Niklaus Meienberg (Teil 4):
“Gefühle beim Öffnen der täglichen Post”

Heute erhält man Kommentare, doch früher erhielt man richtige Post – und dabei war nicht immer nur Papier, sondern manchmal auch Fäkalien im Glas. Niklaus Meienberg schildert seine Gefühle beim Erhalt dieser Rückmeldungen.

“Gefühle beim Öffnen der täglichen Post und Hinweis auf das ‘Interstellar Gas Experiment’ (Ein Tagebuch)”, so heisst der gesamte Titel des Artikels, der sich zwischen den Seiten 74 bis 85 im Sammelband Reportagen I entspinnt. Gleich zu Beginn wird ein Beispiel eines Leserbriefs, wie ihn Meienberg erhielt, erwähnt. Die durchaus witzige Zuschrift lautet so:

Herr Niklaus Meienberg.

Sie, nur Sie sind die grauenhafte Maus. Sie wollen geschult, ein Schurnalischt sein, und beweisen, dass Sie auf den Rollschuhen durch die Kinderstube sausten, d.h. keine Erziehung genossen und keinen Funken Anstand haben.

Warum bleiben Sie denn in der Schweiz, wo eine so miese Regierung regiert? Warum melden Sie sich nicht selber als Bundesrat, da Sie es doch viel, viel besser machen könnten? Geben Sie doch das Schweizerbillet ab und verschwinden Sie irgendwohin ins Ausland, Sie Hetzbruder.

Niklaus Meienberg
Niklaus Meienberg:Am Rande der Redaktionen (Bild: Keystone)

Dann erhält er Post einer 13jährigen, die ihm einen “Föteler” (Fotoapparat) mitschickt, mit der er doch Bilder von sich schiessen soll (“Beilage: Apparat, Foto von mir, Rückantwortadresse und Porto”), was er aber nicht auf die Reihe kriegt (“Es ging einfach nicht, obwohl es bei Franz Jaeger auch gegangen war”).

Viele sind ja der Meinung, es sei eine grosse Sünde, Teile aus Mails zu zitieren. Der grosse Journalist Niklaus Meienberg – obwohl er sich entschieden gegen jegliches Denkmal seinetwegen ausgesprochen hatte “Kein Grabstein! Nirgendwo!“, wird das aktuell eifrig diskutiert – zitiert nicht aus Mails (die gab es damals gar nicht), sondern aus Leserbriefen an andere Zeitungen:

Auch Herrn Pest A. Lozzi in Herrliberg habe ich veranlasst, einen Brief zu schreiben. Den schickte er allerdings nicht mir, sondern der “Zürichsee-Zeitung”, und dort las ihn mein Cousin, der Kantonsrat G., und hat ihn mir geschickt. Dergestalt hat man wieder einmal Kontakt mit der Verwandtschaft!

Unterzeichnet ist der Brief übrigens mit “F. Pestalozzi, Herrliberg”.

Weiter erhält er ungefragt eine Inauguraldissertation der philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern (“Die Qualität der BeO-Oberflächen wurde durch Testbeschüsse mit ‘He von 75 eV Energie und anschliessender massenspektrometrischer Mengenbestimmung überprüft”) und eine Zuschrift von einer Psychiatriepflegerin aus dem ehemaligen Kloster Muri (“Ich schreibe, weil mich Namen berühren. Rosa Luxemburg, Onkel Tom, Naomi Uemura, Frau Holle, Johann Sebastian Bach, Niklaus Meienberg.”)

