Adobe Media Player:
Internetfernsehen, die Zehnte!?

Felix Disselhoff, 23. April 2008 10:03 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Nach Zattoo und dem latent gehypten Joost springt jetzt auch der Software-Riese Adobe mit eigenem P2P-Player ins Haifischbecken. Kleiner Fisch oder kapitaler Hecht?

Adobe Media Player
Adobe Media Player: Wieder mal die ganz große Lösung

Jetzt kann der Onliner dank Adobes firmeneigenener “Air”-Technologie Onlinefernsehen sogar offline sehen. “Air” ist Adobe Schnittstelle zwischen On- und Offline-Anwendungen. Software soll verstärkt online genutzt werden, aber auch bedienbar sein, wenn mal keine Verbindung besteht. Hier setzt “Air” an. Der Adobe Media Player selbst kommt gediegen und schön strukturiert daher. Ganz browsertypisch mit dem aktuellen Pfadangabe, Navigationspfeilen und einem Home-Button in der Oberzeile. Über Personal Videos kann eigener Content von der heimischen Festplatte zugefügt und im AMP angeschaut werden. Teilfinanziert wird der Service über kurze Werbeeinblendungen. Die gibt es allerdings bisher weder passend zum gewünschten Content noch in der Landessprache des Zuschauers.

Einen klaren Vorteil hat das System: Dank “Air” ist der Adobe Media Player aber nicht auf reines Web-Streaming beschränkt: Einmal heruntergeladene Inhalte kann der User sich auch offline zu Gemüte führen – Streaming fällt dann natürlich flach. AMP beginnt selbstständig, noch ausstehende Episoden-Downloads weiter abzuarbeiten, sobald man wieder online ist. AMP soll aber nicht nur für IPTV herhalten: Denkbar seien hier vor allem bezahlte Downloads und Filmverleih, ließ AMP-Produktmanagerin Ashley Still verlauten.

Fazit: Zur Zeit ist das Angebot aber allenfalls für Liebhaber des Englischen der Originalfassungsfanatiker von Interesse. Episoden aus CSI:NY, CSI Miami und Jericho sind nur in englischer Sprache verfügbar. Da muss schon ordentlich nachgebessert werden, um in der deutschen IPTV-Landschaft ein vernünftiges Werbeumfeld zu schaffen. Adobe scheint allerdings auf eine IP-Sperre zu verzichten und die Inhalte weltweit uneingeschränkt anzubieten. Ein klarer Pluspunkt. Trotz der Konkurrenz hat sich Adobe für eine eigene Lösung entschieden. Und könnte damit sogar Erfolg haben – dazu müsste allerdings der Vorteil der eigenen “Air”-Technologie weiter ausgebaut werden. Hochwertige Inhalte in der jeweiligen Landessprache könnten auch nicht schaden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Täglich eingedampft: US-Politik in 100 Sekunden

4.3.2009, 3 KommentareTäglich eingedampft:
US-Politik in 100 Sekunden

Für Schnelldenker mit wenig Zeit: Montag bis Freitag fassen die Video-Nachrichten "The Day in 100 Seconds" des US-Blogs Talking Points Memo amerikanische Politik zusammen.

\

27.2.2009, 4 Kommentare"Spielzeugland":
Oscar-Kurzfilm im Nachtprogramm

Für "Spielzeugland" hat der Berliner Regisseur Jochen Alexander Freydank einen Oscar bekommen – eine Woche später versenkt die ARD den Kurzfilm im Nachtprogramm.

Internet-Fernsehen: Hulu kappt die Kanäle

19.2.2009, 0 KommentareInternet-Fernsehen:
Hulu kappt die Kanäle

Sendungen der amerikanischen Fernseh-Website Hulu lassen sich nicht mehr über Boxee und TV.com ansehen – die Medienkonzerne begehen Selbstmord auf Raten, findet Andreas Göldi.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

Tückische Fotolizenzen: Haltbar bis 26. August 2010

12.9.2008, 5 KommentareTückische Fotolizenzen:
Haltbar bis 26. August 2010

Vermeintlich kostenlose Pressefotos können teuer werden: Immer öfter ist die Nutzung nur auf eine bestimmte Zeit erlaubt. Für Online-Medien ein Problem.

25.8.2008, 26 KommentareMainstreaming media:
Wozu Herausgeber?

Chefredakteure und Herausgeber waren einst die Wächter über die Qualität des Printprodukts. Online übernehmen diesen Job aber die Leser - wozu also brauchts den "Editor" noch?

1.8.2008, 1 KommentareZusammenarbeit:
Flickr-Bilder bei Getty

1 Kommentar

  1. mad
    schrieb am 23. April 2008 um 12:02 Uhr (#)

    “Adobe scheint allerdings auf eine IP-Sperre zu verzichten und die Inhalte weltweit uneingeschränkt anzubieten. Ein klarer Pluspunkt.”

    Ich weiss nicht, obs an einer IP-Sperre liegt, aber die CSI-Folgen sind bei mir “currently not available”, und bei MTV Cribs meint der Player: “This media file format is invalid or not supported by Adobe Media Player”.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.