify Twitter spammers. For programmers, we have an API that you can query to see if a given user is on the blacklist.
Das kann also durchaus Auswirkungen im Twitterversum haben. Auch wenn diese außerhalb der Twitterwelt (noch) von minimaler Bedeutung sein dürften.
Kommen wir zum Grund des Artikels. Neben diversen internationalen Accounts findet sich auch der deutsche Liveshoppingdienst Preisbock in der Liste :

Ob das jetzt Auswirkungen auf Preisbock hat? Wie gesagt wohl eher nicht. Aber wenn man schon sein Unternehmen bei einem SocialMedia-Dienst in irgendeiner Weise einbringen will, dann möchte man in dessen Community bestimmt nicht als Spammer gebrandmarkt werden.
Zumal der Twitter-Account auch normalen Twitter-Nutzern bereits unangenehm aufgefallen war, was für den Ruf des Unternehmens nicht von Vorteil ist. Bei Robert Basics Interview mit dem Geschäftsführer von Preisbock am 24.4.08 bezog sich gleich der erste Kommentar auf den Preisbock-Twitter-Account:
Es wäre schön gewesen, wenn Preisbock auf das Marketinginstrument verzichtet hätte, bislang 1674 follow-requests bei Twitter rauszuhauen.
Mittlerweile hat Preisbock den Fehler korrigiert und der Preisbock-Account auf Twitter folgt nur noch den Leuten, die den Twitteraccount zuerst zu ihrem Stream hinzufügten. Uninteressierte Twitternutzer werden also nicht mehr mit Follow-Emails von Preisbock belästigt.
Was lernen wir daraus?
Selbst für junge Webstartups kann es mitunter schwierig sein, sich an die jeweiligen Gepflogenheiten der verschiedenen Communities zu halten. Nicht Jeder hat in allen relevanten Communities den Überblick, wie man sich zu verhalten hat. Was die Nutzung eines SocialMedia-Dienstes leicht zu einem Drahtseilakt werden lassen kann.
Andererseits kann ab und an gesunder Menschenverstand auch ganz nützlich sein. Wer weiß, dass seine Aktion in einer Community -wie etwa das Adden eines anderen Nutzers-, zu einer Benachrichtigungsmail führt, der führt diese Aktion nicht bei Nutzern aus, die vorher kein Interesse daran bekundet haben. Generell sollte man als Unternehmen in Social-Media-Diensten die Leute von sich aus kommen lassen, als auf sie zuzurennen.
Viele Unternehmen werden um externe Experten nicht herum kommen, wenn sie die neuen Medien erfolgreich nutzen wollen, ohne dabei Gefahr zu laufen, als Spammer gebrandmarkt zu werden. Stichwort Social Media Optimization (SMO). Auf zweinull.cc findet man dazu aktuell einen ausführlichen Artikel .
Unternehmen, Webstartups wie traditionelle, die ihre Füße in SocialMedia-Gewässer halten möchten, seien aber gewarnt: Unter den Beratern, die mit SMO& Verwandtem hausieren gehen, dürfte die Charlatan-Rate wesentlich über dem Durchschnitt liegen. Wer kein eigenes Blog hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch kein Experte auf dem Feld der neuen Medien. Wer ein Blog betreibt, das aber nur mässig läuft, sollte mindestens ein zweites Mal begutachtet werden.
Das Problem ist nur: Wer einen wahren Experten von einem Charlatan unterscheiden kann, braucht in der Regel gar keinen.
on a sidenote: Die aktuelle Twittereuphorie hierzulande trägt weiterhin interessante Blüten. Auf Twitterdings schreibt Nico Lumma über Tools rund um Twitter. Und auf twitkrit wollen sich engagierte Twitteraner dem Phänomen von der literarischen Seite her nähern. Nun denn.
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12 Kommentare
Wie soll das gehen mit dem Spammen als Follower?
Vom E-Mail-Spam her weiss man übrigens, wie schädlich schwarze Listen sind. Echte Spammer umgehen sie problemlos, Unschuldige hingegen werden dadurch geschädigt. Also lässt man am besten Finger von solchen Prangereinrichtungen!
Marcel Weiss
schrieb am 1. Mai 2008, 17:45 Uhr (Permalink zum Kommentar)Wenn ich jemanden bei mir in Twitter hinzufüge, bekommt Derjenige eine Mail. Preisbock konnte so auf sich und seinen Twitteraccount aufmerksam machen. Das ist schon alles.
Mehr können auch gewöhnliche Spammer auf Twitter nicht erreichen.
