Wir linken Love

Ole Reißmann, 26. Februar 2008 19:49 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Das ist Service: Courtney Love rotzt ein Tagebuch ins Internet und Vanity Fair übersetzt es auf der eigenen Webseite ins Deutsche. Nur den Link haben sie vergessen…

Courtney Love
Courtney Love (Bild Keystone)

Courtney Love, die “raue Künstlerin” (Spiegel) schreibt Tagebuch auf MySpace – und die deutsche Vanity Fair übersetzt das dort Geschriebene und veröffentlicht es auf der Webseite als eigenen Artikel. Einfach eine Überschrift und einen knackigen Einstieg drüber geschrieben (“durchgeknallt”, “irre”, “Viel Spaß!”) und fertig ist der schicke Online-Content, der mit viel Wohlwollen noch als Zitat durchgehen könnte.

Was im Internet allgemein üblich ist, nämlich das Verlinken der Quelle, gilt anscheinend nicht für Vanity Fair. Der erwartungsfrohe Leser, der auf das gülden schimmernde “Courtney Love” im Text klickt und dahinter das Original-Blog erwartet, landet doch nur auf Loves Eintrag bei “Vanity Faces”.

Aber auch dort kein Link auf Loves Blog. Also liefern wir den nach, denn obwohl bei Vanity Fair vollmundig behauptet wird, es gebe nichts mehr hinzuzufügen, wird ein ganzer Absatz in der Übersetzung weggelassen:

soon come! but too many good songs are stillcoming and i cant help that, so its just wiorth the wait that way isnt it? We now have an entirely other set- Jesus what if this turns into a DOUBLE RECORD! isnt hat pretentoius? well i dont care if everything is up to snuf then i dont care. and youll be happy too. Brodie Dalle called me the other night all happy very…enhanced

Das mag ein Segen sein, sollte dann aber auch entsprechend gekennzeichnet werden. Zu nickelig?

Weil’s hier gerade eh schon nickelig zugeht, gleich noch etwas:

Der Blogwatch von VANITY FAIR ONLINE: Womit Stars das Internet vollschreiben, wenn sie nur dürfen

Man stelle sich das vor: Sie dürfen! Denn zu ihrem Glück brauchen die Stars keine Genehmigung, um das Internet vollzuschreiben, wohnen die meisten von ihnen doch nicht in Nord-Korea oder einem der diversen anderen repressiven Regime.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. Frank
    schrieb am 26. Februar 2008 um 23:37 Uhr (#)

    Könnte teuer werden für dieses Schmierblatt, wenn C. Love davon erfährt… wäre ich Jurist, ich würde mich sofort mit ihr in Verbindung setzen.

  2. Prospero
    schrieb am 27. Februar 2008 um 11:14 Uhr (#)

    Reiht sich ja irgendwie konsquent in die momentan laufende Welle von “Wir klauen Blogcontent für unsere eigenen hippen Projekte ein”.
    Dass es die Vanity Fair ist – meine Güte, seit Turi nichts gelernt?
    Ad Astra

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