Re:publica LIVE! Geld verdienen mit Blogs – reloaded

Geld verdienen mit Blogs – neben der Abgrenzung vom Journalismus ist das das andere grosse Thema, das Blogger immer wieder beschäftigt. Und wie beim gestrigen Panel zum Thema “Journalismus vs Blogs” ist auch hier noch nicht so ganz klar, worauf es hinauslaufen soll.

Die Grundsatzdebatte wolle man nicht führen, schrieb Johnny Häusler im re:publica-Blog, aber nur Erfahrungsberichte sollen es auch nicht sein, meinte Markus Beckedahl an derselben Stelle.

Anwesend auf dem Podium diesmal:

- Als Moderator Thomas Knüwer (tk) – Journalist und Blogger beim Handelsblatt (“Am Bahnhofskiosk gibt es auch viel Schund”)
- Sascha Lobo (sl) – Werber, Autor und Twitter-Follower-Partyveranstalter
- Remo Uherek (ru) – CEO von Trigami (“innovatives Marketing im Internet, indem Blogs als Marketing- und Marktforschungskanal genutzt werden”)
- Robert Basic (rb) – selbständiger Blogger und No.1 der deutschen Blogcharts.
- Don Dahlmann (dd) – Freier Journalist und Blogger

11:55 Uhr: sl, dessen Iro nach der gestrigen “Followerparty” heute wohl etwas mehr Zeit braucht, ist nun auch eingetroffen. Vorstellungsrunde: dd vertritt auf dem Podium das “indirekte” Geldverdienen mit Blogs. Sein eigenes Blog ist zwar Teil des Adical-Netzwerks, wichtiger waren aber offenbar Aufträge, die er wegen des Bloggens bekommen hat.

12:00 Uhr: rb erklärt kurz sein eigenes Werbemodell, bei dem die Leser Werbung für sein Blog akquirieren sollen – gegen Provision. Das klappt bislang noch nicht so wie erhofft, die meisten Kampagnen werden weiterhin direkt gebucht. rb kommt damit auf 3000-3500 Euro und ist damit einer der ganz wenigen deutschsprachigen Blogger, die tatsächlich vom Bloggen leben könnten. Nach seiner Meinung zu trigami, dem Pay-per-Post-Service, gefragt, sagt rb, die “Execution” sei bescheiden (oder sagte er gar “beschissen”?). Wenn man es besser, kooperativer machen würde, sei da viel mehr rauszuholen. Er selbst würde Trigami aber nie anwenden – das würde seinen Blog kaputtmachen.

12:05 Uhr: ru stellt das Trigami-Modell vor: Angefangen haben sie mit dem klassischen Pay per Post, mittlerweile versuchen sie, auch mehr in Richtung Marktforschung zu gehen. rb hat unterdessen nach einem Einwurf auf der SMS-Wand seinen Laptop weggelegt. Dann hat er kurz geredet. Nun schreibt er wieder: mit einem Stift diesmal.

12:10 Uhr: Frage aus dem Publikum von Dirk Olbertz: Er habe Probleme mit Trigami-Kunden gehabt, die “rumgespammt” hatten im Blog von Blogscout. Konkret geht es um eine Poker-Website. ru merkt an, dass sie durchaus Kunden ablehnen, aber eben auch eine gewinnorientierte Firma sind.

12:15 Uhr: sl, der “Mann, dessen Augen fast so rot sind wie sein Iro” (tk), stellt Adical vor. “Wir haben die Firma gegründet, weil es so eine Firma geben muss“, druckreifspricht er. Der Umsatz im Jahr 2007 habe bei 250.000 Euro gelegen, an die Blogger werde dabei durchaus “eine ganze Menge” ausgeschüttet. Wieviel “eine ganze Menge” ist, soll aber offensichtlich weiter Geschäftsgeheimnis bleiben. Der Tausenderkontaktpreis (TKP) liege “sehr deutlich im zweistelligen” Bereich. Das Problem aber sei einerseits die Auslastung und andererseits die Tatsache, dass gerne nur die ganz großen Blogs gebucht werden.

12:20 Uhr: Zeit für einen Hauch Kontroverse. Aus dem Publikum kommt Kritik an der nicht vorhandenen Kommunikationsleistung von Adical über Monate. sl stimmt zu, dass das Schweigen schlecht gewesen sei, versucht es aber damit zu erklären, dass man keine Lust mehr gehabt habe, sich beleidigen zu lassen. rb übernimmt dann dankenswerterweise den Volksmund: “Menschlich seid Ihr cool, aber als Unternehmen seid Ihr scheiße.”

