lokalisten:
ab Dienstag mit Newsfeed und OpenSocial-Integration

lokalistenlokalisten gehört zu den eher ruhigen Social Networks in Deutschland. Trotz seiner Größe – der Dienst hat mehr als eine Million registrierte Mitglieder – sorgt das Münchner Freundesnetzwerk, an dem ProSiebenSat.1 beteiligt ist, selten für Schlagzeilen. Da erscheint es fast konsequent, dass man auch vor dem in fünf Tagen stattfindenden Relaunch (bisher) auf jeglichen Presserummel verzichtet. Allerdings wäre es angesichts der geplanten Änderungen gar nicht so unangemessen, im Vorfeld für ein wenig Aufmerksamkeit zu sorgen.

In der Nacht von Montag zu Dienstag nächster Woche wird lokalisten seine neue Version ins Netz stellen, die neben grafischen und kleineren funktionellen Verbesserungen personalisierbare Profile (die zumindest auf den Vorschaubildern an Facebook erinnern) und eine veränderte Navigation mit sich bringt. Viel entscheidender ist aber, dass für das neue lokalisten die Implementierung eines Newsfeeds sowie die Unterstützung von Googles OpenSocial-Initiative vorgesehen sind.

Im Mitgliederbereich der Plattform werden die einzelnen Elemente des Relaunchs bereits vorgestellt. Der Newsfeed, der auf der persönlichen Homeseite als Box mit der Bezeichnung “Neues von den Freunden” erscheint, wird lokalisten-Nutzern ab Dienstag über Veränderungen bei ihren Kontakten informieren. Angezeigt werden unter anderem Profiländerungen, Statusnachrichten, neue Freundschaften, Blogeinträge, Kommentare und angelegte Events. Details darüber, welche exakten Einstellungsmöglichkeiten Nutzer in Bezug auf den “activity feed” haben werden, verrät die Vorschau nicht. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass man beliebige Punkte des Feeds deaktivieren kann – also vermutlich auch den Punkt, der über neu hinzugefügte Anwendungen informiert.

Anwendungen? Genau, nach dem Relaunch werden Mitglieder Applikationen zu ihrem Profil hinzufügen können. Dies geschieht über Googles OpenSocial-Schnittstelle, die von dem Münchner Social Network mit dem Start der neuen Version unterstützt wird. Die Auswahl der Applikationen erfolgt über einen Katalog. Das lokalisten-Team wird neue Anwendungen vor der Aufnahme in diesen “auf Faktoren wie Sicherheit, Datenschutz usw.” prüfen. Nutzer werden auf der internen Vorschauseite zu OpenSocial ausdrücklich dazu aufgerufen, eigene Anwendungen zu entwickeln.

Lange haben sich Social Networks in Deutschland nicht von der Stelle bewegt und in einer Art Anti-Innovations-Kartell sichergestellt, dass die Ansprüche deutscher User an die technische und funktionelle Seite der Netzwerke nicht ein Ausmaß erreichen, das umfangreiche und mit Zeitaufwand und Kosten verbundene Entwicklereinsätze erfordert. Nun aber steht Facebook mit seiner zukunftsweisenden Plattform vor der Tür und die hiesigen Anbieter erkennen, dass spätestens jetzt Handeln angesagt ist. Insofern kann man konstatieren, dass Facebook die deutsche Social-Networking-Landschaft bereits verändert, bevor es überhaupt hier ist.

Siehe auch
studiVZ-CEO lässt im FAZ-Interview zahlreiche Katzen aus dem Sack
Der Newsfeed auf dem Weg zum Social-Network-Standard

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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13 Kommentare

  1. Marcus
    schrieb am 30. Januar 2008 um 18:49 Uhr (#)

    Find’ ich gut. Bei den Lokalisten war ich schon Mitglied, da wusste ich noch gar nicht, was ein Social Network ist. Vermutlich machen sie das am Faschingsdienstag, weil dann alle Münchner auf dem Marienplatz und Viktualienmarkt feiern und die Last nicht so groß sein sollte ;)

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 30. Januar 2008 um 22:00 Uhr (#)

    Hat lokalisten tatsächlich eine besonders starke Verbreitung im Münchner Raum?

