Spreewald.de und Blockspot.com

Auf einem “Kompetenzportal für Buch-PR” wird der angebliche Gewinner des Grimme Online Award Spezial 2006, Spreewald.de, besprochen. Manche Texte kann man sich einfach sparen.

Der Preisträger des »Grimme Online Award Spezial« im Jahr 2006 war die vielleicht dem einen oder anderen bekannte Website spreeblick.com, zurzeit auf Rang 3 der Deutschen Blogcharts. Das weiss auch Christina Bacher, die sich für die Website buch-pr.de, einem “Kompetenzportal für Buch-PR”, an einem Text über Weblogs versucht. Doch irgendwann im Text schweift ihr Blick ab, in den Wald.

Spreeblick / Spreewald
Bild: Screenshot buch-pr.de, rote Rechtecke: medienlese.com

Von dann an hält Frau Bacher aber gut durch und verlinkt am Ende des Texts tatsächlich auch noch die Website spreewald.de, gegen die nun wirklich gar nichts einzuwenden ist, hätte sie denn auch nur entfernt etwas mit Weblogs zu tun. Es handelt sich dabei um die Homepage des Tourismusverband Spreewald e. V. in Vetschau.

Am Schluss des Texts erklärt uns die Autorin:

Die Nutzung von Blogsoftware ist entweder kostenlos (z.B. bei twoday.net, blockspot.com oder wordpress.com), dann aber zumeist mit sehr vielen Vorgaben versehen (“uniformes Erscheinungsbild”) oder käuflich zu erwerben (z.B. movableType, wie es Hinternet benutzt) und entsprechend großzügig nach eigenen Bedürfnissen zu konfigurieren.

Blockspot.com? Da fragt sogar Google gleich zurück, ob da nicht vielleicht blogspot.com gemeint ist.

Sinnigerweise gibt Frau Bacher in einem Interview auf buch-pr.de gleich selber Auskunft, wie sie zum Schreiben steht:

Geschichten erzählen und später das Schreiben war für mich schon immer wichtig.

Gut so. Ich weiss auch gar nicht, wieso ich für einen Moment gedacht habe, es handle sich bei diesem Text um etwas, das mit Journalismus zu tun hat.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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9 Kommentare

  1. Martin Rath
    schrieb am 22. März 2008 um 19:28 Uhr (#)

    Womöglich hilft eine OP mit dem Medienlaser?
    Aber im Ernst: Wenn mich der Hafer sticht, schicke ich einen dezenten Korrekturhinweis an den Urheber von derlei Verhau. Reicht das nicht?

  2. D-Blocker
    schrieb am 23. März 2008 um 10:19 Uhr (#)

    Aber Martin! Echte Blocker sind Journalisten doch nicht behilflich, indem sie ihnen per PM Hinweise auf Tippfehler und Wechstabenverbuchslungen schicken. Echte Blocker pupsen mindestens in die Kommentare “Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was, ich bin viiiel besser als Sie!!”, schreiben aber noch viel lieber was Gehässiges an ihrer Blockbar – und lutschen dabei genüsslich an einer echten Spreeblick-Gurke (made in Ostberlin).

    I schiff down the river!

  3. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 23. März 2008 um 10:22 Uhr (#)

    @Martin Rath: Warum denn? Wer seine Texte öffentlich macht (und vielleicht sogar dafür bezahlt wird), darf mit öffentlicher Kritik rechnen.

  4. Torsten
    schrieb am 23. März 2008 um 16:34 Uhr (#)

    Ronnie: Stimmt: Wer seine Texte öffentlich macht (und vielleicht sogar dafür bezahlt wird), darf mit öffentlicher Kritik rechnen. Du hast diesen Blogeintrag online gestellt und wirst dafür kritisiert.

    Und ich finde: zu recht. Das Veröffentlichen dieses lässlichen Fehlers wirkt kleinlich.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 23. März 2008 um 16:47 Uhr (#)

    @Torsten: Ein lässlicher Fehler? Wenn mitten in einem Text das Subjekt abhandenkommt und sich in etwas anderes verwandelt? Das ist doch so, als würde in einem Interview mit, sagen wir, Jens Lehmann, plötzlich der Interviewer von Bayern München reden und ihn dann als Oli Kahn verabschieden.

    Seien wir doch ehrlich: So ein Text bringt niemandem was. Den Leser verwirrt er, die Autorin und die Website rückt er in ein zweifelhaftes Licht und den Portraitierten schadet er sogar. Wer den ersten Link anklickt und etwas über Blogs wissen möchte, der gerät auf eine Tourismusseite. Wenn nach so einem Artikel Blogs einen zweifelhaften Ruf haben, dann muss man sich nicht wundern.

    Wieso ist es denn Deiner Meinung nach ein lässlicher Fehler?

  6. Torsten
    schrieb am 23. März 2008 um 17:18 Uhr (#)

    Seien wir doch ehrlich: So ein Text bringt niemandem was.

