Es gibt auch tolle Google Maps Mashups
Bisher habe ich mich nicht sonderlich positiv über Mashups geäußert, die auf Googles Kartendienst Google Maps basieren. Auf den ersten Blick lassen sich derartige Seiten häufig kaum voneinander unterscheiden, da stets die Karte das zentrale Element darstellt. Außerdem bedeutet die Möglichkeit, Google Maps integrieren zu können, nicht für jedes Konzept auch, dass dies sinnvoll ist. Als eine Ausnahme stellte ich im November WhatsYourPlace vor, einen hier im Blog heiß diskutierten Service zum Erwerb und Betrieb virtueller Grundstücke, dessen Ansatz mir persönlich recht gut gefällt. Heute erweitere ich die Liste sehenswerter Google Maps Mashups um zwei Anbieter: 360 Cities und swisstrains.ch. Während 360 Cities in die Kategorie “Zeitverschwendung im positiven Sinne” fällt, zeigt swisstrains.ch, wie Web-2.0-Technologie den Alltag von Menschen ganz praktisch bereichern kann und was in Zukunft von Mashups zu erwarten ist.
360 Cities bezeichnet sich als weltweit am schnellsten wachsendes “Virtual Reality network”, was eigentlich irreführend ist, denn die Seite bietet nichts anderes als interaktive Panoramafotos von 43 Städten und Orten weltweit – das macht sie aber hervorragend. Über die integrierte Karte von Google Maps oder die Menüleiste wählt man einen der verfügbaren Orte, an dem man jetzt gerne wäre. In einem neuen Fenster öffnet sich dann das erste Panoramabild. Mit der Maus kann man in diesem rein- und rauszoomen und sich 360 Grad um seine eigene Achse drehen. Über die zwei Dropdown-Listen links oben auf der Seite gelangt man zu sämtlichen verfügbaren Fotos des jeweiligen Ortes. Die Bilder haben eine ansehnliche Qualität und können bei Bedarf auch in geringerer Auflösung betrachtet werden. 360 Cities ist nicht revolutionär, macht aber viel Spaß und sorgt für ordentliches Fernweh.
swisstrains.ch gibt weniger exotische Einblicke, hat dafür aber einen hohen Innovationsfaktor. Der in der Alpha-Phase befindliche Service stellt auf einer Karte die Positionen aller Züge der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) dar. Als Datenbasis dient dabei deren Fahrplan. Die Seite merkt an, dass dieses Verfahren zwar in seiner Korrektheit nicht ganz an eine Ermittlung der tatsächlichen Position mittels GPS herankommt, aber da Schweizer Züge meist pünktlich sind, dennoch relativ verlässlich ist. Züge werden als runde, rote Punkte dargestellt, die sich langsam bewegen und beim Erreichen von Bahnhöfen längere Zeit anhalten. Wer möchte, kann mit der Funktion “Follow” einem einzelnen Zug auf seiner Fahrt durch die Alpen folgen. Die Betreiber planen, mit Hilfe der von SBB im Netz veröffentlichten Echtzeit-Verspätungsdaten in Kürze die tatsächlichen Standorte anzuzeigen.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

















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auch was Nettes:
http://radar.zhaw.ch/radar.html
Stimmt, auch sehr cool!
Ich habe an einem der verschmähten Google-Maps-Mashups mitentwickelt, nämlich http://www.bikemap.de, und frag mich gerade, ob sich die auch kaum von anderen unterscheidet..
Glaub ich nicht, welche Site steht noch für Radtourenvorschläge (und erfüllt das dann auch)? Ich glaube, da gibt’s schon noch eine ganze Reihe von Mashups, die eine echte Nische ausfüllen.
Helge, das glaube ich auch, und viele Google Maps Mashups haben sicher ihre Daseinsberechtigung. Als User/Blogger kann es nur etwas ermüdend sein, auf den Link zu einer neuen Seiten zu klicken und sofort (und zum xten Mal innerhalb eines Monats) von einer riesigen Google Maps angestrahlt zu werden. Das Risiko, das ich mich nicht weiter umschaue, ist dann recht groß.
Bikemap hebt sich übrigens trotz Map ab, sind schöne Farben und ein übersichtliches, professionelles Design. Zudem sehen Radler sofort, worum’s geht.
Danke, Martin, für die Klarstellung! :-)
Und ja, ich weiß was du meinst, Google-Maps sind ein bisschen die animierten Gifs von heute, jeder will sie draufhaben, auch wenn’s nicht immer Sinn ergibt.