  3. Marcus
    schrieb am 30. Januar 2008 um 22:04 Uhr (#)

    Also mir begegnet in München kaum noch jemand, der/die 16+ Jahre alt ist (ich selbst bin 30+x ;)) und nicht bei den Lokalisten ist. Hat wohl so Mitte/Ende 2005 eingesetzt.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 30. Januar 2008 um 22:10 Uhr (#)

    Interessant! Das erklärt die vergleichsweise hohen Mitgliederzahlen, die für mich als Berliner kaum zu glauben sind. Ich kenne wohl keine einzige Person, die lokalisten nutzt.

    1. OleS
      schrieb am 31. Januar 2008 um 11:07 Uhr (#)

      Die sind aus München gestartet und als sie dort dann so um die 100.000 Mitglieder hatten, hat sich dann SevenOne bei ihnen eingekauft. Sie waren also auch erst sehr stark regional und versuchen nun seit längerem nach ganz Deutschland zu “expandieren”.

      Ähnlich ist es doch eigentlich auch mit Kwick, oder? Die sind doch auch vor allem in Baden-Wüttenberg bekannt..

    2. Martin Weigert
      schrieb am 31. Januar 2008 um 12:26 Uhr (#)

      Stimmt, auch Kwick scheint hauptsächlich in Süddeutschland genutzt zu werden. Dennoch positionieren sich lokalisten und Kwick als landesweite, nicht als regionale Anbieter – anders als z.B. Gesichterparty.

  5. Philipp
    schrieb am 30. Januar 2008 um 22:40 Uhr (#)

    Kann ich bestätigen. In Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg etc. kennt fast keiner Lokalisten. Wenn Du aber nach München gehst… Die tauschen da keine Handynummern mehr! Bei denen heisst das “Adde mich bei Lokalisten” :D Kein Witz, ist mir insgesamt 3x passiert.

  6. Marcus
    schrieb am 30. Januar 2008 um 22:46 Uhr (#)

    Ich glaub, anfangs war München auch die einzige “Homebase” bei den Lokalisten. Als sie sich für andere Regionen und Städte öffneten, da waren dann schon andere Networks auf dem Markt.

  7. Matthias
    schrieb am 31. Januar 2008 um 09:20 Uhr (#)

    Mich würde interessieren, ob es noch weitere Social Networks gibt, die vor allem lokal so stark sind.
    Ich komme aus dem Saarland und studiere in Koblenz.
    Das Saarland war lange Jahre komplett von “Gesichterparty.de” eingenommen, das eine ähnliche Machtstellung wie anscheinend lokalisten in München hatte. Mittlerweile wird diese jedoch von “Wer-kennt-wen” bedrängt, die selbst wiederum nahezu ganz Rheinland-Pfalz eingenommen haben.
    Wie sieht’s denn im Norden und Osten aus?

  8. Georg Krüger
    schrieb am 31. Januar 2008 um 09:40 Uhr (#)

    also in Berlin habe ich auch schon von Lokalisten gehört.da scheint man laut einem freund sehr gut und einfach flirten können ;-) aber studiVZ ist wohl nich immer am verbreitetsten.

  9. Stefan
    schrieb am 31. Januar 2008 um 11:29 Uhr (#)

    Die regionalen Unterschiede im Bereich der Lokal-Netzwerke sind ganz ja eigentlich ganz natürlich, da diese ihre Anstrenungen anfangs meist auf eingeschränkte Testmärkte konzentrieren und dann deutschlandweit ihr Glück versuchen. Mittlerweile gibt es ja scheinbar einige Netzwerke, die in gewissen Regionen kaum mehr vom Thron zu stoßen sind.

    Trotzdem ist zu erwarten, dass sich langfristig ein Sieger aus diesem Kampf ergeben wird. Ich glaube man kann daher schon gespannt sein, wie der Kampf um die User-Gunst verlaufen wird, im speziellen natürlich in den Großstäden. Ich denke dabei schon an Schlagzeilen wie “Lokalisten gehen Kooperation mit Kwick ein” ;)

  10. big Chicken ^^
    schrieb am 15. Juli 2008 um 18:39 Uhr (#)

    ich finde Lokalisten total gut.
    ich bin selber mitglied. und ich finde es sehr gut. :)

  11. Aloar
    schrieb am 16. Dezember 2009 um 18:37 Uhr (#)

    Jeder von mir in der Klasse und paralelklasse hat lokalisten! Ich denke 90% meiner Schule hat Loka. Das ist ein muss!

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