Yahoo, die OpenSocial Foundation und eine Windows Live Contacts API
Im Jahr 2008 vergeht kaum noch eine Woche, in der nicht eines der führenden Internetunternehmen einen weiteren Schritt in Richtung eines (ansatzweise) offeneren Netzes macht oder ankündigt. Heute sorgten gleich drei Meldungen dieser Art für Aufmerksamkeit. Zum einen gab Yahoo offiziell seinen Beitritt zu Googles OpenSocial-Initiative bekannt. Was auch immer die Beweggründe sind – das Web-Urgestein legt damit Microsoft, das Yahoo kaufen möchte, weitere Steine in den Weg. Immerhin würden die Redmonder nach einer Übernahme an einem Projekt beteiligt sein, das vom Erzrivalen Google forciert wird. Und nicht nur das: Ebenfalls verkündet wurde die Gründung der OpenSocial Foundation, einer nicht gewinnorientierten Organisation, die die Verbreitung und Weiterentwicklung von OpenSocial vorantreiben soll. Gründungsmitglieder sind Google, MySpace und Yahoo.
Unterdessen war auch Microsoft nicht untätig. Das Unternehmen stellt ab sofort eine Schnittstelle mit dem Namen Windows Live Contacts API bereit. Diese ermöglicht Mitgliedern von Social-Web-Diensten das einfache und sichere Importieren von Kontaktdaten aus Windows Live (u.a. Hotmail und Messenger). Zum Start mit dabei sind LinkedIn, Tagged, Hi5, Bebo und Facebook, an dem Microsoft einen kleinen Anteil besitzt. Bei den beiden letztgenannten Anbietern wurde die neue Funktion schon integriert. Wer beispielsweise seine Hotmail-Kontakte importieren möchte, muss dazu nur noch seine E-Mail-Adresse, nicht mehr das Passwort angeben. Anschließend wird man in einem Popup zu Windows Live weitergeleitet, um sich dort zu autorisieren. Vor einigen Wochen brachte Google eine eigene Schnittstelle mit ähnlicher Funktionalität an den Start.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.



























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26. März 2008 um 11:53
Solange nicht alle an einem Strang ziehen, d.h. alle einen offenen(!) Standard (im Sinne von: für alle zugänglich) entwickeln bzw. sich einem offenen Standard verpflichten, wird das Web bzgl. Datenportabilität eben nicht offen sein. Hier verfolgen zwei Lager rein ökonomische Ziele (wogegen nichts eingewendet werden kann, man muss nur wissen, was dies bedeutet). Wo bleibt DataPortability (http://dataportability.org)? Deren Commitment zu offenen Standards wie RDF, RSS, microformats u.a. zeigt m.E. den richtigen Weg. Wenn es auf einen “Glaubenskrieg” hinausläuft, bin ich doch eher dafür, DataPortability zu unterstützen. Unternehmen müssen rational nach ökonomischen Gesichtspunkten entscheiden (und sich überhaupt entscheiden zu müssen, kennzeichnet genau das Problem). Btw.: Communipedia supports DataPortability.
26. März 2008 um 12:45
Jo OpenSocial und DataPortability sind ja im Prinzip zwei paar Schuhe. Ich rechne damit, dass wir von DataPortability auch bald wieder etwas hören werden.