Xing-CEO:
“Vielen Social Networks steht 2008 ein schwieriges Jahr bevor”

Xing Logo Viel hat sich in den letzten Monaten beim Hamburger Business Network Xing getan. Drei europäische Netzwerke für Geschäftskontakte wurden akquiriert, ein Newsfeed gelauncht, eine Beteiligung an Googles OpenSocial-Initiative angekündigt und im Januar für nicht zahlende Mitglieder Werbung eingeführt. Was steht bei Xing für 2008 auf dem Programm? Unternehmensgründer und CEO Lars Hinrichs im Kurzinterview mit zweinull.cc.

Lars Hinrichs

Gründer und CEO
von Xing: Lars Hinrichs.

Was ist für dieses Jahr an technischen/funktionellen Neuerungen bei Xing geplant?
Wir haben auch in 2008 vor, jede Woche ein neues Release von XING zu launchen. Viele der größeren Funktionen wie Adressbuch, Mails und Events werden einen kompletten Neubau mit zahlreichen neuen Funktionen bekommen. Wir entwickeln generell in zwei große Dimensionen. Zum einen in weitere Tools und Features, die das automatisierte Entdecken von für mich interessanten Mitgliedern ermöglichen und zum anderen in Funktionen, die das Geschäftsleben der User durch die Nutzung von XING noch effizienter und produktiver machen.

Im Social-Networking-Bereich tut sich viel. Übernahmen, Internationalisierung, Projekte und Kooperationen zur Interoperabilität und Öffnung der Anbieter sowie Monetarisierung sind einige der Trends, die derzeit Social Networks weltweit umtreiben. Welche Chancen und Risiken sieht Xing im aktuellen Jahr?
Wir haben in den vergangenen elf Monaten bereits drei lokale Social Networks gekauft, sind im Bereich Business Networking klarer Marktführer in Europa und werden unseren Konsolidierungskurs weiter fortsetzen. Wir sehen in letzter Zeit auch viele interessante Technologien, die unsere Plattform und das, was sich unsere Mitglieder wünschen, optimal ergänzen könnten. Vielen Social Networks steht in 2008 ein schwieriges Jahr bevor: Die Schonzeit ist vorbei, Wachstum über alles zählt nicht mehr, es wird mehr und mehr gefordert, das soziale Kapital auch erfolgreich zu monetarisieren. Auf Werbung als alleinige Einnahmequelle zu setzen, hat sich bereits jetzt für viele als Fehlentscheidung herausgestellt.

Xing war Launchpartner von Googles OpenSocial-Initiative. Wie ist der aktuelle Stand und ab wann werden Xing-Nutzer davon profitieren können?
Wir haben bereits intern eine OpenSocial SandBox programmiert, um die Technologie zu entwickeln. Es ist aber noch zu früh, um geeignete Applikationen auch live sehen zu können. Daneben bauen wir weiter an unseren eigenen APIs sowie Partner-APIs, die bereits im Einsatz bei Partnern sind.

LinkedIn hat gerade eine Europa-Dependance eröffnet und möchte in Europa wachsen. Sieht sich Xing bedroht?
Ganz im Gegenteil. Genauso wenig, wie sie letztes Jahr wiederholt die große Deutschlandoffensive angekündigt haben und absolut nichts passiert ist. London ist nicht Europa und wir sind keine Datenbank von Lebensläufen. Bei uns geht es um die Möglichkeit effektiver Geschäft zu machen und mit seinen Kontakten aktiv in Verbindung zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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7 Kommentare

  1. Philipp
    schrieb am 14. Februar 2008 um 20:28 Uhr (#)

    Und Hinrichs Meinung nach hat Xing kein schweres Jahr vor sich? Warum wird dies dann nicht von den Investoren an der Börse entsprechend entlohnt?

