DRM-freie Musik bei Sony BMG:
Neuer Dummheitsrekord in der Musikbranche
Man würde es eigentlich kaum für möglich halten, aber Sony BMG scheint tatsächlich heute wieder mal einen neuen Rekord für gehirntote Geschäftskonzepte in der Musikbranche aufgestellt zu haben. Neulich liess das Musiklabel verlautbaren, dass zukünftig endlich auch DRM-freie Musik angeboten werden soll, wie das u.a. Konkurrent EMI schon seit einiger Zeit macht. Heute nun wurden die Details des Plans bekanntgegeben, und einmal mehr fragt man sich, ob die Entscheidungsträger bei Musiklabels eigentlich grundsätzlich den Einsatz ihres Gehirns ablehnen.
Die Konsumenten werden nämlich die DRM-freie Musik nicht einfach so herunterladen können. Nein, vielmehr müssen sich die Musikfreunde in einen physischen Musikladen begeben und dort einen “Platinum Musicpass” zum Album ihrer Wahl erwerben (Einzelsongs gibt es nicht), und zwar etwa für den Preis einer CD ($12.
99 in den USA). Diesen Code gibt man zu Hause am Computer auf der Website musicpass.com dann ein und schon kann man sich die Songs herunterladen, ganz bequem, mit nur wenigen Stunden Verzögerung. Und zum Start nächste Woche wird bereits eine sensationelle Auswahl von 37 Alben zur Verfügung stehen!
Auch schön die Begründung eines der Verantwortlichen:
“We believe people want a physical product as part of their music purchase, and these cards speak directly to that desire — they have great graphics and a quality look and feel that will make them highly collectible.”
Ich bin beinahe sprachlos vor Bewunderung für so viel Marketingbrillianz und Kundennähe!
Zum Vergleich: Bei Apples iTunes kann man sich auf dem iPhone und iPod Touch jetzt spontan per WLAN-Connection sofort jeden Einzelsong aus einem riesigen Katalog herunterladen (wenn auch grösstenteils mit DRM). Dafür kriegt man aber natürlich nicht wie bei Sony BMG eine hochwertige, völlig funktionslose Plastikkarte, die man so prima sammeln kann. Ich frage mich, was die Konsumenten wohl besser finden werden?










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hahaha, es ist ein Wunder wie diese Industrie so lang überleben konnte.
Ach was sag ich, es ist ein Wunder, dass diese Leute frühs ihre Schnürsenkel ohne fremde Hilfe zubinden können.
“Und zum Start nächste Woche wird bereits eine sensationelle Auswahl von 37 Alben zur Verfügung stehen!”
An dieser Stelle habe ich richtig herzhaft und laut gelacht.
Um Himmels Willen.
Ich hab extra zweimal nachgeschaut: Es ist noch nicht 1. April. Die scheinen das tatsächlich ernst zu meinen.
Man man man, die haben ihr Hirn irgendwo Zuhause versteckt und finden es wahrscheinlich selber nicht mehr.
Ich frag mich wann die Musikindustrie endlich begreift, wie sie mit ihren Kunden umzugehen hat? Das ist doch eigentlich gar nicht sooo schwer, oder etwa doch?
Wie heißt es so schön “Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt” – selten so gelacht…
“Ach was sag ich, es ist ein Wunder, dass diese Leute frühs ihre Schnürsenkel ohne fremde Hilfe zubinden können.” >> diesen leute haben jemanden, der ihnen die Schnürsenkel bindet. Die haben aber auch jemanden, der ihnen so einen Blödsinn vorkaut.
Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!
Mir fehlt jetzt noch, dass die Dateien nur als MP3s in mono mit einer Bitrate von 96 kbps zur Verfügung gestellt werden. Mit einer Begründung wie “Wir folgen damit den Wünschen unserer Kunden, die mit diesem platzsparenden Format mehr Musik
kaufenspeichern können”.Ich dachte in der freien Marktwirtschaft würde Geld nicht so einfach Geld aus dem Fenster geschmissen werden. Ich geh dann mal runter zum Kiosk, um mein Internet für die nächste Stunde zu bezahlen…
@Marko
Der war gut! LOL
wow, na vielleicht sammeln meine kleinen Brüder ja dann in Zukunft MP3- statt Pokemon-karten^^.
