Die 25 wertvollsten Blogs der USA

moneybag.jpgDass sich Blogs in den USA zu anerkannten Medienplayern entwickeln und Millionenumsätze einspielen können, ist bekannt. 24/7 Wall St., ein Blog mit dem Schwerpunkt auf Finanzthemen, hat unterschiedlichste Indikatoren und Erfolgsfaktoren der führenden US-Blogs verglichen, um schließlich für jeden einen ungefähren Firmenwert zu bestimmen. Das Ergebnis ist eine äußerst interessante Liste der 25 wertvollsten Anbieter. Der jeweils geschätzte Dollarbetrag spiegelt in den Augen des Autors den Wert wieder, den ein Käufer derzeit für das jeweilige Angebot bezahlen müsste. In die gewichtete Betrachtung flossen sowohl wirtschaftliche Kennzahlen wie Umsätze aus Werbe- und Nebeneinnahmen, investiertes Kapital und Anzeigenpreise als auch andere Faktoren wie Unique Visitors, Seitenaufrufe, Wachstumsraten, die Anzahl der Angestellten und die Anzahl herausragender, permanenter Redakteure ein. Verlags- und portalgeführte Blogs wurden nicht berücksichtigt. Die Ergebnisse stellen reine Schätzungen dar, die ungeachtet ihrer tatsächlichen Korrektheit eine gute Vorstellung von den Dimensionen vermittelt, die Blogs auf der anderen Seite des Atlantiks mittlerweile haben:

1. 150 Millionen Dollar: The Gawker Properties (u.a. Betreiber von Silicon Valleys bekanntem Gossip-Blog ValleyWag)
2. 85 Millionen Dollar: MacRumors
3. 70 Millionen Dollar: Huffington Post
4. 48 Millionen Dollar: PerezHilton
5. 36 Millionen Dollar: TechCrunch (der weltweit tonangebende Tech- und Web-2.0-Blog)
6. 15 Millionen Dollar: Ars Technica
6. 15 Millionen Dollar: Seeking Alpha
8. 10 Millionen Dollar: Drudge Report
8. 10 Millionen Dollar: Mashable
10. 8,4 Millionen Dollar: GigaOm

Auf Platz 12 findet sich einer meiner neuen Lieblingsblogs, Silicon Alley Insider, mit 5,4 Millionen Dollar, knapp vor ReadWriteWeb auf Position 13 mit geschätzten 5 Millionen Dollar Firmenwert. Die gesamte Liste mit Details zu jedem einzelnen Blog gibt es hier. Warten wir ab, ob sich irgendwann eine solche Auflistung auch für deutsche Blogs lohnen wird.

Passend zum Thema findet ihr bei Rate it Gedanken und Prognosen zur Zukunft der deutschen Blogszene mit O-Tönen diverser Blogger. Auch ein paar Zeilen von mir sind dabei. Und ja, ich bin mir über die Ironie darin bewusst, bei Rate it das Bloggen über Blogs zu kritisieren und es in diesem Artikel schamlos zu praktizieren ;)

via Silicon Alley Insider, Foto via Flickr/Sarcasmo

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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12 Kommentare

  1. Na Martin,

    schon die Dollarzeichen in den Augen?

  2. Nee andere Kennzahlen wie RSS-Abos, Uniques etc. sind mir wichtiger (solange so ein Blog ein Hobby ist).

  3. Der Gedanke den Wert eines Blogs in Höhe eines Verkaufspreises bemessen zu wollen finde ich etwas befremdlich. Könnte ein Blog überhaupt verkauft werden?

    Blogs sind schließlich untrennbar mit dem Autoren und dessen Beiträgen verbunden und wirken doch gerade aufgrund der dargebotenen Sichtweise und weitestgehenden Unabhängigkeit für die Leser attraktiv?

    Wenn man das überhaupt in Zahlen ausdrücken wollte könnte man das dann doch eher an Anzeigenpreisen festmachen. Allerdings auch komisch.

  4. Im deutschsprachigen Raum sind Blogs extrem eng mit ihren Autoren verknüpft, stimmt. Die großen US-Blogs allerdings sind fast alle Team-Blogs, in denen eine ganze Reihe unterschiedlicher Autoren schreibt. Das Blog ist da eher eine Medienmarke, obgleich natürlich auch da eine enge Bindung und Identifikation mit den Gründern bzw. “Star-Bloggern” besteht (z.B. Michael Arrington bei TechCrunch, Pete Cashmore bei Mashable, Om Malik bei GigOm).

    Wenn Blogs in Deutschland aus der Nische herauskommen und mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit finden wollen, dann erfordert das hierzulande eine ähnliche Entwicklung wie in den USA, weg von persönlichen Blogs hin zu Marken, die zwar durch einzelne oder mehrere Autoren geprägt und erfolgreich gemacht werden, aber vordergründig als Medienanbieter mit bestimmter Positionierung und festgelegten Schwerpunkten auftreten.

  5. Da haben die Blogs dann eher schon Magazin-Charakter. In dem Zusammenhang würde mich mal interessieren ob dir oder jemand anderem Fälle bekannt sind in denen reine Blogs oder Team-Blogs den Besitzer gewechselt haben.

  6. In Deutschland ist mir da keiner bekannt. Persönliche rechne ich aber mit starken Veränderungen und einer zunehmenden Professionalisierung innerhalb der nächsten zwei Jahre, weil auch Verlage und andere Medienkonzerne verstärkt ein Auge auf Blogs werfen. Dadurch verändert sich natürlich auch die Definition davon, was ein Blog ist.

  7. Ich finde die Liste auch wirklich interessant. Besonders PerezHilton zeigt, was kommerziell allein durch “Meinungsmacht” möglich ist.

    Ich bin ja mal wirklich gespannt, wie lange es noch dauert, bis es in Deutschland die erste wirkliche Blogmarke gibt…

  8. Also ich weiß auch nicht so recht, was unterscheidet so eine große amerikanische Blogseite von einem Newsportal das nur Kommentare schreibt? Für mich hat das viel mit den Autoren zu tun und deshalb gefällt mir der GoogleWatchBlog z.B. nicht. Niggemeier ist für mich Pflicht, ich halte viel von dessen Meinung und deshalb ein ist das für mich ein echter Blog.
    Man könnte die anderen auch als Nischen-News-Seiten bezeichnen und wenn die halt erfolgreich sind kommen solche Beträge zustande.
    Mich würde deshalb mehr interessieren was StevePavlina oder 43 Folders so wert ist, das scheinen mir sehr erfolgreiche “persönliche” Blogs zu sein. Allerdings kann man so etwas dann auch nicht kaufen ;-)

    Auch wenn diese Seiten kommerziell erfolgreich sind, halte ich die Preise trotzdem für völlig überzogen.
    Bubble 2.0 eben.

    mfg Severin

    • Stimme ich dir voll zu. Ich denke deine Beschreibung als Nischen-News-Seiten spiegelt vieleicht auch teilweise eine gewisse Entwicklung in der Professionalisierung von Blogs wieder.

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