Wir linken Love

Das ist Service: Courtney Love rotzt ein Tagebuch ins Internet und Vanity Fair übersetzt es auf der eigenen Webseite ins Deutsche. Nur den Link haben sie vergessen…

Courtney Love
Courtney Love (Bild Keystone)

Courtney Love, die “raue Künstlerin” (Spiegel) schreibt Tagebuch auf MySpace – und die deutsche Vanity Fair übersetzt das dort Geschriebene und veröffentlicht es auf der Webseite als eigenen Artikel. Einfach eine Überschrift und einen knackigen Einstieg drüber geschrieben (“durchgeknallt”, “irre”, “Viel Spaß!”) und fertig ist der schicke Online-Content, der mit viel Wohlwollen noch als Zitat durchgehen könnte.

Was im Internet allgemein üblich ist, nämlich das Verlinken der Quelle, gilt anscheinend nicht für Vanity Fair. Der erwartungsfrohe Leser, der auf das gülden schimmernde “Courtney Love” im Text klickt und dahinter das Original-Blog erwartet, landet doch nur auf Loves Eintrag bei “Vanity Faces”.

Aber auch dort kein Link auf Loves Blog. Also liefern wir den nach, denn obwohl bei Vanity Fair vollmundig behauptet wird, es gebe nichts mehr hinzuzufügen, wird ein ganzer Absatz in der Übersetzung weggelassen:

soon come! but too many good songs are stillcoming and i cant help that, so its just wiorth the wait that way isnt it? We now have an entirely other set- Jesus what if this turns into a DOUBLE RECORD! isnt hat pretentoius? well i dont care if everything is up to snuf then i dont care. and youll be happy too. Brodie Dalle called me the other night all happy very…enhanced

Das mag ein Segen sein, sollte dann aber auch entsprechend gekennzeichnet werden. Zu nickelig?

Weil’s hier gerade eh schon nickelig zugeht, gleich noch etwas:

Der Blogwatch von VANITY FAIR ONLINE: Womit Stars das Internet vollschreiben, wenn sie nur dürfen

Man stelle sich das vor: Sie dürfen! Denn zu ihrem Glück brauchen die Stars keine Genehmigung, um das Internet vollzuschreiben, wohnen die meisten von ihnen doch nicht in Nord-Korea oder einem der diversen anderen repressiven Regime.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Mehr lesen

\

20.1.2012, 7 Kommentare"Startups schaffen Arbeitsplätze":
Wie sich die Internetdebatte konstruktiv beeinflussen lässt

Startups und etablierte Internetfirmen schaffen viele Arbeitsplätze. Fände diese zentrale Botschaft in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stärker Gehör, verliefen das Digitale tangierende Diskussionen zum Urheberrecht und Datenschutz womöglich ganz anders.

Das Digital-Jahr 2011: Was mich erfreut und genervt hat

14.12.2011, 0 KommentareDas Digital-Jahr 2011:
Was mich erfreut und genervt hat

Das zu Ende gehende Internetjahr bot viele Anlässe zu Freude und Irritation. Folgende Entwicklungen und Aspekte bewegten mich 2011.

Das Digital-Jahr 2011: Ökosysteme, Startup-Boom  und Kim Schmitz

13.12.2011, 5 KommentareDas Digital-Jahr 2011:
Ökosysteme, Startup-Boom und Kim Schmitz

2011 ist in der digitalen Welt viel passiert, auch wenn die ganz großen Überraschungen ausblieben. Geprägt war das Jahr vor allem vom unaufhaltsamen Aufstieg der digitalen Ökosysteme.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

Linkwertig: MySpace, +1, reqorder, Telekom

1.7.2011, 2 KommentareLinkwertig:
MySpace, +1, reqorder, Telekom

MySpace wurde für 35 Millionen Dollar an Specific Media verkauft, High-Tech Gründerfonds investiert 500.000 Euro in reqorder und mehr.

Linkwertig: Google+, MySpace, Office 365, Google Takeout

29.6.2011, 1 KommentareLinkwertig:
Google+, MySpace, Office 365, Google Takeout

Google stellt Google+ und Google Takeout vor, Microsoft Office 365 ist offiziell gestartet und mehr.

Linkwertig: Delicious, MySpace, Nokia, Friendster

28.4.2011, 1 KommentareLinkwertig:
Delicious, MySpace, Nokia, Friendster

Chad Hurley und Steve Chen übernehmen Delicious, Nokia entlässt 7000 Mitarbeiter, Apple nimmt die Vorwürfe des Geodaten-Sammelns locker und mehr.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

Tückische Fotolizenzen: Haltbar bis 26. August 2010

12.9.2008, 5 KommentareTückische Fotolizenzen:
Haltbar bis 26. August 2010

Vermeintlich kostenlose Pressefotos können teuer werden: Immer öfter ist die Nutzung nur auf eine bestimmte Zeit erlaubt. Für Online-Medien ein Problem.

25.8.2008, 26 KommentareMainstreaming media:
Wozu Herausgeber?

Chefredakteure und Herausgeber waren einst die Wächter über die Qualität des Printprodukts. Online übernehmen diesen Job aber die Leser - wozu also brauchts den "Editor" noch?

1.8.2008, 0 KommentareZusammenarbeit:
Flickr-Bilder bei Getty

2 Kommentare

  1. Frank
    schrieb am 26. Februar 2008 um 23:37 Uhr (#)

    Könnte teuer werden für dieses Schmierblatt, wenn C. Love davon erfährt… wäre ich Jurist, ich würde mich sofort mit ihr in Verbindung setzen.

  2. Prospero
    schrieb am 27. Februar 2008 um 11:14 Uhr (#)

    Reiht sich ja irgendwie konsquent in die momentan laufende Welle von “Wir klauen Blogcontent für unsere eigenen hippen Projekte ein”.
    Dass es die Vanity Fair ist – meine Güte, seit Turi nichts gelernt?
    Ad Astra

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.