Schwarzseher sehen noch schwärzer
Murdoch macht’s möglich: Mit einer neuen Verschlüsselung könnte der Abo-Sender Premiere die Hälfte seiner Zuschauer abschießen – jene Hälfte, die das Programm illegal empfängt und dafür nicht bezahlt.

Rupert Murdochs jüngste Beteiligung am Premiere-Konzern scheint schon erste digitale Wellen zu schlagen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus plant Premiere eine komplette Umstellung seines Verschlüsselungssystems. Die war und ist auch bitter nötig, da das derzeitige System “Nagravision” schon nach einem Monat wieder geknackt war. Damals sahen über eine Million Schwarzseher mit billigen Chipkarten und einer Software kostenlos alle Programme.
Man geht davon aus, dass jeder zweite Premierenutzer schwarz sieht. Das neue System VideoGuard wird bereits erfolgreich von British Sky Broadcasting (Unternehmensleitung: Rupert Murdoch) eingesetzt, die Crackerszene ist auch nach über einem Jahr keinen Schritt weiter.
Die Kabelnetzbetreiber ziehen bereits nach. Der Kabelbetreiber BW stellt in der Nacht von Montag auf Dienstag auf das neue System um. Premiere wird aller Voraussicht nach die bisher eingesetzten Smart-Cards kostenlos austauschen. Die meisten Digital-Receiver sollen per Software-Update VideoGuard-fähig gemacht werden können.
Ein Großteil der rund vier Millionen Premierekunden verwendet aber noch die bekannten D-Box-Receiver. Dbox1- oder Dbox2-Nutzer werden dann aller Voraussicht nach – ob legal oder als “Schwarzseher” – Premiere nicht mehr empfangen können. Ob Murdoch und seine News Corporation sich den teuren Spaß erlauben, wird sich in einigen Wochen zeigen.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.


















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Warum sollte ein gesunder Mensch, der seine fünf Sinne beisammen hat, zusätzlich zu all den anderen TV-Zappelbildchen auch noch Premiere schauen wollen? Ob nun weiß oder schwarz. Das Leben ist so kurz …
…das Leben ist so kurz, da werden die Schwarzseher, die jetzt nicht mehr schwarz sehen können, nicht zu Bezahl-Sehern. Irgendwie geht Kundengewinnung anders. Was ist eigentlich mit den Preisen für Werbezeit, wenn Reichweite für rd. 1. Mio Zuschauer wegfällt?
Seit wann gibts bei Premiere Werbung?
Ich frage mich nur, ob sich die Kunden mit einer veralteten Box das auch gefallen lassen werden. Wäre es da nicht günstiger keine Umstellung vorzunehmen…
@MULNÄ BUTA: Vermutlich, seit ich keinen Fernseher mehr habe, also 15 Jahre? Sorry!
Die zahlenden Kunden lassen sich allerhand gefallen, auch wenn TV-Ignoranten wie ich das nicht kapieren. Braucht der neue Schlüssel überhaupt eine neue Box?
@Teja: Natürlich braucht die neue Verschlüsselungsmethode einen Empfänger, der das Signal wieder entschlüsselt. Zur Zeit sendet Premiere ständig sinnlose Schlüssel, die die Schwarzseher zur Verzweiflung treiben sollen. Da diese Schlüssel dann aber nach einigen Minuten aus dem Internet runtergeladen werden können, ist das keine Lösung auf Dauer. Daher kommt Premiere die neue Methode gerade recht.
@ Felix von einem IT-Trottel: Klar, einen Decoder brauchts. Verschlüsselung auch. Was mir noch nicht klar ist, wird für Methodenwechsel ein neuer/anderer Decoder benötigt? Dann wären die Besitzer der alten Decoder nämlich angeschmiert.
@ Teja: Genau darum geht es. Nicht alle Premierekunden besitzen noch die bewährte D-Box, sondern neuere Modelle, die keine Probleme mit der neuen Decodierung hätten. Besitzer der älteren D-Boxen, die Premiere damals zu Millionen verschickt hat, können ihren Kasten zum Sondermüll tragen. Die Frage ist, ob Rupert auf die Abhängigkeit der Premierekunden spekuliert, die ein Entgelt für eine neue Box zahlen oder in Vorzahlung geht, um die restlichen Haushalte mit neuen Boxen auszustatten. Abgesehen davon, sind die alten Boxen auch nicht HD-fähig, was ein weiteres Problem für Premieres hochauflösende Zukunft ist.
Naja, das sind die alten Fernseher auch nicht.
Aber mit dem momentan ständigen Schlüsselsenden schauen auch zahlende Kunden ständig minutenweise schwarz. Und ärgern sich dann auch irgendwann so.
Premiere dementiert übrigens, das verfahren umstellen zu wollen. Zumindest so schnell nicht.
Und ich hatte die Überschrift doch glatt politisch aufgefaßt…wenn Murdoch kommt…
Irgendwie genial: um die Hälfte der Zuseher abzuschießen,weil die nicht zahlen, schießt man erst einmal die Hälfte der zahlenden ab. Marktbereinigung unter Schlüsselkindern.
ich habe gehört das ess eine deckoder gibt der aus der schweitz sei oder sowas kann mir jemand da weiter helfen es soll dan trotzdemm weiter geschaut werdenn können gruss
alles scheisse
Bis Ende September stellt Premiere einen Großteil der Geräte auf das Verschlüsselungssystem „Videoguard“ um. Entwickler der neuen Software ist NDS, eine Tochter des Premiere-Anteilseigners News Corp. Im vergangenen Jahr hatte Premiere sein Minus in der Jahresbilanz mit dem Sicherheitsproblem begründet.
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