Über das Duzen und Siezen im Web 2.0

Martin Weigert, 22. März 2008 16:00 Uhr, 33 Kommentare Kommentare

DuzenWer einen Blog betreibt, bei einem Startup arbeitet oder anderweitig in der Internetbranche tätig ist, duzt Kollegen und häufig auch Geschäftspartner. Das ist nichts Neues und mindestens seit dem New Economy Boom der späten 90er Jahre so. Viele (inklusive mir) denken vermutlich kaum noch darüber nach – bis mal wieder eine unerwartete Siez-Mail eintrifft, die eine neue “Internetdienstleistung” vorstellt oder ein anderes Anliegen auf seltsam eckige Art und Weise hervorbringt.

Zu diesem Thema hatte ich vor einigen Tagen mit einem Print-Journalisten eine kurze E-Mail-Konversation. Ganz richtig gab dieser zu bedenken, dass für Journalisten das Siezen ein geeignetes Mittel sei, eine Distanz zu bestimmten Personen herzustellen. Auch Menschern in anderen Berufen und Situationen, die Anhänger einer differenzierten Ansprache sind, geben meist die Möglichkeit zur Schaffung von Distanz als den großen Vorteil des Siezens an und sehen über eventuelle Komplikationen des Du-Sie-Konzepts, die aus unklaren Verhältnissen und unausgesprochenen Duz-Aufforderungen entstehen, hinweg.

Was in vielen Lebens- und Alltagsbereichen mehr oder weniger gut funktioniert, kann sich in Web-2.0- und Bloggerkreisen aber als echtes Handicap erweisen. Wer einen Blogger, der seine Leser duzt, in einer Mail mit “Sie” anspricht, muss sich bewusst sein, dass er damit beim Empfänger bestimmte Warnsignale auslöst, die je nach Anliegen negative Auswirkungen auf das Ziel der Kontaktaufnahme haben können. Natürlich muss man als Blogbetreiber differenzieren können. Von Personen, deren komplette berufliche Kommunikation per Sie geführt wird, erwarte ich nicht, in einem Gespräch oder einer Mail geduzt zu werden.

Ganz anders jedoch bei Mails von Startups, PR-Agenturen mit Webfokus und Blogger-Kollegen. Hier kann das Siezen leicht ins Auge gehen, da es mir als Empfänger Details über den Absender verrät, die dieser möglicherweise gar nicht preisgeben wollte:

Alternative 1: Möglicherweise hat sich die mich kontaktierende Person nicht näher mit meinem Blog auseinandergesetzt, sonst hätte er/sie gesehen, dass ich meine Leser duze und eine Kommunikation auf der Du-Ebene bevorzuge. Wenn der Absender dann in der Siez-Mail erklärt, welch großer Fan des Blogs (den er offensichtlich nicht einmal gelesen hat) er sei, so ist jede Glaubwürdigkeit sofort verspielt.

Alternative 2: Der Absender hat keinen Schimmer von den Gepflogenheiten in der Web-Szene, weshalb das Risiko groß ist, dass das von ihm beworbene Projekt bzw. präsentierte Vorhaben für mich nicht relevant ist. Ich schaue mir dann zwar an, worum es sich handelt, bin aber schneller bereit, die Sache abzuhaken.

Wer nicht in diesem automatischen Filter hängenbleiben möchte, sollte sich also gut überlegen, ob er uns mit einer Siez-Mail auf sein neues Social Network hinweisen will. Und wer nicht damit einverstanden ist, von mir geduzt zu werden, darf mich gern unter Verwendung des laut Wikipedia passenden Vermerks «Ich erinnere mich nicht daran, dass wir miteinander Schweine gehütet haben.” darauf hinweisen.

Nun die Frage an euch: Wie handhabt ihr das? Wie steht ihr zum Duzen/Siezen im Web und außerhalb?

