Vermutungen.ueber.das.Platzen.der.Bubble.sind.gerade.in
gerade.in ist ein relativ neues Webprojekt aus Österreich, auf das ich heute per Mail hingewiesen wurde. Hinter der Seite stecken zwei Entwickler aus der Nähe von Wien, deren Intention es nicht ist, mit gerade.in finanziellen Erfolg zu haben, sondern einen Dienst auf die Beine zu stellen, der gerne und häufig genutzt wird. Somit kann ich mich in diesem Artikel ganz auf konzeptionelle Aspekte beschränken, ohne Möglichkeiten der Monetarisierung näher betrachten zu müssen. Das ist auch gut so, denn aktuell bietet gerade.in noch nichts, mit dem sich Geld verdienen lassen würde. Trotzdem ist mir das Projekt einen Bericht wert, da einige Details wirklich clever sind und gerade.in mit nur einer einzigen Erweiterung zu einem runden Service werden könnte. Doch bevor ich zum Positiven komme, zuerst eine Zusammenfassung, was gerade.in ist.
Zentrales Element von gerade.in ist im Prinzip die Adresse der Seite. Es geht darum, abzustimmen, ob etwas gerade “in” oder “out” ist. Genauer gesagt sollen das die User, also die Community machen. Erstellt werden kann eine Mini-Umfrage ohne Registrierung, um abstimmen zu können, muss man allerdings Mitglied sein. Die Ergebnisse werden in einer Sieben-Tage-Übersicht angezeigt. Die zur Abstimmung gestellte Tätigkeit, Meinung oder Sache erhält zudem einen In- bzw. Out-Faktor, abhängig von den Bewertungen. Mit Hilfe der Suchefunktion lassen sich bereits eingetragene Umfragen aufspüren, in den Top 5 und Flop 5 finden sich die am häufigsten mit “in” bzw. “out” bewerteten Aussagen. Eine externe Verwendung der Mini-Umfragen ist nicht möglich. Soweit, so unspektakulär.
Nun aber zu den Gründen, warum sich ein Besuch bei gerade.in dennoch lohnt. Die Seite kommt sehr aufgeräumt daher, macht auf mich einen optisch ansprechenden Eindruck und ist intuitiv zu bedienen. Außerdem bietet der Dienst den simpelsten und nutzerfreundlichsten Registrierungsprozess, der mir jemals begegnet ist (wer sich registriert, erhält Statistiken über eingestellte und bewertete Aussagen und kann Favoriten speichern): Sowohl für die Registrierung als auch für die Anmeldung erscheint die selbe Oberfläche, ausgestattet mit drei Feldern für Benutzername, Kennwort und E-Mail-Adresse. Wer schon einen Account besitzt, lässt die E-Mail weg, und wer sich registrieren möchte, trägt den gewünschten Benutzername und ein Passwort sowie seine E-Mail-Adresse ein – viele datenhungrige Web-2.0-Dienste können sich hier eine große Scheibe abschneiden. Die beiden Macher von gerade.in geben eine Lektion darin, was es heißt, die Barriere für eine Registrierung niedrig zu halten.

Eine andere Spielerei, die das Projekt von der Masse abhebt, ist die Art, wie die Mini-Umfragen erstellt werden. Dies geschieht nämlich durch die Eingabe der gewünschten Aussage in die Adressleiste des Browsers, mit Punkten getrennt. Beispiel: vermutungen.ueber.das.platzen.der.bubble.sind.gerade.in – Voilà! Es gibt zahlreiche Services, die das Erstellen einer Umfrage ermöglichen, aber so schnell und einfach geht es bei keinem.
Damit kommen wir zum Potential von gerade.in. In der jetzigen Ausbaustufe ist die Seite nichts weiter als ein kurzer Spaß, bevor die User weiterziehen. Da helfen auch der vorbildliche Registrierungsprozess und die smarte Umwandlung beliebiger URLs in Aussagen nichts. Das Zauberwort heißt daher Widget. Wenn ich zu einem Blog-Beitrag auf zweinull.cc eine Mini-Umfrage von gerade.in integrieren könnte, würde ich es im Bedarfsfall sofort nutzen, da mich die Erstellung des Widgets nicht mehr als 30 Sekunden kosten würde (im Gegensatz zu allen anderen Umfrage-Anbietern). Die Simplicity von gerade.in in Kombination mit der einzigartigen Methode, wie Aussagen erstellt werden, sowie einem optisch netten Widget würde sicher auch andere Blogger und Websitebetreiber überzeugen. Vielleicht kann ich mit diesem Artikel ja positiven Einfluss auf die Entwickler nehmen. Derzeit bei den Zwei auf der Agenda: Kommentarmöglichkeit und Statistiken nach Tag, Woche und Jahr.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.