Twit Ops
schrieb am 1. Mai 2008, 17:50 Uhr (Permalink zum Kommentar)Ach so. Ich habe diese Benachrichtigung ausgeschaltet. Selber schuld, wer auch auf diese Ablenkung nicht mehr verzichten kann. Ist doch egal, wer einem folgt. Wichtig ist doch, wem man selbst folgt. Man wird ja auch ohne das zu wissen verfolgt, wenn die eigenen Twits öffentlich sind. Wer hier ein Spamproblem sieht, zeigt seine Netz-Inkompetenz, seine Denkfaulheit.
paulinepauline
schrieb am 2. Mai 2008, 16:16 Uhr (Permalink zum Kommentar)@twit ops: dein kommentar ist schon ein bissl unverschämt … anderen leute inkompetenz zu unterstellen, nur weil sie einen dienst anders nutzen als du.
mal als beispiel: wenn sich freunde von mir bei twitter registrieren und mir followen, dann möchte ich das schon mitbekommen. damit ich ihnen dann auch followen kann.
Marcel Weiss
schrieb am 2. Mai 2008, 16:52 Uhr (Permalink zum Kommentar)paulinepauline: Seh ich ganz genauso.
Matthias
schrieb am 2. Mai 2008, 19:02 Uhr (Permalink zum Kommentar)Ich habe mir das auch überlegt, als ich mit http://twitter.com/swisstweets angefangen habe; ich will ja niemanden zuspammen. Es wäre deshalb schon praktisch, wenn man als Follower diese E-Mails wahlweise abschalten könnte. So könnte man verhindern, dass man die Benutzer mit seinem Dienst unbeabsichtigt zuspammt. Natürlich immer mit der Option für den Benutzer, immer alle Follow-Mails zu bekommen wenn er das will.
Feintuning halt :-).
mds
schrieb am 4. Mai 2008, 16:48 Uhr (Permalink zum Kommentar)Mir entgeht die Spam-Problematik hier auch.
Wer bei Twitter nicht verfolgt werden möchte, verzichtet auf Twitter oder setzt sein Twitter-Konto auf «geschützt». Wer dies nicht möchte und auch auf E-Mail-Benachrichtungen über neue Verfolger nicht verzichten kann, muss damit leben, EINMAL über einen neuen Verfolger informiert zu werden. Offensichtlich ist vielen Benutzern das Wesen von Twitter nicht klar, und auch das Konzept von Spam scheint noch nicht überall angekommen zu sein … :(
Susann
schrieb am 6. Mai 2008, 12:01 Uhr (Permalink zum Kommentar)Hallo an Alle,
wir vom Preisbock-Team waren selbst geschockt, als wir davon erfahren hatten. Bis dahin wussten wir nämlich gar nicht, dass Preisbock überhaupt einen Twitter-Account hat. Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass dort ein übereifriger Affiliate-Partner am Werk war, der in unserem Namen getwittert hat. Ab sofort ist der Twitter-Account in unseren Händen und damit wird es eine derartige Spam-Aktion selbstverständlich nicht nochmal geben! Wir möchten uns trotzdem bei allen entschuldigen, die sich bei Twitter belästigt gefühlt haben.
Susann
schrieb am 6. Mai 2008, 12:22 Uhr (Permalink zum Kommentar)Noch etwas: Preisbock wurde auch schon wieder von der Twitter-Blacklist genommen.
Jetzt ist hoffentlich alles wieder in Ordnung.
Marcel Weiss
schrieb am 6. Mai 2008, 13:38 Uhr (Permalink zum Kommentar)Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass dort ein übereifriger Affiliate-Partner am Werk war, der in unserem Namen getwittert hat.
Oh, das ist ja doppelt ärgerlich.
Freut mich, dass sich das für Euch jetzt aufgeklärt hat. Das mit der Blacklist hab ich gestern auch mitbekommen.
Seebär
schrieb am 6. Mai 2008, 15:00 Uhr (Permalink zum Kommentar)Sorry für die Belästigung bei Twitter? Solche Realsatire ist ganz nach meinem Gusto!
Tim (liveshoppingwidgets.de)
schrieb am 13. Juni 2008, 13:53 Uhr (Permalink zum Kommentar)Heißes Ding! Wir haben für Twitter grad einen Live-Shopping Account eröffnet. Dieser bietet aktuell 11 Live-Shops in einem Twitter-Account. Hoffe es gefällt…
http://twitter.com/liveshops/
Grüße, Tim
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Twit Ops
schrieb am 1. Mai 2008, 17:38 Uhr (Permalink zum Kommentar)