Filmvorschau:
Quintett sucht Säge für Afghanistaneinsatz

Felix Disselhoff, 6. Februar 2008 14:20 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Hunger auf Popcorn? Falls nicht: Die Filme, die morgen in den Kinos anlaufen, machen auch ohne Spaß. Und könnten unterschiedlicher nicht sein. medienlese.com hat für Euch drei Streifen ausgesucht.

Politischer ?Ladykiller? trifft ?Pretty Woman?


Charlie Wilson

Politisches Kino, das Spaß macht (Bild: Universal)

Hollywood scheint unbelehrbar. Und das ist auch gut so. Obwohl politisches Kino (siehe ?Von Löwen und Lämmern?) floppte, schenkt uns Universal nun ?Der Krieg des Charlie Wilson?. Und hofft, dass Tom Hanks und Julia Roberts genug Starpotenzial bieten, um die wahre Geschichte aus den Achtzigern mit Neuzeit zu füllen.

Im Zentrum der Erzählung steht der amerikanische Kongressabgeordnete Charlie Wilson. Ein waschechter Weiberheld. Whirlpools, Koks und Nutten. Als nun die Sowjets Afghanistan angreifen und Charlie auf die engagierte Milliardärin Joanne Herring (Julia Roberts) trifft, ist der Stoff für eine Hollywoodverfilmung perfekt. Er steigert das Budget für geheime Aktionen von fünf Millionen auf fünfhundert.

Fazit: Der Kino-Tipp dieser Woche. Angenehm leicht erzählt, unterhaltsam und hochkarätig besetzt. Die Mischung für einen Polit-Film, der funktionieren sollte.

Jane Austen lebt

Dieser Eindrück drängt sich zumindest auf. In steter Regelmäßigkeit werden die Romane der englischen Schriftstellerin (1775-1817) verfilmt. Regisseurin Robin Swicord widmet sich dem Phänomen Austen aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Ihr Romantik-Drama ?Der Jane Austen Club? spielt im Kalifornien der Neuzeit. Die Figuren sind aber unzertrennbar mit der Epoche des frühen 19. Jahrhunderts verbunden. So entwickelt sich mit Hilfe eines sympathischen Ensembles ein netter, unscheinbarer Film.

Kernstück des Films ist die lockere Adaption der Austen-Figuren in die Gegenwart. Auf unterbewusste Art ähneln die Filmcharaktere denen ihrer Lieblingsbücher. Offensichtlich wird es, wenn die Protagonisten in einem literarischen Zirkel aus dem Werk der Schriftstellerin zitieren oder ganz konkret ausdrücken, wie sich die betreffende Romanfigur wohl in bestimmten Situation verhalten hätte.

Fazit: Je mehr der Zuschauer sich in den Werken Austens auskennt, desto besser. Nur so lässt sich der Zitatenschatz des Films erfassen. Das ist auch die Schwachstelle des Films. Denn das wird wohl kaum auf die gesamte Zuschauerschaft zutreffen.

Es kommt der Tag, da will die Säge sägen

Der neue Horrorstreifen ?Saw IV? zeigt auf wunderbare Art und Weise, dass Film nicht unbedingt Kunst, sondern vor allem auch ein Geschäft ist. Obwohl die beiden Fortsetzungen überwiegend vernichtende Kritiken geerntet haben und die Reihe längst zum bloßen Selbstzweck verkommen ist, rennt die Fangemeinde weiterhin unbeirrt in Scharen ins Kino. Noch bevor Darren Lynn Bousmans ?Saw 4? am Startwochenende knapp 32 Millionen Dollar an den Kinokassen eingespielt hat, wurden bereits Saw 5 und Saw 6 von offizieller Seite bestätigt. Was gibt es zu sehen: Todesfallen und Sadismus in Nahaufnahme. Ach ja, Spannung gibt es woanders. Mittlerweile wissen wir, wie`s funktioniert.

Fazit: Horror-Sequels hatten wir wahrlich genug. Also: Einfach absägen!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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6 Kommentare

  1. Mick
    schrieb am 6. Februar 2008 um 19:45 Uhr (#)

    Oje. Noch ein Blog mit halbgarem Filmkurzfutter. Davon gibts doch wirklich schon genug, und dann auch noch besser auf den spezialisierten Seiten. Bitte nicht noch mehr Gemischtwarenladen hier.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Felix Disselhoff
    schrieb am 6. Februar 2008 um 23:33 Uhr (#)

    Wenn ich für jeden, der heute diesen Spruch…Lassen wir das. Es geht nur um die Idee, den medienlese-Lesern einen kleinen Zusatzservice zu bieten. Natürlich würde ich gerne über Filmthemen schreiben. Allerdings würde das der Ausrichtung des Blogs nicht mehr entsprechen. Die Filmvorschau soll lediglich eine kleine Beigabe sein. Und nebenbei: Das halbgare Filmkurzfutter aus dem Gemischtwarenladen verbitt ich mir

  3. Mick
    schrieb am 7. Februar 2008 um 16:34 Uhr (#)

    Da sind wir uns ja einig, Felix :) :

    Das halbgare Filmkurzfutter aus dem Gemischtwarenladen verbitt ich mir

    Mein Worte. Meine Worte.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Felix Disselhoff
    schrieb am 7. Februar 2008 um 18:07 Uhr (#)

    Auch auf die Gefahr hin, nicht das letzte Wort zu haben. Wenn Du so etwas hier nicht lesen magst, respektier ich das. Trotzdem bringt mich konstruktive Kritik weiter. Und pseudokritische Seitenhiebe gehören da nicht zu. Wenn Dir ein Stück Kuchen nicht schmeckt, reicht es ja zu sagen, dass er nicht schmeckt. Oder zu sagen, wie man ihn besser machen kann. Jetzt hab ich Dir natürlich eine Spitzenvorlage für ein Kuchenwortspiel gegeben. Mir gehts nicht um negative Kritik, sondern wie sie geäußert wird.

  5. Martin Rath
    schrieb am 7. Februar 2008 um 19:02 Uhr (#)

    Die werten Vor-Schreiber: Ihr habt Sorgen.
    Ich bin heute bestimmt ein, zwei Mal auf medienlese geraten – und jedes Mal habe ich mich verlesen: Quintett sucht Särge für AfghanistanDas macht mir Sorgen.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Felix Disselhoff
    schrieb am 7. Februar 2008 um 22:15 Uhr (#)

    Das gibt dem Artikel ja einen ganz neuen Dreh ;-) Würde gerne wissen, was der gute Freud dazu sagen würde

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