Was ich bei bikemap cool finde sind die Höhenprofile. Hab mich schon immer gefragt wie ihr das macht. Über die Maps-Api kommt man doch glaube ich garnicht an Höheninfos?
Jedenfalls schön gemacht. Ich sitz jetzt bestimmt schon 5 Minuten da und fahre mit der Maus von Links nach rechts über das Profil :-)
Ich denke auch, dass sich durch Google Maps noch viele Möglichkeiten bieten, die heute noch nicht durch bestehende Angebote besetzt sind, zumal die API ja auch kontinuerilich weiter entwickelt. Auf WhatsYourPlace.de steht der virtuelle Besitz von Grundstücken im Mittelpunkt. Seit Deinem Artikel konnten wir das Angebot übrigens in vielen Punkten verbessern und dabei auch viele Verbesserungsvorschläge umsetzen, die wir aus der Diskussion unseres Portals “aufgeschnappt” haben oder die direkt an uns gerichtet wurden. Beispielsweise lässt sich der Grundbucheintrag nun als ausdruckbares PDF diskutieren.
Die Frage nach dem Sinn wird bei kostenpflichtigen virtuellen Gütern natürlich immer schnell gefragt, so auch bei der von Dir verlinkten Diskussion. Der mitschwingende Unterton impliziert hierbei meist, dass harte “Problemlöser-Güter”, etwa Softwareools die zu größerer Arbeitseffizienz verhelfen, ihr Geld wert wären, Produkte die vordergründig kein “Problem lösen” jedoch nicht. Diese Auffassung übersieht jedoch, dass ein Großteil der Konsumgüter (Bsp. Kinobesuch) primär Entertainment-Zwecke verfolgt. Entscheidend ist hier eben, ob ein Produkt Spaß und Unterhaltung stiftet, welches die Ausgaben wert sind, und nicht ob dieses physisch greifbar ist. Wer heute Geld für einen Kinobesuch oder ein Computerspiel ausgibt, muss sich selten mit dem Vorwurf auseinandersetzen, wofür er da Geld ausgabe sei “nicht real” und würde ihm im “echten Leben” doch nichts bringen. Bei virtuellen Gütern kommen diese Vorwürfe noch häufig, weil diese eben noch ungewohnt sind.
Für Gewerbekunden (Aussicht auf Klicks), Spekulanten (Aussicht auf Steigerung des Wiederverkaufspreises) und vor allem Geschenkekäufer (persönliches Geschenk mit Aha-Effekt) erfüllt WhatsYourPlace ja bereits heute einen “harten Nutzen”. Für die skizzierte Kernkundengruppe, darunter fallen beispielsweise Fans, die ein Grundstück als virtuelle Fankultstätte erwerben, geht es jedoch hauptsächlich um Spaß, Emotionen, und Kommunikation mit den anderen Usern.
hier auf diesem Post habe ich was von einer Werbekampagne einer Hotelkette mit Mashup gelesen. Kling auch interessant.
Stimmt, in dem Posting werden einige gute Mashup-Lösungen erwähnt, danke.
Also, was swisstrains.ch da hingelegt hat, ist schon beachtlich! Ich ziehe meinen Hut! Aber bei der ganzen Diskussion über mehr oder wenige sinnvolle Google Maps Mashups möchte ich gerne noch auf GPSies.com hinweisen und würde mich als Entwickler der Site freuen, wenn sie eurer Meinung nach auch in die eher sinnvollen, nützlichen und einfach-zu-bedienenden Kartenapplikationen aufgenommen werden würde.
Hi, hier noch ein nettes Maps-Mashup für Rezeptwiese.de (im Twittervision-Stil):
Viel Spaß, René
Hallo zusammen,
ich glaube ich habe hier auch noch ein nettes GoogleMaps-Mashup! maps4fun vereint diverse Sport- und Freizeitaktivitäten in einer Karte. Zu jeder Freizeiteinrichtungen kann man sich Details in einem Tab anzeigen lassen und somit auch mehrer Tabs gleichzeitig öffnen, um Einrichtungen miteinander zu vergleichen! Dieses Bedienkonzept ist bei Mashups wohl ziemlich einzigartig!
http://www.maps4fun.eu ist erst seit gestern online und wird natürlich noch kräftig weiter entwickelt, aber ein Blick lohnt auch jetzt schon ;)
Gruß Martin
Hallo Martin!
Stimmt, euer maps4fun ist echt nee coole Seite. Schön finde ich auch das Clustering auf höchstem Zoom-Level in der Google-Maps Karte gelöst! Auch die Performance beim Laden der Marker ist erstaunlich gut.
Gruß Steve