Das ist doch eine unglaublich gute Idee, vorallem weil man sich dann auch gleich das ALbum kaufen kann, wahrsheinlich geht dann das Digitalisieren der Audio-CD auch noch schneller als der Login- und Downloadvorgang^^.
Da lobe ich mir doch die elektronische Indie-Musikszene und damit Beatport und all die anderen DJ-Downloadseiten. Die Meinlabels sind eh sch**** Abzocker.
Nur das sie jetzt auch noch so bescheuert sind, dass hätte ich nciht gedacht, sehr amüsanter Post! :D
gruß
Bibo
Irgendwie fehlen mir bei diesem cross-medialen Konzept (Internet/Real Life Plattenladen) noch die Programmpunkte “Registrierung per Post”, “Bestellung per Fax” und “Freischaltung per Telefon-Hotline” …
Auf manchen EC-Karten ist ein Chip drauf mit Geldkartenfunktion. Früher versprach sich die Bankenbranche davon ein Riesengeschäft. Es ist gefloppt, weil der Kunde zuerst zur Bank gehen muss, um die Karte aufzuladen und kann sie dann erst einsetzen. Da kann ich mir genauso gut auch gleich Bargeld holen. Genauso wird dieses Geschäftsmodell scheitern. Bevor ich einen solchen Blödsinn mache kaufe ich lieber die CD im Shop und habe etwas zum Anfassen.
meinen Kindern muss ich für Downloads stehts meine Kreditkarte zur verfügung stellen, was ich stehts sehr widerwillig tue. Wenn sie sich CDs im Laden kaufen, müssen diese umgehend gerippt werden (vom Papi), damit diese auf den iPods angehört werden können. Die CDs müssen dann als Sondermüll entsorgt werden. Insofern finde ich die Idee nicht ganz so blöd. …Könnte es sein, dass die Verantwortlichen des besagten Labels ihr Gehirn für wesentlich effizientere Dinge einsetzen als Ihr neun Mädels? …Tschuldigung 10 wir wollen ja den Herrn Göldi nicht vergessen.
ich bin auch eher fuer die independent dl-portale.
eventuell ist dies aber auch wirklich fuer die pokemongeneration gemeint. die haben auch keine credit-cards etc..oder ich kauf dir schnell ein album!
@Thomas: Guter Punkt. Kann natuerlich schon sein, dass man die Zielgruppe der Kinder damit ansprechen will. Wenn das so waere, wuerde Sony BMG aber kein Lob fuer besonders gutes Zielgruppenmarketing verdienen. Weder die benutzten Verkaufskanaele noch die Aufmachung des ganzen Angebots sind besonders auf eine ganz junge Zielgruppe optimiert.
Ausserdem geht zumindest in den USA die Zielgruppe faktisch nur bis etwa 18, danach haben zumindest Jugendliche aus konsumfreundlichen Schichten meistens schon eine Kreditkarte.
Hier hat man allerdings das erste mal die Möglichkeit einen legalen Download anonym zu kaufen denn eine Registrierung ist nicht notwendig. Und da ich das Album ja im Handel Bar bezahlt habe riskiere ich damit auch nicht meine Kontendaten preiszugeben.
Ich find es eine sehr gute Alternative seinen Download physisch im Handel kaufen zu können
und man hat tatsächlich wieder mal ein Artwork vom Künstler in der Hand.
Was ist daran so schlecht?
@Thomas: Für manche DL-Portale, wie z.B. iTunes, kann man Guthaben-Karten im Laden kaufen. Machen sich auch gut als Weihnachtsgeschenk und man braucht den Kindern nicht seine Kreditkarte geben.
(Mit “nicht ganz korrekten” Anmeldedaten kann man so auch einen halb-anonymen Login erhalten, allerdings meist nur mit Verstoß gegen die AGB)
Also, Thomas, bitte nicht hier Beleidigungen verteilen, ohne Dich etwas besser zu informieren.
Was die Kunden besser finden? Am besten gleich die CD!
Ansonsten verstehe ich nicht, warum man den Spaß nur mit ausgewählten Titeln macht. Man erwirbt im Laden ein Vorausbezahl-Guthaben (ähnlich einer Telefonkarte) – und dann läd man runter, was man will …
Sehr guter Artikel,mit guten Ausdruck,war super zulesen.