12:30 Uhr: Danke, dd, endlich mal Zahlen: Vielleicht 400 Euro habe er mit den 4, 5 Kampagnen verdient, die bisher auf seinem Blog gelaufen sind – und das gleich an antville.org weitergereicht, “damit da mal was passiert.” Er habe jedenfalls gute Erfahrungen mit Adical gemacht, ihm sei relativ egal, was andere darüber sagen.

12:34 Uhr: Adical-Tomatenwerfen durch Dahlmann-Vernunft und Knüwer-Moderation beendet. Jetzt geht es um konkrete Erfahrungen. rb meint, es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Zugriffszahlen und Werbeeinnahmen – es kommt nur darauf an, wie sich Blogger vermarkten.

12:36 Uhr: Verzögerte Publikumsfrage zur Yahoo-Kampagne bei Adical, die die größte Kritik der Blogosphäre hervorgerufen hat. Lobo gibt zu, dass da eine Grenze überschritten wurde und man hätte “delikater” damit umgehen müssen. Wieder: Das nennt man “Lernen”. Es gibt, das hat er vorher schon mal gesagt, nicht nur “richtig oder falsch machen”, sondern auch etwas dazwischen. Ungewohnt viel eher lahmes Pathos von sl: “Ich gebe offen zu, …” – nennen wir es Unternehmenssprech.

12:42 Uhr: Frage aus dem Publikum: Was ist mit dem klassischen Affiliate? Lobo: Das reicht bei einem Blogger nur für zwei Eisbecher im Jahr. rb sagt irgendwas mit “customizen”, “Game”, “Performance” und “Execution”.

12:50 Uhr: Ob dd schon jemals was anderes als Zustimmung geerntet hat? Die Vernunft in Person: “Muss ich denn jeden Kack, den ich im Blog mache, vermarkten, mich irgendwo anmelden und dann irgendwie 2,50 Euro verdienen?”

12:51 Uhr: Während die linke Seite mit “beschissen”, “jeden Kack” (dd) und “Scheisse” (rb) zu analen Ausdrücken neigt, weigert sich sl, auf ein solches Niveau runterzugehen und fühlt sich angegriffen. Auch tk nimmt keine schlimmen Wörter in den Mund.

12:55 Uhr: Peter Hogenkamp (Disclosure hier jetzt bitte selbst formulieren) erzählt von unseren Erfahrungen bei Blogwerk: 300.000 Werbeeinblendungen eines Apple-Affiliate-Banners haben genau Null Euro eingebracht. “Affiliate funktioniert nicht. Punkt.” Man müsse sich auf TKP-Basis verkaufen, man müsse sich an die Mechanismen der Werbebranchen anpassen, die es schon gibt. Wie rb es macht, funktioniert genau einmal, nämlich bei ihm selbst – genauso wie ein roter Iro nur einmal cool ist.

13:03 Uhr: Panel beendet, Applaus. Eine halbe Stunde hätte es jetzt noch weitergehen können. Schwieriges Thema für ein Podium, weil es viele Allgemeinplätze und zielloses Grundsatzargumentiere zu vermeiden gilt; und dafür war’s doch ganz gut.

Halten wir fest: 250.000 Euro Umsatz, Sascha Lobo konnte mit der Ausschüttung “gerade mal die Reisekosten” finanzieren, und Don Dahlmann hat im ganzen Jahr etwa 400 Euro bekommen. Damit kann man jetzt mal hochspekulativ bis absurd herumrechnen.

Abwechslungsweise mitgebloggt von Ronnie Grob und Florian Steglich.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

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15 Kommentare

  1. danke für den stimmigen bericht. wenn man auch noch anderswo liest über diese veranstaltung, dann kriegt man das bild von einer ziemlich abgehobenen party. werden da am rande auch relevante sachen besprochen? darf man wenigstens rauchen?

  2. Treffend:

    4 Personen auf dem Panel und alle Sinnfrei.

    Das Motto hieß: mit Blogs Geld verdienen.

    1) Don Dahlmann
    okay, zufällig reingerutscht, aber total fehl am Platze. Sagt selber,
    ihn interessiere dsa alles nichts, kannte nichteinmal das Wort
    Affiliate, als ein Typ von Zanox was fragte und sagt selber, dass er
    das Geld dadurch verdient, gebucht zu werden, für Moderatoren,
    Schreibaufträge etc.
    Kompetenz für “Geld verdienen mit Blogs”: Fehlanzeige.

