Rob Leighton R.I.P. “Wir sind die Musik-Macher und Träumer…”

Wolf-Dieter Roth, 29. Januar 2008 09:30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Es gibt verschiedene Methoden, seine Träume und Gedanken wiederzugeben. Der eine malt, der andere schreibt ein Blog. Wieder andere machen Musik – oder legen Musik auf. Rob Leighton war einer von ihnen, ein Radio-DJ.

Rob Leighton
Rob Leighton im Studio des Radioschiffs Ross Revenge (Bild: Radio Caroline)

Man kennt heute eigentlich nur noch die dauerschwätzenden Dudelfunk-Moderatoren, die zwischen Verkehrsfunk, Wetter und Werbung fürchterlich “wichtige” Gewinnspiele und Umfragen veranstalten (“Das Benzin wird teurer, das Wetter schlechter und in der Kantine gibt es heute nur Fisch, wie finden Sie das?”). Die DJs, die sich ganze Abende den Hörern und der Musik widmen, mit ihrer Zusammenstellung Geschichten erzählen und einem alte und neue Musik nahebringen, die sind selten geworden, die kennt man nur noch aus Spielfilmen.

In England gibt es sie aber noch. Sie begannen ihre Laufbahn meist auf Piratensendern auf Schiffen, John Peels “Perfumed Garden” war eine berühmte Sendung und begründete seine jahrelange Karriere als Entdecker unbekannter Musik.

Auch Rob Leighton gehörte zu dieser Sorte musikalischer Geschichtenerzähler und wie John Peel nahm er seine Sendungen oft in seinem Landhaus auf. Rob war aber außerdem auch ein begabter Techniker und Funkamateur und strahlte daher manche seiner Sendungen sogar selbst auf Kurzwelle aus. Seine Sendung hieß “Imagination”, lief die letzten Jahre auf Radio Caroline und ihr Motto lautete:

“We are the music-makers and we are the dreamers of dreams”

Leider litt Rob seit Jahren sehr extrem an Morbus Crohn. Er sprach selten davon, doch tatsächlich kamen in manchen seiner Sendungen nur deshalb Songs über Drogen vor, weil er selbst ständig starke Schmerzmittel nehmen mußte und die Sendungen oft nur in den Momenten zwischen zu großer Betäubung und zu großen Schmerzen aufnehmen konnte.

Er selbst kannte das Risiko seiner Erkrankung, beendete die Sendung auch immer mit den Zeilen

What’s the use of worrying
If we’ll be here tomorrow
All we need to be is here today

aus dem Allan-Parsons-Song “Free Fall“. Rob hatte aber trotzdem noch große Pläne, wollte in Irland wieder einen Kurzwellensender aufbauen und hatte dazu mit mir bereits erste Technik-Empfangstests angesetzt.

Leider kam es nicht mehr dazu und es war es mir auch nicht mehr möglich, Rob persönlich kennenzulernen. In den Morgenstunden des 17. Januars erlag Rob für seine zahlreichen Zuhörer unerwartet der Krankheit. Es wird von ihm keine neuen Sendungen mehr geben. Viele der bisherigen Sendungen wurden jedoch von unzähligen seiner Hörer gesammelt und archiviert. Trotz teils eingeschränkter Tonqualität sehr hörenswert!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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