    Xing wird ein schweres Jahr vor sich haben… Die Zukäufe zu integrieren und die Leute, die vorher “Free” gewöhnt waren nun auf “Premium” zu drillen. Und das Werbung nicht gut ist, das wurde ja vorzüglich am eigenen Unternehmen vorgeführt ;)

  2. Martin Weigert
    schrieb am 14. Februar 2008 um 21:37 Uhr (#)

    Ich würde zumindest behaupten, dass, solange man die etwas mehr als 300.000 zahlenden Mitglieder bei Stange halten und monatlich einige Tausend hinzugewinnen kann, Xing es leichter hat als andere Netzwerke, deren Geschäftsmodell ausschließlich auf Werbung basiert. UND: Im Gegensatz zu vielen anderen Social Networks dürfte eine mögliche Konjunkturabkühlung Xing weniger treffen als anderen Social Networks. Immerhin wird die Seite auch gerne zum Recruiting genutzt und damit sogar noch relevanter, wenn mehr Menschen auf Jobsuche sind.

  3. Philipp
    schrieb am 15. Februar 2008 um 00:06 Uhr (#)

    Xing ist ein börsennotiertes Unternehmen. Meinst Du wirklich, eine Konjunkturabkühlung trifft Xing bzw. die Bewertung am Markt nicht wesentlich schneller als jedes andere, nicht börsennotierte Unternehmen? Wie gesagt, das sehe ich etwas anders.

    Xing hat verdammt viel Arbeit vor sich mit der Integration der aufgekauften Netzwerke, der “Konvertierung” von ehemaligen Free-Usern der anderen Netzwerke zu Premium Usern, dem Kampf gegen LinkedIn, dem bald neuen Konkurrenten aus dem Hause Holtzbrinck (das besagte “After Uni VZ”), der Werbeakzeptanz, Facebook und und und.

    Ich bin begeisterter Xing Nutzer, zahle mein Premium sehr gerne, habe schon viele viele Dinge über Xing abgewickelt aber ich bin der Meinung, Xing wird 2008 ein extrem schweres Jahr haben, wahrscheinlich schwerer als die meisten anderen Netzwerke, aus den oben genannten Gründen. Und Xing trifft es als börsennotiertes Unternehmen viel viel schneller, wenn mal etwas nicht so läuft, wie geplant. Dann geht der Kurs zapzerap in den Keller. Und wie schnell das gehen kann, sah man Anfang August, als der Q2 Bericht von Xing nicht so ausgefallen ist, wie sich die Anleger erhofften.

  4. Philipp
    schrieb am 15. Februar 2008 um 00:18 Uhr (#)

    Nachtrag: Ich bin mir nicht sicher, ob es der Q2 Bericht war, der im August den Kurs zeitweise um ~38% senkte, find die Infos grade nicht. Ist aber auch nicht so super wichtig, ist ja nur ein Beispiel, wie schnell es geht (aber dann ja auch wieder aufwärts).

  5. Martin Weigert
    schrieb am 15. Februar 2008 um 09:55 Uhr (#)

    Interessant, wie Prognosen so sehr auseinander gehen können. Mal sehen, wie es kommt. Solange das Geschäftsmodell funktioniert, sehe ich persönlich in einem schwächeren Börsenkurs keine so grundlegende Gefahr. Dann wird es für Xing zwar schwieriger, frisches Kapital zu bekommen, aber sofern sich das Premiumgeschäft positiv entwickelt und man Gewinne erwirtschaftet, sollte das hantierbar sein. Wie auch immer es kommen wird – als ein gesundes Unternehmen, das als eines der wenigen aus der Web-2.0-Ära profitabel ist, würde ich die Zukunft für Xing nicht negativer einschätzen als für andere Anbieter.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 15. Februar 2008 um 12:41 Uhr (#)

    Passend zum Thema: http://faz-community.faz.…rdoppelt-umsatz.aspx

  7. DillonKellie22
    schrieb am 8. September 2010 um 10:56 Uhr (#)

    All people deserve good life time and credit loans or just credit loan will make it much better. Just because people’s freedom is based on money.

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