Und eine Honigbüchse, allerdings ohne Honig:

Einmal war auch wieder ein Paket in der Post, aber kein Föteler, sondern eine Honigbüchse, sauber verpackt, Poststempel Länggasse, Bern. Zackige Schrift: “Hier weiterer Rohstoff zum Nestverschmutzen.” Der Inhalt, wie sich sofort zeigte, stank dann stark. Da war einer nicht über die anale Phase herausgekommen und liebte mich auf seine Weise. Wenn man sich die Verumständungen vorstellt, bitte sehr, Büchse suchen, sauber in dieses doch recht kleine Rezeptakel hineinkacken, Büchslein geruchsfrei verschliessen, verpacken, auf die Post tragen – vermutlich ein Lehrer, sagt Bichsel, der auch schon solches empfangen hatte, das sei eine typische Lehrer-Schrift.

Aber nicht sicher.

Online bietet heute einige Kommunikationsmöglichkeiten mehr. Eine echte Honigbüchse kriegt man zum Glück noch nicht durch die Leitung.

Niklaus Meienberg

25 Jahre vor den Medienbloggern gab es Niklaus Meienberg. Neben Reportagen schrieb er auch Texte über das Lesen und Schreiben. In einer kurzen Serie geben wir einen Einblick in seine noch immer sehr aktuellen Gedanken.

  1. ?Wer will unter die Journalisten??
  2. ?Von unserem Pariser Korrespondenten?
  3. ?Schwirrigkeiten des Bluck mit der Wirklklichkeit?
  4. ?Gefühle beim Öffnen der täglichen Post?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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18 Kommentare

  1. christopher
    schrieb am 6. Januar 2008 um 15:57 Uhr (#)

    crazy, also ich habe auch seitdem ich im web arbeite alles mögliches bekommen: post die ich nicht erwartet habe, fanpost, werbepost, komische fotos von komische leute…

  2. Jean-Claude
    schrieb am 7. Januar 2008 um 14:57 Uhr (#)

    Diese Meienberg-Geschichten aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts kann man fast nur noch als Grufti mit Schweizer Offizierssackmesser in der Hosentasche nachhvollziehen.

    Meienberg hatte u.a. ein Buch über den “Landesverräter Ernst S.” veröffentlicht, der von der Schweizer Militärjustiz hingerichtet wurde, weil er im zweiten Weltkrieg dem deutschen Konsul eine Handgrante ausgeliefert hatte. Wegen dieses angeblichen Hochverrats wurde der Hilfsarbeiter erschossen. Dabei hatte die Wehrmacht den Handgranaten-Typ und viele andere Waffen aus Schweizer Produktion schon längst in Verwendung.

    Meienberg beschrieb den Fall und sprach von Klassenjustiz, weil gegen hohe Offiziere, die wirklich Hochverrat begangen hatten (einer davon im Generalsrang, Ulrich Wille), nicht einmal ein Gerichtsverfahren eingeleitet wurde.

    Danach stand die konservative Schweiz Kopf und der “Landesverräter” hiess nun Meienberg, weil er am Mythos der unschuldigen, kleinen Schweiz gekratzt hatte. Es gab eine richge Volksbewegung gegen den unfrisierten Wuschelkopf.

    Ich dachte, diese Phase sei endgültig überwunden, aber wenn ich heute die Leserbriefspalten von Schweizer Zeitungen lese, ist vieles noch wie annodunnemal. Oder schlimmer.

    Beispiel: Die “Neue Zürcher Zeitung am Sonntag” veröffentlichte vor zwei Wochen den Kommentar eines amerikanischen Unternehmers, der, nüchtern argumentierend, dem Schweizer Parlament gratulierte, vor vier Wochen den selbsternannten Volkstribun Christoph Blocher gerade noch im rechten Moment ausgebremst zu haben.

    Die Leserbriefe in der NZZS vom letzten Sonntag dazu – ausser einem einzigen ein übles Gehetze – erinnern an Meienberg vor 30 Jahren. Ein Besuch auf der 50 000mal im Monat frequentierten Site “Winkelried.ch” gibt einen Einblick in das Milieu, wo das gedeiht.

    Der amerikanische Kommentator in der NZZS ist auch noch jüdischer Funktionär. Das hat dem organisierten Volkszorn gerade noch gefehlt!