Foto via Wikimedia Commons

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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33 Kommentare

  1. Marcel
    schrieb am 22. März 2008 um 16:12 Uhr (#)

    Ich kenne auch diese Mails, in denen ich höflich mit Sie angesprochen werde und irgendein ominöses Projekt vorstellen soll. Aber mal ehrlich: Wer sich heutzutage zwischen Web2.0 und Alltag rumtreibt steckt doch zwischen zwei Idealen. Zum einen sagt man, dass es unhöflich ist, irgendwelche fremden Personen direkt mit “Du” anzusprechen, zum anderen ist es Gang und gebe. So wie du (;-)) im Beitrag geschrieben hast, erwarte ich natürlich, dass sich die Person, die mich anschreibt, bereits mit mir und meinem Blog beschäftigt hat.

    Zum Web2.0 gehört meiner Meinung nach das Duzen.

  2. Gründernet
    schrieb am 22. März 2008 um 16:16 Uhr (#)

    Hi Martin, ausser bei Businessportalen im deutschsprachigen Raum (xing u. ä.), finde ich die Kommunikation übers “Du” am sinnvollsten. Im Offline-Business handhabe ich dies dann meist so, dass ich ca. bei meinem Alter die Du/Sie Grenze ziehe. Betreuen wir einen Gründer, der 30 oder älter ist, dann meist übers “Sie”, und bei jüngeren Gründern dann meist das Du. Das hat sich irgenwie seit jahren so eingespielt und die “Gründerszene” greift dies online eben auch auf, weil die meisten Gründer, Leser, Blogger im web 2.0 auch eher jünger als älter sind ;-) VG, René

  3. Christian
    schrieb am 22. März 2008 um 17:30 Uhr (#)

    Bevorzuge grundsätzlich im Internet und gleichaltrigen Kollegen das “Du” es gibt aber oft Situationen wo man eine Mail irgendwie förmlich gestalten will und sich lange fragt ob nun “Du” oder “Sie” aber generell finde ich eingehende Mails in denen ich gedutzt werde, sympathischer .

  4. Marvin
    schrieb am 22. März 2008 um 18:10 Uhr (#)

    Auf der einen Seite finde ich das “Du” am sinnvollsten, da sich ein Großteil der geschäftlichen Kommunikation sowieso im duzenden Englisch abspielt und man hier auch im deutschsprachigen Raum eine Assimilation erkennen kann. “Du” ist irgendwie chic. Auf der Frankfurter Musikmesse konnte ich das gut beobachten: Der kleine Geschäftsmann ist mit dem Konzernchef per du!
    Dennoch: Wenn man von einer fremden Person angeschrieben wird, finde ich das “Sie” nicht unbedingt schlimm. Wer zum Beispiel nicht alltäglicher Blogleser und Kommentator ist, hat unter Umständen Probleme andere Leute mal eben so zu duzen. Das kann man auch ganz gut im Lawblog beobachten, wo es eigentlich immer nur “Herr Vetter” und nicht “Hey Udo” heißt. Ob das nun eine Stärke, oder eine Schwäche ist, steht natürlich zur Diskussion… ;)
    Ich denke trotzdem ein Kommentarfeld macht das “Du” einfacher als eine geschäftlich motivierte eMail.

  5. Fabian
    schrieb am 22. März 2008 um 18:15 Uhr (#)

    Normalerweise ist das “Du” im Internet viel einfacher zu gebrauchen, besonders bei privaten Konversationen und Diskussionen, Kommentaren zu Themen und bei ungeschriebenen Duz-Angeboten. Natürlich hängt das von der Community ab. Innerhalb einer geschlossenen Gruppe verstehe ich das Duzen, aber ich denke nicht, dass die deutsche Bloggercommunity so weit ist, jeden duzen zu müssen.