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Sehr schönes Fundstück! Danke dafür!
http://zweinull.dot.cc.ist.gerade.in/
Gern, danke ebenfalls ;)
Hallo Martin,
danke für das Posting. Es freut uns sehr, dass du so ausführlich über unsere Seite gepostet hast. Die Einfachheit des Web2.0 lob ich mir ;)
Dein Artikel zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Von vielen Seiten hören wir, dass wir mit unserer Spaßseite richtig liegen. Das gibt Mut und entschädigt für die ein oder andere zu kurze Nacht, in der wir Verbesserungen, für euch und für uns selbst, eingebaut haben.
Leider ist ein Punkt jedoch nicht 100%ig richtig rübergekommen: Erst, wenn du das erste Mal für eine Aussage abgestimmt hast, findet diese den Weg in die Liste der Aussagen. Dh. man muss zumindest einmal die Seite besucht haben. Das Posten der Adresse reicht zwar aus, um diese im Internet zu verlinken, im Falle der Aussage “zweinull.dot.cc.ist.gerade.in” ist jedoch mein Kollege der “Ersteller”, nicht jedoch Buzz, weil dieser als erster dafür gevotet hat. ;)
Die Gegenverlinkung erfolgt in den nächsten Stunden/Tagen, sobald wir die Widgets fertig haben, erfahrt es zweinull.cc als erstes. Lg nach Deutschland.
Fein! :)
Macht ja einen sympathischen Eindruck. Sowohl die Seite als auch die Entwickler. ;)
Kleiner Kritikpunkt: Diesen Scriptaculous-Fade-Effekt beim Laden einer neuen Seite würde ich vielleicht einfach weglassen. Ich finde ihn irgendwie überflüssig und beim herumklicken doch nervig.
Martin: In dem Artikel schreibst du doch man könne ohne sich zu registrieren voten. Aber wenn ich voten will werde ich gleich zur Registrierung/zum Login weitergeleitet?!
lg
Keine Ahnung, wieso ich erst den Eindruck bekam, das Abstimmen würde auch ohne Registrierung funktionieren. Habe es im Text angepasst.
Damit erhält auch das Widget-Vorhaben eine zusätzliche Komplexität, denn ein Widget mit Abstimmungsmöglichkeit kann natürlich nur ohne Registrierungszwang funktionieren.
wir sind schon am überlegen .. und haben vermutlich schon eine lösung dafür ;) denken.ist.gerade.in
schöner Bericht, Martin :) es ist in der Tat interessant zu sehen, was das Internet fast täglich hervorbringt und es ist so, wie Du schreibst: es gibt einige positive und einige – momentan noch – nicht so positive Aspekte bei gerade.in – Der Punkt ist doch, dass man weder viel Kapital noch Manpower in ein Projekt stecken muss, und dennoch entsteht etwas, was für sich allein betrachtet vielleicht nur eine Spielerei ist, aber schon bald vielleicht Teil einer “grossen” Geschichte sein könnte. Demzufolge bin ich jetzt auch schon gespannt auf die nagelneuen 2.0-Umfrage-Widgets ;)
Nette Seite, hatte einen ähnlichen Plan vor einem halben Jahr, allerdings mir einer weitaus schlechteren Domain. Ist leider wegen Zeitmangels ins Wasser gefallen. Erinnert mich an muss.weq.de, das allerdings schon länger tot ist. Viel Erfolg mit der Seite!
“Außerdem bietet der Dienst den simpelsten und nutzerfreundlichsten Registrierungsprozess, der mir jemals begegnet ist”
Ich bin total begeistert das ich durch die Eingabe von Benutzername und Passwort direkt registriert bin :) Hammer! http://www.IHR.seid.gerade.in !!