    2) Robert Basic
    Top Blogger in Deutschland. Hält es nicht für nötig, irgendwelche
    Zahlen vorzubereiten, spielt ein wenig mit seinem Laptop, schaut
    gelangweilt in die Gegend, fällt durch Ausfälligkeiten und
    beschimpfungen gegen über Sacha Lobo auf und erzählt, dass er nichts
    tun muss – Microsoft und Konsorten kommen auf IHN zu. Das ist schön
    für ihn, aber auch hier “Voll am Thema vorbei” 6 Setzen und ein Minus
    für ungebührliches Benehmen.

    3) Sascha Lobo
    Adical ist eine tolle Geschichte, sie hatten Probleme, ok, sie haben
    nicht komuniziert, ok und so weiter, sie holen nicht genug Aufträge
    rein und er arbeitet nur einen Tag für Adical die Woche. Alles schön
    und gut, aber das Thema war “Geld verdienen mit Blogs”, da hat Sascha
    Lobo nichts zu erzählen, denn a) klappt das ja scheinbar nicht so
    richtig und b) vertritt Adical genau 32 Blogs. Mehr können sie nicht
    handeln. Da sie bereits die 32 Blogs haben und niemand mehr
    dazustoßen kann, war Sascha Lobos Anwesenheit am Panel vollkommen
    unsinnig.

    Ich weiss nicht einen Grund, warum irgendwer von den dreien da oben
    gesessen hat. Hat irgendwer eine idee?

  3. Nein, eigentlich gar nicht treffend. Don Dahlmann: Sagte, er habe auch _durch_ das Blog Aufträge bekommen. Passt also. Robert Basic: Verdient 3000-3500 Euro im Monat mit Werbung auf seinem Blog. Was ist daran _nicht_ “Geld verdienen mit Blogs”? Sascha Lobo: Hat nichts zum Thema zu sagen, nur weil nicht jeder Tag ausgebucht war? Ach bitte. Er hat im Übrigen angekündigt, dass Adical sehr bald neue Blogs aufnehmen werde.

    Don Dahlmann kannte übrigens den Begriff “Performance-Marketing” nicht – oder, wahrscheinlicher, tat so. M.E. keine schlechte Reaktion auf diese Publikumsfrage.

  4. Da ich ja zitiert wurde:

    Don Dahlmann sagte dass er durch das Blog aufträge bekommen hat. Das hat aber mit seiner Bekanntheit zu tun und nicht mit dem blog als solches. Wenn er ein bekannter Journalist, Autor, Fernsehstar whatever wäre, würde er diese auch bekommen. Wenn die Aussage ist. Bloggt um bekannt zu werden, dann werdet ihr vielleicht für Blogferne Dinge angefragt, mit dem Blog bzw. dem Bloggen selber ist kaum Geld zu verdienen, dann wäre es okay gewesen. Diese Info hab ich aber vermisst.

    Affiliate Vs performance Marketing. Ja, da hast Du recht. Mein Fehler! Allerdings war es – wenn gespielt – dann doch sehr gut gespielt.

    Ich denke sein Modell mit Blogs Geld zu verdienen ist ein absolutes A-Blogger Modell und so für alle Nicht-Top 30 Blogger absolut nicht gangbar

    Robert Basic. Okay, ja er verdient, keine Frage, aber auch sein Modell ist ein eher sehr spezielles und macht sicher kein Sinn, es auszubreiten, denn Microsoft kommt eben an alle nicht-Top-1 Blogs nicht von alleine. Als Case ist es also ziemlich unsinnig und auch die Herangehensweise “ich mach nichts, sondern lasse die leute auf mich zukommen” ist sicher für Nicht-Robert-Basics nicht die sinnvollste.

    Sacha Lobo hat meiner Ansicht wenig dort oben verloren, weil er ebenfalls kein Modell aufzeigen kann, mit Blogs Geld zu verdienen, ausser man ist einer der 32 Adical Blogs. Da man sich aber nicht anmelden kann und dort mehr als die 32 Blogs nicht handelbar sind, ist das Thema für nicht Adical-Blogs durch.

    Und wenn der Grund adical einzuladen die Ankündigung ist, dass sie “bald” neue Blogs aufnehmen, dann ist das arg wenig.

    btw. Microsoft hat auch schon vor Jahren angekündigt, dass sie Google eine echte Konkurrenz entgegensetzen wollen. Was ist geschehen: Nichts.

    Ankündigungen gelten relativ wenig.