    Meine persönliche Einstellung ist, dass ich, sobald ich von Diskussion und Plausch auf “Business” umsteige (wie auch immer dieser Begriff definiert wird), einen höflicheren Ton anschlage. Ich habe erlebt, wie besonders in der gesprochenen Sprache heutzutage jüngere, amerikanisierte Menschen (wie ich^^) jeden duzen, und für mich klingt es manchmal ungewöhnlich und patschig.
    Bei einem Online-Verkaufsdienst und bei dienstlichen Angelegenheiten Sieze ich Käufer generell, ansonsten versuche ich mich bei Kontaktaufnahmen zumeist mit höflichem „Du“ und „Dein“, wenn sich eine Anrede nicht vermeiden lässt.
    Wenn ich allerdings zum Einen jünger bin als mein Gesprächspartner und mich zum Anderen als Neuling in einem Gebiet betrachte, möchte ich gerne auf eine Distanz und meinen Respekt hinweisen, die für mich weder mit Unwissenheit dem Gegenüber gegenüber noch mit fehlenden Gepflogenheiten zu tun haben. Und dies läuft mit dem Siezen mMn am einfachsten.
    Sobald dann die erste Kontaktaufnahme „überstanden“ ist, kommt es zumeist schnell auf das Duzen, aber der erste „zeremonielle Ehrerbietungsschritt“ ist für mich wichtiger Bestandteil, um aus dem Net nicht komplett ein „Buddy-Netzwerk“ zu machen.

    Kann sein, dass ich damit einer „alten“ Schule angehöre, aber für mich gehören bestimmte Ehrerbietungszeichen zum guten Umgang, auch wenn die Massen das vielleicht schon als Relikt ansehen. Wenn Web 2.0 dann mal vollends da ist, werde ich mich wohl auch schneller damit abfinden, Euch alle hier zu duzen ;)

  6. Webdesigner
    schrieb am 22. März 2008 um 18:26 Uhr (#)

    Ich denke es kommt schlicht und einfach auf die Zielgruppe an, wen ich Dutze und wen ich Sieze. In einer eingeschworenen Community oder eine die es werden will, kann ich jeden Duzen. Wenn ich potentielle Kunden anspreche würde ich doch eher zum Sie tendieren.

  7. Chris
    schrieb am 22. März 2008 um 19:37 Uhr (#)

    “Siez” Mails landen generell im Spamordner ;)

    Mit Zielgruppe hats m.E nicht viel zu tun. Gefühlssache, halt. “Du” Kunde, oder “Sie” Kunde kann, auch wenn sich dieser dann in einer bestimmten “Zielgruppe” bewegt, unter Umständen schlecht ausgehen.

  8. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 22. März 2008 um 19:42 Uhr (#)

    Von der “Zielgruppe” ist es natürlich abhängig, und Marvin, dass sich wie in deinem Beispiel der Großteil der Juristen nicht zum du durchringen kann, wird sich wohl auch nie ändern. Persönlich würde ich mir aber eine etwas relaxtere Einstellung zum Du wünschen.

    Das “Du” ist btw nicht nur im amerikanischen Raum üblich, sondern auch in Skandinavien. Hier in Stockholm sagt jeder zu jedem du, und im Gegensatz zum Englischen existiert auch eine richtige Siez-Form, die aber nur in extrem seltenen Fällen, z.B. gegenüber den Monarchen, angewendet wird. Ich find es ziemlich praktisch, dass die von Fabian genannten Differenzierungen und Abwägungen bezüglich der Ansprache damit wegfallen. Meine Erfahrung ist, dass das die initiale Kommunikation einfacher macht.

  9. Tobi
    schrieb am 22. März 2008 um 22:06 Uhr (#)

    Interessantes Thema, meine Erfahrung ist die, dass im Internet, wo definitiv private Absichten hinter den Mails stecken sofort das “Du” angesagt ist, was mich nicht stört. Im Gegenteil, es schaffr eine lockere Diskussionsumgebung und baut die Distanz schnell ab.

    Ich habe aber trotzdem die Erfahrung gemacht, dass Leute die Startups hochziehen und sich für große Nummern der großen Onlinewelt halten, das “Sie” bevorzugen, wenn sie auf jemanden zugehen, das sind dann aber auch jene, die den ganzen Tag in Anzug und Krawatte rumrennen, weil sie es als Statussymbol für notwendig halten. Die jungen Unternehmer unserer Tage, die auf Krawatten verzichten, bevorzugen in aller Regel auch das “Du”, sowohl geschäftlich, als auch privat.

    Wer weiß, ob kommende Generationen das “Sie” noch kennen ;)

  10. Philipp
    schrieb am 23. März 2008 um 00:03 Uhr (#)

    Was auch immer ganz gut klappt, wenn man sich unsicher ist: In der Mail Siezen aber “Viele Grüße, Philipp”. Wenn der Gesprächspartner mit “Viele Grüße, Martin” antwortet, kann man locker aufs Du switchen.

    Ansonsten, wenn man sich unsicher ist, dann Sie. Wenn es eine Person ist, die wesentlich höher gestellt ist als man selbst, ebenfalls Sie. Ansonsten knallhart Du!

    Du, Herr Weigert ;-)

  11. Roy
    schrieb am 23. März 2008 um 01:15 Uhr (#)

    Ich handhabe das aus dem Bauch heraus.

    Gerade über Xing stelle ich mir allerdings oft die gleiche Frage. Hierbei unterscheide ich nach folgender Reihenfolge

    du +/-

    1. Unternehmen –> Startups usw + , aber OTTO, RTL ?, also 2. relevant
    2. Abteilung bzw. Bereich –> e-commerce bei OTTO +, Chef vom Dienst bei RTL ?, also 3.
    3. Position und ungefähr abschätzbares Alter –> bewegen wir uns auf dem gleichen Niveau +, liege ich offensichtlich darunter -

    Grundsätzlich: Bei offensichtlicher zur Schaustellung von Dr. und Prof. Anrede mit Dr.
    Prof. wird grundsätzlich nur mit Dr. angesprochen, wenn besonders zur Schau gestellt. Wird jedem, der an der Uni Konstanz studiert hat einleuchten

    Ansonsten Herr. Das genügt.

  12. tourino
    schrieb am 23. März 2008 um 10:13 Uhr (#)

    Interessantes Thema. Mir persönlich ist es egal, ob ich geduzt oder gesiezt werde. Mails mit der Anrede „Sie“ aber als unseriös zu brandmarken („landen bei mir im Spamordner“), halte ich für blanken Unfug.

    Beim Erstkontakt verwende ich in der Regel auch das „Sie“, da es ganz einfach Menschen gibt, die Wert darauf legen. Was Umfragen zufolge übrigens besonders häufig auf Frauen zutrifft!

    Solange es diese Unterscheidung gibt, mag man sie für überflüssig halten oder nicht, werde ich mich im Zweifelsfall(!) immer für das „Sie“ entscheiden.

    1. Martin Weigert
      schrieb am 23. März 2008 um 10:17 Uhr (#)

      Mich würdest du aber nicht siezen, wenn du mir eine Mail schreiben würdest, oder?

  13. Martin Weigert
    schrieb am 23. März 2008 um 10:16 Uhr (#)

    Roy, durchdachtes System, das aber auch gut verdeutlicht, mit was man sich in Ländern, wo zwischen Du und Sie unterschieden wird, herumschlagen muss ;) Was Prof bzw. Dr. betrifft, lasse ich eigentlich immer die Gegenseite das Duzen initiieren. Selbst im Web 2.0 (es sei denn, der Dr. ist in meinem Alter oder jünger).

    Philipp, das klingt nach einem sehr guten Ansatz für uneindeutige Fälle.

    Tobi, mir geschieht es manchmal, das ich von Zehn- oder Zwölfjährigen gesiezt werde. Dabei sehe ich eigentlich immer sehr casual aus. Ich glaube, auch die nächste Generation wird munter siezen. Oder aber die légere Kommunikation im Web wird die im “echten Leben” so stark beeinflussen, dass das Du verstärkte Verbreitung findet.

  14. Mike
    schrieb am 23. März 2008 um 14:28 Uhr (#)

    also ich lese deinen blog täglich aber hätte mich auch mit einem SIE an dich gewendet ich finde bei jeder art von BUSINESSKONTAKT sollte eine gewisse art von abstand und respekt mitwirken und ich finde das bringt ein SIE einfach besser rüber auch in der internetszene. es gibt einfach leute die etwas erreicht haben und denen würde ich immer mit respekt und abstand begegnen.

  15. Claudio
    schrieb am 23. März 2008 um 17:21 Uhr (#)

    Eine sehr interessante Diskussion. Ich habe mir gerade letzthin dieselebe Frage gestellt. Und zwar wurde eine virtuelle Offiziersgesellschaft der schweizer Offiziere gegründet. Grundsätzlich ist Militär da sehr strikte, was das Duzen angeht. Ich musste aber feststellen, dass dies im Internet nicht so genau genommen wird, wie wenn man sich militärisch kennenlernt. Dies hat mich überrascht.

    Generell bin ich einer, der Wert darauf legt, im realen Leben zu siezen, wenn man jemanden nicht kennt. Es hat immerhin noch etwas mit Respekt des Gegenübers zu tun. Es gibt auch solche, die duzen konsequent, obwohl man nie Duzis gemacht haben (notabene ältere Leute, die einem das Du antragen könnten). Die sieze ich konsequent zurück, weil ich es als unanständig empfinde, jemanden zu duzen. Obwohl ich sehr jung bin, finde ich, hat es noch immer etwas mit Anstand zu tun.

    Im Internet duze ich, weil es den Umgang mit dem Gegenüber erleichtert und etwas unbeschwerlicher macht.

    Grüsse Claudio

  16. Curi0us
    schrieb am 24. März 2008 um 00:05 Uhr (#)

    Ich finde den Aspekt mit der Zielgruppe sehr wichtig. Ich komme aus der Online-Marktforschung. Das ganze wird aus Kundensicht zum Teil schon als sehr Web2.0 wahrgenommen, die Firma ist vor ein paar Jahren als Startup angefangen etc.. Trotzdem, oder gerade deshalb muss ich im Kundenkontakt extrem auf Höflichkeitsfloskeln achten, und dazu gehört eben auch das Sie. Liegt natürlich an der Marktforschungsbranche, die eben oft sehr traditionell ist und wo man als neuer Zweig genug andere Widerstände ausräumen muss.

    Webkontakte (Blogger etc.) Duze ich allerdings systematisch, es sei denn diese machen *sehr deutlich*, dass sie gesiezt werden wollen. Ist mir persönlich auch näher. Ich finde Distanz kann man auch sehr gut über andere sprachliche Mittel schaffen, und beim Du ist der Wechsel zwischen Nähe und Distanz wie ich finde wesentlich einfacher.

    Im Englischen Siezen sich übrigens alle, die Duzen sich überhaupt nie. Das englische “Du” (Thou) haben die sich nur irgendwann ganz abgewöhnt, von daher müssten amerikanisierte Menschen eigentlich eher dauernd “Sie” sagen (genug Besserwisserei ;-))
    Die Strategie mit dem Vornamen als Absender finde ich übrigens ganz clever. Glatt mal ausprobieren.

  17. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. März 2008 um 15:53 Uhr (#)

    Schönes Feedback und ein paar interessante Anregungen. Danke für eure konstruktiven Kommentare.

  18. Holger
    schrieb am 24. März 2008 um 18:13 Uhr (#)

    Interessantes Thema!
    Ich bin bei Ebay ein paar Mal auf die Schnauze gefallen, weil ich in meinen “Gratuliere zur Ersteigerung..” – Mails eigentlich immer duze! Zurück kommt meistens eine Siez-Mail…
    Gut, Ebay ist nicht Web2.0!
    Im Geschäftsleben, ich arbeite in einer Behörde, ist das “Du” in den meisten Fällen undenkbar (ausser bei den engsten Kollegen).

    Im Netz halte ich es für das Normalste der Welt.

  19. Alex
    schrieb am 25. März 2008 um 14:05 Uhr (#)

    Hey,

    ich bin eigentlich immer beim Sie geblieben, da ich stark nach alten Geflogenheiten hänge. Nagut, bei Leuten bei denen ich mir recht sicher bin oder bei denen ich weiß, dass ich entweder höher gestellt bin oder die ich ein paarmal gesehen habe, bin ich oft per du. Ansonsten Sie!

    Gruß Alex

  20. Martin Weigert
    schrieb am 25. März 2008 um 15:50 Uhr (#)

    Gerade bekamen wir eine ernst gemeinte Mail, die folgendermaßen begann: “Ich bin begeisteter Leser Ihres Blogs und möchte Ihnen gerne mein Startup vorstellen, welches ganz frisch am 1. März online gegangen ist.”

    Begeistert genug, um diesen Artikel hier zu lesen, war er wohl nicht ;)

  21. Oliver Springer
    schrieb am 27. März 2008 um 00:02 Uhr (#)

    Sehr interessante Diskussion!

    @Philipp: Das ist ein prima Tipp, danke! Gegen einen gesiezten Einsteig habe ich nichts, das Problem ist, dass man es dann nicht mehr so schnell los wird. Und wer da den Anfang machen soll, ist auch schwierig.

    Wenn der Andere mit dem “Sie” angefangen hat, könnte das ja bedeuten, dass er gerade Wert darauf legt

    @Curi0us: Danke für die Besserwisserei! Das neu erhaltene Wissen werde ich bei nächster Gelegenheit selbst anwenden, wenn ich im Besserwissermodus bin. :-)

    @Alex: alte Gepflogenheiten? Nun, das würde für mich gerade bedeuten, konsequent beim “Du” zu bleiben, denn ich denke da an all die Jahre, die schon online war, bevor ich das erste Mal ein “Sie” in einer Mail gelesen habe.

    In meinen “alten” Zeiten als ich mit meinem ersten Modem am C64 zu Mailbox-Zeiten online war, hab ich niemals eine Mail mit einem “Sie” bekommen. Zum “Sie” greifen eher diejenigen, die noch nicht so lange online sind.

    Auch in den Anfangszeiten des WWW habe ich, soweit ich mich erinnern kann, keine Mails mit einem “Sie” bekommen.

    Ich wage zu behaupten, dass das erst angefangen hat, als auch normale Menschen begonnen haben, das Internet zu entdecken. ;-)

  22. Tobias
    schrieb am 1. April 2008 um 09:03 Uhr (#)

    Hallo, ja das ist eine spannende Diskussion ob “du” oder “sie”. ich denke, es kommt immer auf den kontext und den gegenüber an.

    viele “ältere semester”, die sich in der welt des web2.0 nicht zu hause fühlen, dennoch auf informationen aus blogs etc. angewiesen sind, könnte ein präventives “du” irritieren und in ihrem grundempfinden für höflichkeit verletzen.

    es kommt auch darauf an, ob ich einen blog schreibe, einen besuche oder angeschrieben werde.

    wenn ich schreibe, kann ich entscheiden: “du” oder “sie”, wem das nicht passt … der muss das nicht lesen (wir lassen den aspekt “kundenaquise etc. mal weg)

    wenn ich einen blog besuche, dann kann ich mich der gegebenen sozialform anpassen. wenn sich in einem blog alle duzen, werde ich bestimmt nicht mit “sie” kommen, und umgekehrt.

    allerdings: werde ich im “ikea du-stil” von fremden leuten angeschrieben, zu denen ich keine inhaltliche oder persönliche verbindung habe, dann kann mich auch ein präventives “du” stören.

    bin ich mir unsicher, versuche ich die persönliche anrede zu vermeiden. anstatt “du kannst” oder “sie können” schreibe ich dann “ich kann” oder “es ist möglich, dass”…

    soweit, viel spass noch beim diskutieren

    tobias

  23. R.K.S
    schrieb am 1. April 2008 um 14:04 Uhr (#)

    hm,

    das Du / Sie nutze ich je nach Umstand! Meinen (noch ganz frischen) sponsoring-blog für Newcomer Bands und Musiker schreibe ich aber generell per DU an die Leser.

    Analytics sagt mir, dass ich trotz mangelnder Kommentare auch Leser habe. Mailkontakte über den Blog beantworte ich aber in der Form, wie ich selber angesprochen werde. Nutze also je nach Anfrage das Du oder Sie.

    Auf Xing entscheide ich spontan bzw. je nach Empfänger meiner Nachricht. Dabei gehe ich etwa wie im wirklichem Leben vor. Mann / Frau / älter / jünger / Position – und natürlich spielt der Sympathiefaktor ne große Rolle.

    Witziger Weise bekomme ich von vielen Kontakten auf Xing recht schnell das Du angeboten.

    R.K.S

  24. Ryo
    schrieb am 1. April 2008 um 16:15 Uhr (#)

    Lustig wenn neue Web 2.0 Start-Ups in Deutschland mit förmlichen “Sie” um sich schmeissen, und dabei cool und “in” sein wollen. Kann den mal einer sagen dass wir bei 2454558.0 JD leben ?
    Das ist einfach zu köstlich.

  25. Curi0us
    schrieb am 1. April 2008 um 16:20 Uhr (#)

    @Ryo nur weil ich cool und in sein will heißt es ja nicht, dass ich automatisch an meiner zielgruppe vorbei rede.

    Immer eine Frage wie viel cool und in der Markt verträgt. Und wenn ich neben cool und in auch noch umsatz will, dann muss ich im Notfall eben da ein bisschen zurückhaltender sein und nicht den 55 jährigen Banker oder whoever aus Prinzip duzen, oder? :-)

  26. chris
    schrieb am 14. April 2008 um 19:15 Uhr (#)

    also ich muss ja sagen ich hasse das Siezen .. hier kann man sogar seine stimme gegen das siezen abgeben: http://www.gegen-sie.de .. wozu siezen?

  27. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 14. April 2008 um 20:01 Uhr (#)

    Schade dass die Aktion nicht ernstgemeint ist ;)

  28. bubble
    schrieb am 3. Juni 2008 um 17:55 Uhr (#)

    Das Wort “thou” bedeutet eben NICHT “Du”.
    Es kommt aus dem literarischen vergangener Zeiten und ist eine Höflichkeitsform.

    http://www.answers.com/topic/thou?cat=technology

  29. bubble
    schrieb am 3. Juni 2008 um 19:38 Uhr (#)

    edit:

    …bedeutet eben nicht nur “DU”

  30. Frau Helmer
    schrieb am 28. September 2008 um 10:41 Uhr (#)

    Woher nimmt mna(n) sich das Recht raus, alle zu duzen und das auch noch als unhöflich empfindet, wenn nicht zurück geduzt wird?!

    Ein “du” ist für mich, immer noch eine persönliche Anredeform und steht nicht jedem zu!
    Diese Entscheidung sollte nicht willkürlich aus der Laune heraus missachtet werden.

  31. Oliver Springer
    schrieb am 28. September 2008 um 11:39 Uhr (#)

    @Frau Helmer: Ob man das Sie oder das Du als unpassend empfindet hängt davon ab, was man für den Normalfall hält.

    Für diejenigen, die schon lange online sind, ist das ganz klar das Du.

    Mir ist natürlich nicht entgangen, dass auf zahlreichen Websites das Sie benutzt wird. Auf der Onlinepräsenz einer Behörde etwa empfinde ich das sogar auch als normal und passend.

    Die Blogosphäre ist jedoch ein Duz-Raum. Und ich bin dafür, dass das so bleibt.

  32. tourino
    schrieb am 23. März 2008 um 10:45 Uhr (#)

    Mitnichten, Herr Weigert, da in Ihrem Fall dank obigen Blogbeitrags keine Zweifel bestehen, würde ich Sie selbstverständlich duzen. ;-)

    Die Schlüsselworte meines ersten Postings sind „Erstkontakt“ und „Zweifelsfall“.

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