    Schweizer Medien nehmen davon nicht mal Notiz. Sie behandeln Blocher, der weder in der Regierung, noch im Parlament sitzt, der nicht Parteichef ist und auch sonst keine politische Funktion hat(ausser Milliardär zu sein), weiterhin wie einen legitimen Führer.

    Bin ich im Wald oder was? Habe ich die Abschaffung von demokratischen Grundregeln verpasst? Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Dinge in einem andern europäischen Land möglich wären – zumindest nicht ohne heftigen Widerspruch.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 7. Januar 2008 um 16:03 Uhr (#)

    @Jean-Claude: Ich finde auch, dass sich die Medien nun über eine Person, die keine Funktion mehr hat, zurückhalten könnten. Aber über Blocher wurde schon immer ausführlich geschrieben. Weil er halt Dinge anspricht, die gegen den Strom sind. Und über Blocher redet man, und das auch abseits der Medien. Und Verdienste, ob man sie schätzt oder nicht, hat er. Ich bin mir nicht sicher, ob die Schweiz nicht in der EU wäre, wenn sich Blocher nie engagiert hätte.

    Es gilt aber weiterhin: Solange er eine wichtige politische Figur ist, wird man über ihn schreiben (müssen), auch wenn er gar kein Amt hat (wie man auch über eine Figur wie Beppe Grillo schreiben muss). Meiner Ansicht nach ist er durchaus ein legitimer Führer, nämlich einer politischen Richtung (zurzeit mit Label “Opposition”).

    Mir wäre es lieb, wenn die Medien mehr über Sachfragen schreiben würden, und nicht über Frau Silvia Blochers Rückenschmerzen / Verspannungen und auch nicht über Herrn Sarkozys aktuelle Freundin und auch nicht darüber, ob jetzt Roland Koch oder Christoph Blocher Populisten sind. Und ob man sie mit Hitler vergleichen muss, nur weil sie politisch rechts stehen und das sagen, was sie denken. Mich interessiert es nicht. Es langweilt und lenkt ab von den effektiven politischen Fragen. Über die ist nämlich immer weniger zu lesen in den Medien.

    Im Fall Sarkozy ist das besonders offensichtlich. Man wirft ihm vor, sich eine Freundin (oder eine Golduhr) zugelegt zu haben, um von politischen Fragen abzulenken. Und dann schreiben alle Medien endlos über diese nicht politische Frage (die Sarkozy selbst nicht mal thematisiert). Und über die politischen Fragen kann man kaum was lesen. Das ist ein Problem, das die Medien mit sich selbst haben.

  4. Jean-Claude
    schrieb am 7. Januar 2008 um 19:19 Uhr (#)

    @ Ronnie, du unterschätzest das Phänomen Blocher, nicht die Person, das Phänomen! Und was damit zusammenhängt.

    Es kommt sehr drauf an, wie die Berichterstattung geschieht. Er wird inzwischen als über allen und allem schwebende höhere Instanz geradezu unterwürfig behandelt. Das ist doch nicht mehr normal für eine Demokratie! Ein Mann der weder in der Regierung , noch im Parlament sitzt, noch Parteichef ist, noch sonst in irgend einer öffentlichen oder halböffentlichen Funktion, die ihn dazu legitimierte. Das hat schon religiöse Züge.

    Man muss die Begleitumstände ansehen: Er äussert sich in bestellten Interviews (die übrigens ein, nach eigener Aussage, “völlig unabhängiger” Journalist” andient) regelmässig via Privat-TV aus seinem Schloss Rhazüns wie ein Messias: “Das Schweizer Volk ruft mich”, sagte er am Wochenende fast wörtlich. Er und die Partei seien “nur noch dem Volk verpflichtet”. Was sind denn das für Töne. Seine Partei – mit 29,5 % Wähleranteil schloss einen “Vertrag mit dem Schweizervolk”. Was fällt denen ein!

