Musik, Medien, Minuten

Wir haben wieder Videoformate im Netz gefunden, die wir Euch gerne vorstellen möchten.

Schatten

Schatten auf Berlin: Die dreckigen, unangenehmen Seiten der Großstadt zeigen 20 Studenten der Fachhochschule Salzburg in kurzen Videoclips. Der dreckige Gegenentwurf zur aktuellen Berlinkampagne in durchgestylten Bildern. Nicht immer ganz unverkrampft und nicht immer ganz klischeefrei – dafür sieht’s meist gut aus und ist mutig. Das Material ist unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und darf kopiert und verändert werden.

Neben kurzen, inszenierten Filmen gibt es längere Reportagen. Zum Beispiel über ein leerstehendes Parkhaus im Problemkiez, in dem lauter kleine Projekte existieren. Gärten, Grills und Nachbarschaftsfeste, ohne großartige Unterstützung der Stadt. Zitat aus dem Film: “Wer tut was für die Armen? Ich finde die Situation ziemlich schlimm für eine Großstadt, hallo?!”

Tipp: “Saufende Jugend”


2minuten_logo.png

Zwei Minuten: Bei Fluter, dem jungen Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, gibt es Video mit Anspruch. Über Frauen in der israelischen Armee, das Bildblog, Feminismus, die digitale Welt, Umweltschutz in Russland. Der in Berlin lebende Tal Sterngast hat kurze Gespräche zu diesen Themen auf konsumierbare Länge geschnitten. Eine nervöses Ticken erinnert an die ablaufenden zwei Minuten. Putzig, wenn doch der Protagonist gerade locker erzählt.

Tipp: Gustav Mechlenburg erzählt über das Magazin Kultur & Gespenster – leider nur zwei Minuten, dafür mit Wrestling-Maske auf.


Balcony

Balconytv Hamburg: Auf einem winzigen Balkon mitten auf der Reeperbahn treffen die Gastgeber Lars Kaufmann und Johanna Leuschen sogenannte Kreative. Meist sind es Musiker, Newcomer und alte Hasen, die ihre Instrumente auspacken und den Straßenlärm im Hintergrund zu übertönen versuchen. “Überraschend einfach und einfach überraschend” schreiben die Macher auf ihrer Seite –

Neben schmalzigen Solokünstlern mit Stahlsaitengittare kommen auch vielköpfige Bands wie Ed Almighty auf den Balkon und musizieren. Das weitgehend unverstärkte und nicht abgemischte Ergebnis kann sich hören und sehen lassen, krankt nur am datenarmen YouTube-Format.


TT

Tischthema.tv: Ein Tisch, ein Gast, zwei Gastgeber, Gespräche über Medien. Thomas Escher, Redakteur bei Burdas PR-Ableger Yukom, und Lucas von Gwinner, Markenberater bei Brandoffice, haben illustre Gäste aus der Glitzerwelt bei sich. Zuletzt Nikolaus Albrecht (Glamour, Vanity Fair) der über Magazine und lachende Models spricht. Über zwanzig Minuten lang darf sich das Gespräch entfalten – und dabei ist es schon geschnitten.

Tischthema

Die Gästeliste ist hervorragend, die Gespräche sind recht interessant (wenn auch nicht sonderlich kontrovers), die Atmosphäre wirkt entspannt – aber die leidige Videotechnik. Damit alle drei im Bild sind, steht die Kamera entsprechend weit weg (Bild). ProSieben-Geschäftsführer Andreas Bartl sitzt vor einem Fenster, durch das die Sonne scheint, sein Gesicht ist kaum zu erkennen. Hin und wieder zieht die Blende auf. Und wieder zu. Die beiden Gastgeber blicken ständig zu ihrem Gast – wir sehen deshalb nur ihre Hinterköpfe. Noch dazu haben sie ständig ihre Hände im Gesicht.

Warum nicht, wie beim Küchenradio, auf das ohnehin langweilige Bild verzichten? Reicht nicht ein Audiostream? Nicht ganz. Es wird geraucht. Das kommt im Video besser rüber.


Weitere Tipps gerne in die Kommentare – was gibt es noch für schicke Video-Formate, jenseits der bekannten Trash-Sammelbecken, fernab seelenloser Klick-Portale?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Mehr lesen

Berlins Startup-Prominenz: Selbstverwirklichung ist gut, Problemlösung ist besser

2.5.2012, 4 KommentareBerlins Startup-Prominenz:
Selbstverwirklichung ist gut, Problemlösung ist besser

Die Startup-Landschaft Berlins blüht wie nie. Doch ein Großteil der neuen, auch internationalen Aufmerksamkeit entfällt auf Dienste mit den Schwerpunkten Unterhaltung und Selbstverwirklichung. Ein prominenter Problemlöser mit Unterstützung der lokalen Multiplikatoren täte dem Standort gut.

Internetstandort Berlin: Bürgermeister Klaus Wowereit will nicht mit Startups sprechen

21.2.2012, 86 KommentareInternetstandort Berlin:
Bürgermeister Klaus Wowereit will nicht mit Startups sprechen

Berlins Internetbranche boomt. Grund genug, um mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit über das künftige Potenzial dieses Wirtschaftszweigs zu sprechen, fand 6Wunderkinder-CEO Christian Reber - und erhielt eine Absage.

