Peer-to-Peer-TV:
Fernsehen im Schwarm

Soll ist ein großes Wort. Dem Internetfernsehen soll die Zukunft gehören. IPTV soll das alte Kabel ablösen. Internetfernsehen soll Umsatz bringen. medienlese.com nimmt die Angebote unter die Lupe und verrät, wie man die deutsche Bundesliga kostenlos sehen kann.

Wer kickt wo? (Fußballer von Keystone, Montage von uns)
Na, wo kicken sie denn? (Fußballer von Keystone, Montage von uns)

Die beste Freeware im Vergleich

P2P (Peer-to-Peer) kennt der User schon von den allseits beliebten Tauschbörsen. Kostenlos Inhalte saugen und ein bißchen an andere Sauger weiterverteilen. Doch Joost hat es im großen Stil vorgemacht: Mit vereinten Kräften kann man auch fernsehen. Die Server werden entlastet und auf User, die sich gerade das gleiche Programm anschauen, verteilt.

Der wachsende Erfolg von P2P-Streamern in Deutschland hat vor allem einen Namen: Fußball-Bundesliga. Denn über die Streamer ist es möglich, den chinesischen Sender CCTV-5 frei zu empfangen. Dieser hat sich legal die Übertragungsrechte gesichert, auch das Streamen des Signals im Internet ist nach chinesischem Recht problemlos möglich. Somit können deutsche User aber die Fußball-Bundesliga kostenlos über das Internet gucken. Jetzt braucht es nur noch den richtigen Player zum Fußballglück.

Gediegen: PPLive

In der aktuellen Version präsentiert sich der Streamer PPLive in gediegener Vista-Optik. Den linken Bereich des Fenster dominiert ein Media Player, rechts steckt die Liste der verfügbaren Kanäle. Beide Bereiche besitzen mehrere Ansichten. Im Videofenster lässt sich auch browsen. Dort ist dann entweder die PPLive-Startseite oder Filminformationen zum aktuellen Stream zu sehen – leider komplett auf Chinesisch.

Funktional: TVU Player

Ein Fenster ohne Menü und Optionen: Der TVU Player kommt minimalistisch daher. Per Mouseover lassen sich Zusatzinformationen der einzelnen Streams anzeigen und in die Favoritenliste eintragen. Diese können oben im Register separat angewählt werden, standardmäßig ist die Liste mit allen Sendern im Vordergrund.

Ein Pluspunkt für den TVU Player ist die große Palette von Kanälen: Mit Fox, Star Sports, Comedy Central und Nickelodeon sind viele internationale Streams verfügbar.

Demokratisch: Miro

Hinter Democracy verbirgt sich eine nützliche Idee: Videoblogs sollen zu einem neuen, demokratischeren Fernsehen werden. Inzwischen wurde der Player allerdings in Miro umbenannt.

Mit Miro können beliebige Video-Podcasts abonniert und auf den heimischen Rechner heruntergeladen werden. Ein eigener Programmführer bietet eine Auswahl von Video-Blogs und Podcasts. Direkt integriert wurde das neue Video-Blog Videobomb, dessen Nutzer gemeinsam Online-Videos sammeln. So können die Lieblings-Videos direkt markiert werden. Die Idee: Eigene RSS-Feeds für Freunde und Freundesfreunde.

Nett gemeint: Joost

Kurze Zusammenfassung: Subventioniert bis zur Schmerzgrenze, geführt vom Gespann der Skype- und Kazaa-Gründer Janus Friis und Niklas Zennström, technischer Unterbau vom Feinsten zur serverschonenden Verbreitung der Inhalte, als werbefinanzierte Freeware konzipiert. Und was flimmert auf Joost?

Alte Science-Fiction-Serien, Extremsportarten mit YouTube-Charme und eine Menge von MTV gelieferte Videos zu Bands und Künstlern. Vollkommen logisch, dass nicht nur erstklassiger Inhalt geboten werden kann. Doch der Eindruck drängt sich auf, dass Joost fast nur Füllmaterial aquiriert hat.

Nachtrag (Danke an all die aufmerksamen Kommentierer!):

Auf gutem Weg: Zattoo

Das schweizerische Startup macht vieles richtig: Zattoo (japanisch: Menschenmenge) wirkt nicht überfrachtet, die Bedienung ist intuitiv und das Umschalten läuft zügig.

Alle großen deutschen Kanäle sind vertreten: ARD, ZDF, RTL und RTL 2, Sat.1, Pro 7, Kabel eins, VIVA, DSF, n-tv, VOX, arte. Erweitert wird das Angebot um schweizerische, italienische und französische Sender. BBC, CNN und Bloomberg machen`s rund.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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19 Kommentare

  1. schrieb am 29. April 2008 um 15:10 Uhr (#)

    ihr schaltet im ernst einen iptv-vergleich auf ohne zattoo zu erwähnen? hat das einen grund?

  2. Martin Seim
    schrieb am 29. April 2008 um 15:21 Uhr (#)

    Hmm…das gleiche wollte ich auch gerade fragen! ;-) In meinen Augen ist Zattoo das interessanteste Angebot mit dem attraktivsten Inhalt. Wieso fehlt es also?

  3. Dorin
    schrieb am 29. April 2008 um 15:42 Uhr (#)

    Zumal man auf Zattoo beispielsweise ganz legal DSF mit der 2. Liga und den Sonntagsspielen der Bundesliga sehen kann, falls man wder Kabelfernsehen, noch Satellit hat, sondern terrestrisch empfängt.

  4. Martin Seim
    schrieb am 29. April 2008 um 15:44 Uhr (#)

    Eben…für mich der erste ECHTE Fernsehersatz im Internet!

  5. fabio
    schrieb am 29. April 2008 um 17:18 Uhr (#)

    zattoo rockt!

  6. thePanic!
    schrieb am 29. April 2008 um 18:17 Uhr (#)

    wenn es um die live-übertragung von bundesliga-spielen geht, dann bringt zattoo leider nix!

    ;)

  7. Tobias
    schrieb am 29. April 2008 um 22:27 Uhr (#)

    @thepanic: Joost,aber? ;)
    Sopcast sollte in dem Artikel auch nicht fehlen,tut es aber. Ist recht bekannt.

  8. Schreibt hier auf dem Blog Felix Disselhoff
    schrieb am 29. April 2008 um 23:34 Uhr (#)

    warum nicht zattoo? weil zattoo iptv ist. darum geht`s am donnerstag

  9. schrieb am 30. April 2008 um 00:48 Uhr (#)

    @fd: natürlich ist zattoo p2p!! das ist ja der witz daran. sonst könnten sie die datenlast gar nicht tragen…

  10. Olaf Schmiegel
    schrieb am 30. April 2008 um 01:08 Uhr (#)

    Zattoo ist klasse. Ich will ja fernsehen und keine Streams abrufen.

    Aber wenn es um die Bundesliga geht: Live im Hörfunk und dann die Spochtschau?

  11. schrieb am 30. April 2008 um 07:58 Uhr (#)

    nachtrag: eigentlich ist es ja egal, aber bezgl. p2p und zattoo. hier:

    © heute; 18.06.2007; Ausgabe-Nr. 114; Seite 18
    technik

    Internet-Fernseh-Anbieter Zattoo
    Erfolg dank Peer – to- Peer

    ZÜRICH – «Bald sind wir der grösste Live-Video-Anbieter der Welt», sagt Zattoo -CEO Beat Knecht. Jetzt expandiert er nach Europa. Ohne Peer – to- Peer wäre das Wachstum nicht möglich.

    Erst ein Jahr auf Sendung und schon 375 000 User: Zattoo machte Fernsehen am Computer populär – natürlich vor allem, weil es gratis ist.

    «Die Schweiz war ein idealer Testmarkt», sagt Beat Knecht, CEO von Zattoo . Und das sage er nicht nur, weil er Schweizer sei. «Erstens war die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kommunikation sehr unkompliziert. Und zweitens kann man Peer – to- Peer -Technik in einem kleinen Land viel besser testen. Da können nicht von Anfang an Millionen User kommen wie bei Google.»

    Peer – to- Peer oder P2P ist das Zauberwort bei Zattoo . Statt dass der Server den Hunderttausenden Usern einzeln die gesamten Daten schickt, sendet er jedem nur eine kleine Menge. Dann wird der PC jedes Users zum Sender und verbreitet die Daten weiter. «Momentan spart uns P2P ungefähr die Hälfte des Datenverkehrs», erklärt Knecht. «Aber es würde auch noch im herkömmlichen Unicast-Verfahren funktionieren.»

    Nur Baseball ist grösser

    Doch mit zunehmender Grösse wird P2P immer wichtiger. Seit kurzem sendet Zattoo auch in Dänemark und Spanien. In Grossbritannien läuft ein Test.

    «Je mehr User wir haben, desto mehr Datenverkehr kann uns P2P sparen.» Denn das kleine schweizerisch-amerikanische Start-up setzt an zum Sprung an die Spitze. «Wir sind schon der zweitgrösste Live- Video-Anbieter», sagt Knecht. «Nur der US-Kanal MLB ist noch grösser.» Dort überträgt die Major Baseball League ihre Spiele.

    Die Expansion will Zattoo über Werbung in den Ladezeiten beim Umschalten finanzieren. «Zappen ist eigentlich die einzige Interaktivität, die sich beim Fernsehen durchgesetzt hat», sagt Knecht. Auch das Senderangebot soll ausgebaut werden. Dafür, dass die Zuschauer über die 50 Kanäle auf Zattoo den Überblick behalten, soll ein elektronischer Programmguide sorgen. In einigen Monaten will Knecht weitere, bislang geheime Neuerungen lancieren: «Wir stehen erst am Anfang.» bö.

    gut zu wissen…

    Der Schweizer Ex-McKinsey-Mann Beat Knecht und der US-Professor für Computerwissenschaft an der Uni von Michigan Sugih Jamin gründeten zattoo .com 2005. Im Mai 2006 gingen sie auf Sendung. Zattoo hat heute Büros in Michigan und Zürich-Oerlikon.

  12. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 30. April 2008 um 08:20 Uhr (#)

    @bö: Danke ? Zattoo ist zwar nur Fernsehen von gestern, aber natürlich P2P. Wir stellen hier noch ein Update dazu …

  13. oliver
    schrieb am 30. April 2008 um 16:42 Uhr (#)

    ja, richtig: wo ist zattoo?? zattoo hat sein senderangebot übrigens erweitert. es gibt also noch mehr fussball for free im netz, und legal! spannend sind auch einige bezahl-sender, die im internet streamen. wir (siehe website) listen diese termine auch.

  14. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 1. Mai 2008 um 08:30 Uhr (#)

    Vor allem gibt es ARD & ZDF live bei Zatoo. So etwas würde keine deutsche Firma anbieten, denn das ist nun die Option, daß Markus Schächter, ZDF-Intendant, doch noch seinen feuchten Traum wahrmachen kann und alle Handwerker, LKW-Fahrer, Steuerberater und sonstige Leute ohne Arbeitgeber, die sich freiberuflich/selbstständig durchschlagen müssen, mit einer zweiten nicht nur Radio-, sondern Fernsehgebühr abzuzocken. Weil Handwerker und LKW-Fahrer ja ihren Computer primär nicht zum Rechnungsschreiben und E-Mail-Verschicken nutzen, sondern zum TV-Gucken und das ganz bestimmt nie nicht auf ihrem privaten Fernseher tun würden, so sie überhaupt dazu kommen.

    Ein schweizer Unternehmen hat natürlich keine Skrupel, den Nachbarn dieses Gebühren-Kuckucksei ins Nest zu legen.

    Die Leute, die wirklich ARD & ZDF innert Deutschlands ausgerechnet über Webstreaming statt richtigem IP-TV (t-home & Co.), DVB-T, Sat, Kabel etc. sehen wollen, dürften dagegen rar sein. Vielleicht ein paar, die im Büro abends um 8 noch Arbeit simuleren wollen.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20115/1.html

    Ich sehe schon, hier herrscht angesichts der Umstände ein deutlicher Culture Clash zwischen CH und D. In D ist Web-TV die Waffe, mit der ARD & ZDF die vollständige Kontrolle über das Internet an sich reißen wollen. Und die “Grünen” machen nun auch noch mit und wollen, daß ARD & ZDF jede Menge Blogs von Gebührengeldern aufsetzen, um mit geballter Macht diesen bösen Privat-Blogs endlich den Garaus zu machen:

    http://heise.de/newsticke…8211;/meldung/106151

    “Fernsehen von gestern” ist der richtige Ausdruck. Wobei nichts gegen Fernsehen von gestern einzuwenden ist, es gibt genug, die es mögen. Ich mag nur nicht, daß Fernsehen das Internet kapert und die lästigen Non-Broadcast-Applikationen wie E-Mail, Chat, Filetransfer, Nischenblogs etc. rauswirft oder zumindest für deren Nutzung TV-Gebühren verlangt. Das ist Schmarotzertum pur. Aber legal. Während man sich aufregt, wenn über P2P mühselig irgendwelche Musik getauscht wird.

    Fernehen im Schwarm ist im Übrigen zu Fußball-Events Tradition: Da stellen Kneipen plötzlich Fernseher aufd en Bürgersteig und alle stehen drum rum, wie in den Zeiten der Fernsehstuben. Ein sozialer Event, eine Community. Bis der Mann von der GEZ oder Premiere vorbeikommt. Dann gibt es Ärger, denn eine derartige öffentliche Vorführung ist mit einer Normalgebühr bei GEZ oder Premiere nicht abgedeckt. Nicht mal mit einer Kneipenlizenz.

  15. Albrecht Stehrer
    schrieb am 8. Mai 2008 um 12:48 Uhr (#)

    Hallo Leute,

    wo Ihr gerade bei “Fernsehen von gestern” wart, hier ein Beispiel zum TV
    von heute. Ich meine damit die Seite ZapTiger.com. Die bieten reines P2P Fernsehen aller möglicher weltweiter Live Sport TV Übertragungen an.

    Lieben Gruß,

    Albi

  16. Markus
    schrieb am 23. September 2008 um 11:29 Uhr (#)

    Und? Hat jemand die Seite mal ausprobiert? Würde mich ja wirklich mal interessieren ob ihr für sowas “neues” empfänglich seid ;) Also ich bin jedenfalls begeistert!

    Gruß,
    Albi

  17. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 23. September 2008 um 16:51 Uhr (#)

    » “Markus” oder “Albi”: Schön, wie Du hier die Werbetrommel für ZapTiger rührst, und honi soit qui mal y pense – aber Du solltest darauf achten, mit den Pseudonymen nicht durcheinanderzukommen, sonst fällt das auf …

  18. Nina Bauer
    schrieb am 5. Januar 2011 um 06:04 Uhr (#)

    Hallo Leute,

    wo Ihr gerade bei “Fernsehen von gestern” wart, hier ein Beispiel zum TV
    von heute. Ich meine damit die Seite ZapTiger.com. Die bieten reines P2P Fernsehen aller möglicher weltweiter Live Sport TV Übertragungen an.

    Lieben Gruß,

    Nina

  19. Fernseher mit Internet
    schrieb am 5. Januar 2011 um 06:04 Uhr (#)

    ja, richtig: wo ist zattoo?? zattoo hat sein senderangebot übrigens erweitert. es gibt also noch mehr fussball for free im netz, und legal! spannend sind auch einige bezahl-sender, die im internet streamen. wir (siehe website) listen diese termine auch.

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