Personensuchmaschinen:
yasni gegen 123 people

Martin Weigert, 11. Februar 2008 20:21 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

yasni gegen 123 peopleDrei Monate ist Deutschlands erste Personensuchmaschine yasni nun offiziell online. Nicht zuletzt dank zahlreicher Medienberichte und einer Vorstellung in der ZDF-Sendung Frontal21 kann der Start der Seite als sehr gelungen bezeichnet werden. Nach eigenen Angaben erreichte man bereits die für ein deutschsprachiges Startup beeindruckende Zahl von einer Million verschiedenen Nutzern pro Monat. Bei vielen der Besucher handelt es sich wahrscheinlich “nur” um Neugierige, die von yasni gelesen oder gehört haben und sich nun selbst ein Bild machen wollen. Dennoch, bei dem ein oder anderen User wird der Service sicherlich in den Favoriten landen.

Im Rahmen einer ersten Bilanz gab das yasni-Team in der vergangenen Woche einige Daten zur Nutzung der Seite bekannt. Demnach werden derzeit über 50 verschiedene Internetplattformen nach personenbezogenen Daten durchsucht. Mehr als 50.000 registrierte Anwender lassen sich wöchentlich neue Suchergebnisse per E-Mail schicken oder haben ein eigenes Profil angelegt. Die am häufigsten gesuchten Personen sind Angela Merkel und Gina Wild alias Michaela Schaffrath, deren früherer “Künstlername” offensichtlich noch vielen im Gedächtnis ist. Laut yasni-Gründer Stefan Rühl wurden mittlerweile auch erste Umsätze erzielt – wobei mir nicht ganz klar ist, wodurch. Anzeigen sehe ich bei yasni keine. Derzeit sei man außerdem auf der Suche nach Kooperationspartnern.

Auf die exklusive Stellung als einzige Personensuchmaschine im deutschsprachigen Raum kann sich yasni mittlerweile nicht mehr verlassen. Während myON-IDs angekündigte Metamorphose vom Tool für Reputationsmanagement zu einer Suchmaschine für Personen bisher offensichtlich nicht stattfand, gibt es mit 123 people seit kurzem einen Konkurrenten aus Österreich. Vom Grundprinzip her ähnelt 123 people seinem deutschen Wettbewerber, listet bei den Suchergebnissen aber auch E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Videos, was definitiv sehr nützlich ist. Im Gegensatz zu yasni wird für jeden gefundenen User automatisch ein Profil angelegt. Wie bei der deutschen Konkurrenz kann man auf Wunsch ein eigenes Profil aus den zu einem passenden Suchresultaten erstellen.

Inwieweit sich die Qualität der Suchergebnisse beider Dienste unterscheidet, muss jeder selbst entscheiden. Zumindest bei der Anordnung und Übersichtlichkeit der Ergebnisseite kann 123 people gegenüber yasni punkten. Mein subjektiver Eindruck ist, dass es den Östereichern besser gelingt als yasni, schnell und auf einen Blick die relevanten Informationen zu einer Person zu vermitteln. Einen eher negativen Eindruck hinterlässt die Bewertungsfunktion von 123 people, die es registrierten Nutzern ermöglicht, Profile/Personen in Bezug auf Eigenschaften wie sexy, smart, rich, vip, funny und cool zu beurteilen. Für manch einen User mag dies lustig sein, der Seriosität und Business-Tauglichkeit des Dienstes schadet es jedoch.

Da User Generated Content, Social Networking und das damit verbundene Hinterlassen von “Spuren” im Netz auch in Zukunft aktuelle Themen bleiben werden und dadurch die Diskussion um die Verfügbarkeit und den Schutz persönlicher Daten im Netz weitergehen wird, bieten sich für beide Anbieter nicht zuletzt Dank idealem PR-Potential ordentliche Wachstumschancen. Wie das am Ende in finanzielle Gewinne umgemünzt werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Am optischem Erscheinungsbild und der Benutzerfreundlichkeit dürfen sowohl yasni als auch 123 people noch feilen. Keinem gelingt es im Moment, DEN professionellen, ernsthaften und seriösen Eindruck zu hinterlassen, den ein Angebot im Umfeld des sensiblen Themas Personendaten eigentlich erfordert. Hier schneidet myON-ID deutlich besser ab. Dummerweise hapert es dort auf funktioneller Seite: “kein passendes myON-ID Profil zu Petra Müller gefunden. Meinten Sie vielleicht Stefan Müller?

Update: Mario Grobholz von myON-ID hat mir eine Mail geschickt. Er weist darauf hin, dass Funktionen einer Personensuchmaschine bereits integriert sind. myON-ID wurde jedoch am vergangenen Freitag bei RTL erwähnt. Von dem Besucheransturm hat sich der Server bis heute noch nicht erholt. Rund 30 Sekunden, nachdem man eine Suche scheinbar ergebnislos beendet hat, erscheinen Suchresultate zur Person.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

» Mehr lesen: 123 people (2), Datenschutz (15), myON-ID (3), Suchmaschinen (20), yasni (4)

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. silvio jähnke

    schrieb am 11. Februar 2008 um 21:21 Uhr (#)

    super gemacht, mit der pr, respekt!

  2. Bruno

    schrieb am 17. Mai 2008 um 12:07 Uhr (#)

    Das Ergebnis von yourtraces.com zeigt beispielhaft, wie das Internet gezielt genutzt werden kann, um Informationen über Personen zu finden.

  3. accrazy

    schrieb am 29. Mai 2008 um 17:58 Uhr (#)

    Lustig, mich HATTEN die auch veröffentlicht und ich habe den Hansen-Oest und yasni mt ihren eigenen Waffen geschlagen, der Hansen-Oest beruft sich auf ein Gesetz was ihn erlaubt persönliche Daten frei zu geben, lustig ist das Hansen-Oest selbst mal Datenschützer war, ich wiederhole war. Yasni hat von mir eine Seite veröffentlicht mit meinen persönlichen Daten, ich habe mich natürlich geärgert und überlegt , was kann ich machen, ich war bei mein Anwalt und der konnte auch nichts machen. Nun es war ganz einfach, yasni und Hansen-Oest dazu zu bewegen meine Daten zu löschen, Hansen-Oest hat mir sogar mit einer Anzeige gedroht. ich habe einfach meine Daten auf der Seite , die yasni veröffentlicht hat, gelöscht und Hansen-Oest seine eingegeben , sogar mit Foto und habe ihn als homosexuell geoutet. Dann habe ich yasni angeschrieben und mich entschuldigt und gebeten mein Profil zu erneuern, da ich einige änderungen vorgenommen habe, das haben die auch gleich gemacht. Dann habe ich Hansen-Oest angeschrieben und mich entschuldigt und ihn gebeten mein Profil sich anzuschauen, was er wohl gemacht hat . Nach einer stunde war mein Profil bei yasni gelöscht, ich habe mich nur auf das Gesetz berufen, worauf sich yasni und Hansen-Oest auch drauf berufen hat. Leute ich empfehle euch diesen Weg, man schlägt sein Feind mit dessen Waffen.


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