    Alles drei sind klasse Blogger und gerade Sacha Lobo ist ein cooler Typ, aber zum Thema Geld verdienen mit Blogs sind die drei meiner Meinung nach eine Fehlbesetzung gewesen

  5. Das Mcafee-Banner enthält einen Grammatikfehler (“neu in 2008″).

  6. Ich war auch mit dabei. Das übliche Blabla ohne wirklichen Gehalt. Habe da so meine eigenen Ansichten zu.

  7. » Heiko: Gut, für mich war das deutlich genug bei Dahlmann. Aber das ist ganz sicher nichts “nur für A-Blogger”. Es geht noch immer erstaunlich einfach und schnell, sich mit einem gutgeschriebenen Blog einen guten Ruf zu erarbeiten, der in Artikelanfragen o.ä. mündet.

    Zu Basic: Absolut, seine Herangehensweise funktioniert nur bei ihm so gut. Aber er ist nun mal _das_ Beispiel für einen deutschen Blogger, der ein ordentliches Einkommen durchs Bloggen erzielt. Ähnliches gilt für Adical. Man kann schlecht übers Thema Geldverdienen mit Blogs reden, ohne Adical einzubeziehen, finde ich – unabhängig davon, wie gut oder schlecht es läuft.

    Gefehlt hat mir eher jemand etwa von Germanblogs oder den Burda-Blogsachen. Aber die hätten Dir auch nicht gefallenm, oder? Wen hättest Du denn erwartet?

  8. danke fürs liveblogging, so kriegt die ganze sache viel mehr farbe :)

  9. @ Florian

    wie viele möchtest Du?

    Beispielsweise wäre vielleicht mal ein Vermarkter interessant mit der Frage, was müssen wir eigentlich tun, um interessant zu werden für Euch. Und siehst du überhaupt eine Möglichkeit an TKPs von Werbekunden zu kommen.

    Eventuell kommt dann auch mal zur Sprache dass das Thema Reichweite, das Thema Themenrelevanz und auch die Unsicherheit über das Umfeld die TKPs arg drücken würde und höhere Margen als bei Google vielleicht nur wunschdenken sind. Aber da soll schon mal jemand antworten.

    Wie wäre es vielleicht mit Rasmus Giese von Orange Media
    http://www.orangemedia.de

    Vielleicht wäre auch ein Blogger interessant, der tatsächlich mit einem spitzen Zielpublikum sehr gut zurecht kommt und es tatsächlich schafft premium Werbung auf seinem Blog zu verkaufen. Jemand der mit sicherheit mehr Geld verdient als Robert Basic weil es eben sehr genau weiss, wer seine Leser sind. Er soll mal sagen, wie er das geschafft hat.

    Wie wäre es also mit Peter Turi
    http://turi-2.blog.de/

    Mal Geld verdienen ohne, dass Google das blöde findet, auch das geht. Nehmen wir an, du hast relativ viele Videos auf deiner Seite. Die kann man vermarkten.

    Fragen wir also Max Moldenhauer von Captainad

    Wenn google so schlecht ist, warum zum Beispiel sind sie noch auf blog.de, creative-weblogging.de und myblog.de. Fragen wir also mal Google, was die besser machen, als wir.

    Irgendwen aus dem Adsense Team bei Google. Da gibt es schon kluge Menschen

    Und wenn wir schonmal dabei sind, fragen wir doch mal Vasco Sommer von Blog.de oder Nico Wilfer von Myblog.de. Warum sie beispielsweise noch Google nutzen und nichts besseres gefunden haben…

    soll ich weiter machen?

  10. » Heiko: Über genau die Fragen, die Du an einen Vermarkter richten willst, wurde doch gesprochen: Zweistellige TKPs hat Adical (ein Vermarkter) erreicht; Reichweite ist weiterhin das Argument für TKP-Kampagnen; was Blogs tun müssen, um solche Buchungen zu bekommen, ist also v.a.: Wachsen; Reichweite war eines der Argumente für die Startauswahl der Blogs bei Adical.
    Peter Turi, nun ja, der macht ja nach eigener Aussage kein Blog, sondern einen Branchendienst. Aber davon abgesehen: Wieso genau ist der interessanter als Robert Basic? Das Einnahmemodell etwa, als Dienstleister einen Newsletter für eine Fachzeitschrift zu erstellen, dürfte für die Masse der Blogger doch wohl noch unrealistischer sein als der Einzelfall Basic. Und Basic nennt wenigstens nachvollziehbare und konkrete Summen. Was nützt es, wenn Turi auf dem Podium unüberprüfbar von “schwarzen Zahlen” erzählt?
    Videovermarktung wäre ein zusätzlicher Aspekt gewesen, okay, aber “richtiger” als die vorhandenen Podiumsteilnehmer hätte ich das auch nicht gefunden.
    Und zu Adsense: Dass es auf Blogs und Blognetzwerken läuft, heißt doch nicht, dass dabei was rumkommt. Es ist eben kein Aufwand, man schaltet es einfach auf, da sind dann auch 100 Dollar einfach verdientes Geld. Es ist dasselbe wie mit dem Affiliate-Kram: Platzhalter, bis was Besseres kommt.

    soll ich weiter machen?