    Er sagt, was andere nicht sagen, schreibst du. Allerdings! kann ich da nur beipflichten. Vor den Wahlen im letzte Herbst, wurde das Ausländerthema aktiv gerade auch vom Justizminister Blocher derart hochgetrieben, dass eine Art nationaler Psychose entstand und viele Leute wirklich meinten, hinter jeder Ecke lauere ein Kosovoalbaner mit dem Knüppel in der Hand. Die meisten Medien stiegen völlig unkritisch auf die wahltaktische Kampagne ein.

    Nicht einmal zwei Wochen nach der Wahl gab derselbe Justizminister eine Pressekonferenz, in der er wörtlich sagte: “Die Schweiz hat kein Ausländerproblem.” Die Integration laufe ohne grosse Schwierigkeiten. Ich dachte, mich tritt ein Pferd. Auch diesen Rückwärtsalto Blochers haben die Medien kaum thematisiert. Folgerichtig ist das Ausländerthema fast völlig aus den Medien verschwunden.

    Es war der konservative Innenminister Couchepin, nicht irgend ein linker Schreiber, der angesichts dieses ganzen Gehabes Parallelen zum frühen Mussolini zog. Und das braucht schon sehr viel, bis sich ein Schweizer Politiker solche Vergleiche erlaubt.

    Ueber die Umstände von Blochers spekatulärer Abwahl und die hilflose Rolle der Medien dabei haben wir uns schon unterhalten. Das kann man doch nicht alles ignorieren.

    Die Medien wagen kaum noch, sich kritisch zu Blocher zu äussern. Ein Beispiel habe ich erwähnt: Die Redaktion der “Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag” liess vor zwei Wochen in einem langen Kommentar einen amerikanischen Unternehmer (!) schreiben, was eigentlich die Redaktion zum Thema Blocher und den von ihm geförderten und geduldeten Kult sagen wollte, es aber nicht wagte. Der Ami nannte die Abwahl Blochers als Minister einen Sieg für die Demokratie.

    Solche Positionsbezüge wären Sache von Chefredaktoren. Aber die schweigen höseligtöselig.

    Nur einer schweigt nicht, der völlig unabhängige Journalist Roger Köppel: angeblicher oder tatsächlicher Eigentümer der “Weltwoche”, Chefredaktor und Verleger. Er trat am Wochenende hinter verschlossenen Türen auf einer Strategietagung der Volkspartei als einziger nicht zur Partei gehörender Redner auf und gab Tips, wie sich die Partei künftig als Oppositionspartei verhalten solle.
    Wobei, en passant, die gleiche “Oppositionspartei” mit zwei Minister in der Regierung sitzt. Seine vööööllig unabhängige Zeitung gilt inzwischen allgemein als Hoforgan der Volkspartei.

    Ein Letztes: Der offizielle Wahlbeobachter der OSZE monierte bei den letzten Parlamentswahlen in der Schweiz laut und vernehmlich, es sei sehr verwunderlich und in Europa völlig unüblich, dass es in der Schweiz keinerlei Offenlegungspflicht für die Fianzierung von politischen Parteien gebe. In den Schweizer Medien war das eine Kurzmeldung. Danach wurde nie mehr davon gesprochen. Dass der OSZE-Beobachter mit seiner Kritik auch einen allseits bekannten Milliardär im Auge hatte, darf man annehmen.

    Die Schweiz hat wirklich eine ganze Menge Probleme. Auf und unter dem kostbaren Perserteppich.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 7. Januar 2008 um 19:51 Uhr (#)

    @Jean-Claude: Offenlegungspflicht oder nicht, Blocher hat nie einen Hehl daraus gemacht, die SVP oder einzelne Kampagnen massiv unterstützt zu haben. Das ist sein gutes Recht: Wer Geld hat, soll es so ausgeben können, wie er es für angemessen findet (der Wahlgeld-Begrenzungsvorschlag der SP halte ich für absurd).