Es gibt nicht nur SoundCloud, Wooga und Amen: 15 heiße Startups aus Berlin

25.1.2012, 1 KommentareEs gibt nicht nur SoundCloud, Wooga und Amen:
15 heiße Startups aus Berlin

Der Startup-Standort Berlin ist in aller Munde. Hier sind 15 junge, innovative Onlinefirmen und Dienste aus der Hauptstadt, von denen man noch einiges hören wird.

Onlinevideo- und TV-Markt: Eine Branche verändert sich

4.1.2012, 0 KommentareOnlinevideo- und TV-Markt:
Eine Branche verändert sich

In den kommenden zwölf Monaten wird sich im Onlinevideo-Segment viel bewegen. Etablierte wie neue Internet- und Technologiefirmen werden versuchen, sich ein Stück vom neu zu verteilenden TV-Kuchen zu sichern. Ein Blick in die Glaskugel.

Couchfunk: iPad-App für alle,  die ungern alleine fernsehen

18.10.2011, 8 KommentareCouchfunk:
iPad-App für alle, die ungern alleine fernsehen

Couchfunk ist eine Social-TV-App für das iPad, die Zuschauerkommentare zu Programmen sammelt. Die Anwendung des Startups aus Sachsen macht einen guten ersten Eindruck.

waydoo: Der Check-In für Unterhaltungsmedien

7.3.2011, 4 Kommentarewaydoo:
Der Check-In für Unterhaltungsmedien

Bei waydoo veröffentlichen Nutzer, welche Medieninhalte sie gerade konsumieren. Der Service aus Kulmbach lehnt sich konzeptionell an US-Dienste an, sieht aber besser aus und berücksichtigt das Fernsehprogramm aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

Tückische Fotolizenzen: Haltbar bis 26. August 2010

12.9.2008, 5 KommentareTückische Fotolizenzen:
Haltbar bis 26. August 2010

Vermeintlich kostenlose Pressefotos können teuer werden: Immer öfter ist die Nutzung nur auf eine bestimmte Zeit erlaubt. Für Online-Medien ein Problem.

25.8.2008, 26 KommentareMainstreaming media:
Wozu Herausgeber?

Chefredakteure und Herausgeber waren einst die Wächter über die Qualität des Printprodukts. Online übernehmen diesen Job aber die Leser - wozu also brauchts den "Editor" noch?

1.8.2008, 0 KommentareZusammenarbeit:
Flickr-Bilder bei Getty

\

9.5.2012, 0 Kommentare"Instagram für Video":
Wie Socialcam und Viddy dem Wachstum nachhelfen

Die zwei mobilen Video-Sharing-Apps Socialcam und Viddy wachsen explosionsartig. Doch die Art, wie Nutzer über Facebook akquiriert werden, stößt auf Kritik.

Hangouts On Air: Google+ setzt auf  die Kraft des Bewegtbilds

8.5.2012, 1 KommentareHangouts On Air:
Google+ setzt auf die Kraft des Bewegtbilds

Mit dem offiziellen Debüt von Hangouts On Air stößt Google in den Markt des Livestreamings von Bewegtbildern vor - und differenziert Google+ stärker von Facebook.

Kino1.to: Cleverer Name für eine  zeitgemäße TV-Videosuche

24.1.2012, 8 KommentareKino1.to:
Cleverer Name für eine zeitgemäße TV-Videosuche

Zwei Studenten aus Potsdam haben mit Kino1.to eine moderne Suchmaschine für legale, deutschsprachige TV-Inhalte entwickelt. Die Wahl des Namens ist schlau.

3 Kommentare

  1. Gabriel
    schrieb am 17. März 2008 um 11:22 Uhr (#)

    Als Berliner spricht mich das erste erste Video natürlich extrem an, allerdings ist es nicht nur der übermässige öffentliche Alkoholkonsum von diesen Randgruppen. Es ist so vieles, was allerdings nicht nur in Berlin auftreten wird.

  2. frerk
    schrieb am 17. März 2008 um 19:01 Uhr (#)

    das schmerberg video (schatten auf berlin / saufende jugend) ist hart. die flash umsetzung merkwürdig, aber die videos sind der hammer. danke.

  3. Tom
    schrieb am 17. März 2008 um 21:35 Uhr (#)

    Auch ick komm aus da Be-City, wie man wohl bald sagen wird. Sehr geil was ihr zu Berlin schreibt & irgendwie fehlt mir diese Meinung gerade jetzt etwas in der Stadt. Alle auf Kampagnen-Trip, alle Hip & Be. Super die beiden Filme, so real & nah am wahren, unpoliertem Berlin.

    Der dreckige Gegenentwurf zur aktuellen Berlinkampagne in durchgestylten Bildern.

    Nein, das ist Berlin! Schmuddelig, arm & sexy. Aber nicht be.
    Der 2.Film “Saufende Jugend” paßt genial zum gerade Freitag veröffentlichtem “Drogenreport 2007″. Eine Interpretation dessen auch hier: einseh- & lesbar.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.