    Das gilt für beide Texte.

  7. D-Blocker
    schrieb am 24. März 2008 um 11:42 Uhr (#)

    Wie gut, dass Blocker alle fehlerfrei sind.

    @Ronnie: Noch nie einen Namen verschrieben? Doch, und ausgebessert. Aber bei Blogs ist das cool, Fehler zuzugeben und zu flicken. Journalisten dürfen das dagegen nicht. Da muss man Fehler fotografieren, rot umranden und zur Schau stellen. Als nächstes kommt dann die Forderung, diese “unfähige Kraft zu feuern” und dazu zu schreiben “ich will den Job, ich kann das besser!”

    Ist jetzt nicht speziell als Kritik an Medienlese oder Dir gedacht, fällt mir nur allgemein immmer wieder auf. Guter Stil ist was anderes, zumal, wenn es hier irgendein unbedeutender Wasserträger ist und kein Spiegel-Chefredakteur oder sowas.

    In dem Fall hier ist es noch dazu irgendein PR-Textlein, für das die Dame wenns hoch kam 5 Euro bekam. Ok, ist ja lustig (lustiger finde ich die PR-Meldung über das “patentierte Scheissverfahren”), aber erwähnenswert? Ey, auf Amazon sind auch manche Texte fehlerhaft. Das hat nicht mal mit Journalismus zu tun. Da zerrste jetzt irgendeine arme Wurst ans Licht.

    Bitte gehaltvollere Meldungen oder aber die Rubrik “Panorama – witzige Fundstücke aus dem Web”. Aber dann nicht so moralinsauer.

  8. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 24. März 2008 um 12:02 Uhr (#)

    @D-Blocker:

    1. Du hast recht, sobald man mit Rotstift antritt, begibt man sich in die Rolle des besserwisserischen Oberlehrers, der peinlich genau oder einfach nur peinlich ist.

    2. Wir machen alle Fehler und auch von mir sind im Internet mit Bestimmtheit Texte zu finden, die ich lieber nicht oder anders geschrieben hätte.

    3. Ja, auf Amazon sind manche Texte auch fehlerhaft, aber es ist doch ein Unterschied, ob man privat eine Meinung äussert oder aber ob man das auf einem Portal macht, das zumindest den Eindruck schürt, es könnte sich dabei um Journalismus handeln. Ob so ein Text mit 5 oder 500 Euro vergütet wird, interessiert mich (als Leser) nicht.

    4. Ich bin der Meinung, dass wir, seit jeder ein Weblog eröffnen kann, alle gleich sind. Für mich gibt es keine unbedeutenden Wasserträger. Und auch wenn es sie geben sollte, sind sie für ihren Eimer verantwortlich.

    5. Ich halte meinen Eintrag nicht für moralinsauer, auch wenn Du da einen andere Meinung haben kannst natürlich. Ich will ganz einfach keine solchen Texte lesen. Willst du solche Texte lesen?

    6. Ist guter Stil, zu allem zu schweigen? Pikiert über Müll zu steigen, sich dann aber zu wundern, dass immer mehr davon rumliegt? (Nichts gegen Müll übrigens, kommt nur draufan, wie er angeschrieben ist, bzw. ob er sich als etwas anderes verkauft).

    7. Ob das alles erwähnenswert ist? Vermutlich nicht. Aber mir ist es ein Anliegen, die eingefahrenen Relevanz-Kriterien, die viele (Journalisten) hochhalten, zu hinterfragen.

    8. Warum dürfen Journalisten keine Fehler zugeben? Das sind doch keine Übermenschen.

  9. D-Blocker
    schrieb am 24. März 2008 um 14:39 Uhr (#)

    @Ronnie: Wie gesagt, ich richte mich mit der Kritik nicht speziell gegen Dich – es gibt da wahrlich andere. Der unsägliche heilige Alfons war z.B. mal witzig, nervt aber nur noch.

    Die meisten Deiner Mitstreiter würden eine Seite, die sich Buch-PR nennt, ohnehin nicht mal mit der Kneifzange anfassen und schon gar nicht journalistisch nennen.

    Warum Journalisten keine Fehler zugeben dürfen? Weil von ihnen erwartet wird, Übermenschen zu sein. Irrsinnige Arbeitszeiten, allwissend, feherfrei. Komischerweise nicht bei der Rechtschreibung, aber wehe, ein Name ist falsch geschrieben oder eine Sache zweimal gegengecheckt und trotzdem falsch…ich habe einen Freund, der war Journalist, der flog hochkant raus, nachdem ihn ein Leser richtiggehend gemobbt hat, der ihn nicht mochte, und dabei einige Dinge nachwies, die bei einem Blogger kein Schwein stören würden.

    Hier bei diesem Textlein wird sowas wohl kaum passieren, aber normal sind Journalisten unter einem ganz anderen Druck als wir Hobbyschreiber, da ist nix mehr mit Lustig.

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