    Zu Roger Köppel und seinem Verhältnis zu Christoph Blocher bestehen allerdings einige offene Fragen. Wiederum: Warum eigentlich steht er in der Schweizer Medienlandschaft alleine da mit seiner Sympathie für die SVP? Sicher, Journalisten sollten komplett unabhängig sein, aber dann möchte ich gerne mal wissen, wieviele Leute aus den beiden Grossverlagen Ringier und Tamedia die SP, die Grünen und die Grünliberalen wählen (oder zumindest Sympathien haben). Anders als Roger Köppel, der mir damit eine gewisse Gradlinigkeit und Glaubwürdigkeit beweist, haben diese heimlichen Sympathisanten nur selten den Mut, zu ihren Gesinnungen zu stehen. Ausser Frank A. Meyer (kein Chefredaktor) vertritt kaum einer der führenden Medienmenschen eine eindeutige Position. Man will wie in der deutschen Politik in der Mitte der Mitte sein (was man gar nicht ist) und offen nach allen Seiten, weil man Angst hat, jemanden zu vergraulen. Und macht sich damit schon längst völlig beliebig.

    Ich bin für klare Verhältnisse. Die kann ich leider nicht erkennen. Aber wenn die Weltwoche das Hoforgan der SVP ist, dann ist das der Blick nicht weniger für die SP. Darum wird es Zeit für ein rechtes Boulevardblatt und eine intelligente linke Wochenpublikation. Wo bleiben sie? Sie hätten beide grosse Chancen, zu überleben.

    Zuletzt zu den Moden: Blocher ist für mich glaubwürdig, wenn er sagt, er habe seit 30 Jahren die gleichen Positionen, nur sein Umfeld habe sich gewandelt. Da sind kurzzeitige Provokationen zu vergänglich, um festgehalten zu werden. Und wer sich auch immer aufregt über vergangene Provokationen der SVP, der Opposition, von Blocher, der sollte sich nicht zu arg aufregen. Damit er noch Potential hat, wenn es dann richtig losgeht. Und das wird es wohl unweigerlich. Die jubelnden Parlamentarier, die einen durchaus fähigen Bundesrat abgewählt haben, werden sich, jedenfalls teilweise, verantwortlich dafür zeigen müssen, falls eine Radikalisierung eintritt (und diese ist zu befürchten). Einen konkreten Grund für eine Abwahl gab es schliesslich nicht.

  6. Jean-Claude
    schrieb am 7. Januar 2008 um 22:15 Uhr (#)

    2)Ronnie, kein Zweifel, bei dem Thema haben wir das Heu in völlig andern Stadeln.

    Zu ein paar Punkten:

    Der Zweck der Offenlegung der Parteienfinanzierung ist nicht die Beschränkung von Spenden, sondern deren Transparenz: Wer zahlt für wen wieviel. Ganz simpel. Es ist eine der Grundlage für eine intakte Demokratie.

    Ich habe nichts gegen Roger Köppel und seine grenzenlose Bewunderung für Doktor Christoph Blocher. Es ist aber etwas ganz anderes, als Journalist einen politischen Standpunkt zu beziehen (was selbstverständlich legitim und erwünscht ist), als aus seiner Zeitung eine Parteizeitung zu machen und zu behaupten, man sei selbstverständlich vöööllig unabhängig. Abgesehen davon, dass die Finanzierung der Zeitung bis heute im dichten Nebel liegt. Mittlerweile tritt Köppel sogar als Ersatz-Parteisprecher der SVP auf (kürzlich in einer TV-Arena-Sendung). Er tritt als Redner bei Wahlveranstaltungen der SVP an(z.B. in Zug); er ist Redner auf parteinternen Strategiesitzungen (z.B.in Bad Horn) usw. Diese Vermischung zwischen Journalismus, