Adobe Media Player:
Internetfernsehen, die Zehnte!?

Nach Zattoo und dem latent gehypten Joost springt jetzt auch der Software-Riese Adobe mit eigenem P2P-Player ins Haifischbecken. Kleiner Fisch oder kapitaler Hecht?

Adobe Media Player
Adobe Media Player: Wieder mal die ganz große Lösung

Jetzt kann der Onliner dank Adobes firmeneigenener “Air”-Technologie Onlinefernsehen sogar offline sehen. “Air” ist Adobe Schnittstelle zwischen On- und Offline-Anwendungen. Software soll verstärkt online genutzt werden, aber auch bedienbar sein, wenn mal keine Verbindung besteht. Hier setzt “Air” an. Der Adobe Media Player selbst kommt gediegen und schön strukturiert daher. Ganz browsertypisch mit dem aktuellen Pfadangabe, Navigationspfeilen und einem Home-Button in der Oberzeile. Über Personal Videos kann eigener Content von der heimischen Festplatte zugefügt und im AMP angeschaut werden. Teilfinanziert wird der Service über kurze Werbeeinblendungen. Die gibt es allerdings bisher weder passend zum gewünschten Content noch in der Landessprache des Zuschauers.

Einen klaren Vorteil hat das System: Dank “Air” ist der Adobe Media Player aber nicht auf reines Web-Streaming beschränkt: Einmal heruntergeladene Inhalte kann der User sich auch offline zu Gemüte führen – Streaming fällt dann natürlich flach. AMP beginnt selbstständig, noch ausstehende Episoden-Downloads weiter abzuarbeiten, sobald man wieder online ist. AMP soll aber nicht nur für IPTV herhalten: Denkbar seien hier vor allem bezahlte Downloads und Filmverleih, ließ AMP-Produktmanagerin Ashley Still verlauten.

Fazit: Zur Zeit ist das Angebot aber allenfalls für Liebhaber des Englischen der Originalfassungsfanatiker von Interesse. Episoden aus CSI:NY, CSI Miami und Jericho sind nur in englischer Sprache verfügbar. Da muss schon ordentlich nachgebessert werden, um in der deutschen IPTV-Landschaft ein vernünftiges Werbeumfeld zu schaffen. Adobe scheint allerdings auf eine IP-Sperre zu verzichten und die Inhalte weltweit uneingeschränkt anzubieten. Ein klarer Pluspunkt. Trotz der Konkurrenz hat sich Adobe für eine eigene Lösung entschieden. Und könnte damit sogar Erfolg haben – dazu müsste allerdings der Vorteil der eigenen “Air”-Technologie weiter ausgebaut werden. Hochwertige Inhalte in der jeweiligen Landessprache könnten auch nicht schaden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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1 Kommentar

  1. mad
    schrieb am 23. April 2008 um 12:02 Uhr (#)

    “Adobe scheint allerdings auf eine IP-Sperre zu verzichten und die Inhalte weltweit uneingeschränkt anzubieten. Ein klarer Pluspunkt.”

    Ich weiss nicht, obs an einer IP-Sperre liegt, aber die CSI-Folgen sind bei mir “currently not available”, und bei MTV Cribs meint der Player: “This media file format is invalid or not supported by Adobe Media Player”.

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