    Ja, mach weiter, ich finde Deine Vorschläge noch nicht überzeugender. Dass es noch mehr Aspekte des Themas gibt, geschenkt, die kann man aber nicht alle auf einem Podium unterbringen. Dahlmann (indirekt erzielte Aufträge), Uherek (Pay Per Post), Basic (direkte Aufträge durch okaye Reichweite, Popularität, einigermaßen bestimmbare Zielgruppe) und Lobo (spezialisierter Blogvermarkter auf TKP-Basis) halte ich weiterhin für eine ganz gelungene Mischung.

  11. @ Florian

    naja Wachsen alleine ist absolut kein Heilsbringer, weil Du dann nämlich thematisch ungechannelte Reichweite hast, die dazu noch in einem unsicheren Werbeumfeld hast. Damit ist in den allermeisten Fällen auch kein Blumentopf zu gewinnen.

    1. Frage: macht der Blogger eine ordentliche Zahl an Unique Visitors
    2. Frage: hat er eine bestimmte Zielgruppe oder thematisches Umfeld
    3. Frage: Ist der Blogger sicher oder muss ich damit rechnen, morgen mein Banner neben einer Cannabispflanze, einer Waffe einem whatever zu finden
    4. Frage: ist der Blogger sicher oder haut der mich nun erst recht in die Pfanne um zu zeigen, dass er Blogger ist..

    und die wichtigste:
    5. verkaufe ich mehr. Also lohnt sich die Werbung da?

    all diese Fragen beantworten Blogs eher selten und fallen auf die Agentur zurück, die ihn dann irgendwann im Portfolio hätte..

    Nächster Punkt TKPs: Was ist eigentlich der Grund, warum Blogger einen hohen TKP verdienen. Beispielsweise einen gut zweistelligen? Nur weil sie Blogger sind? Ich meine, da wird gerne mal der Spiegel als Beispiel genommen.

    Wenn du die oben genannten Unwägbarkeiten eingerechnet wird ist der TKP sicher schon mal mindestens 1/3 weniger wert. Dann sind Preislisten generell Mondpreise um ordentlich Rabatt geben zu können 30% sind keine Seltenheit. Dann gibt es gerne noch mal 15 % Erstbucherrabatt. Im Normalfall ist dann noch eine zweite Agentur involviert, gibt nochmal 15 % Agenturprovision. Die eigene Agentur ist zumeist nicht so billig, gibt sicher nochmal 30%. Dann gibt es eigentlich immer, sobald mehr als ein Adserver involviert sind Zähldifferenzen. Der Kundenadserver ist hierbei die Zahl, die gilt, drum liefert man mehr aus, sagen wir mal 10 %

    Da werden aus den anfänglichen 40 ? ROS beim Spiegel locker mal ein Betrag von knapp 8 ?. Traurig nicht wahr?

    Ich denke, dass dieses: der Spiegel bekommt 40 ? TKP, ich über adsense nur 4 ein Trugschluss ist, das ist bei den meisten Bloggern bisher noch nicht angekommen.

    Ich bekomme regelmäßig feuchte Augen, wenn ich bei uns in der Firma sehe, was die erzielten TKPs tatsächlich am ende in der Kasse bringen.

    Da wird dann tatsächlich automatisierte Performancewerbung irgendwann doch wieder interessant

  12. » Heiko: Jau, vom Mediadaten-TKP bleibt am Ende nicht so viel übrig. Trotzdem laufen bei SpOn TKP-Kampagnen und kein Google Adsens, dito sind es bei Bloggern, die was damit verdienen, eher TKPs oder Fixpreise. Womit wir wieder am Anfang sind.

  13. wo bei wir dann aber auch wieder bei den ganzen guten Gründen sind, warum blogger die eben nicht bekommen – wenn sie nicht Niggemeier oder basic heißen.

  14. wir versuchen es auch, aber sind nicht erfolgreich. Wo kann man denn mal eine richtige Anleitung dazu finden? Danke für Eure Hilfe.

    [Editiert: SEO-Spam ist jedenfalls keine Lösung; Link entfernt und Name geändert. F.S.]

  15. Es ist bald soweit und es Startet das erste 24 Stündige Webcast in Deutscher Sprache.es wird eine Neue Herausforderung für das Deutsche Webcast in Europa.
    Also lassen wir uns mal Überaschen.

    Euer Ingo

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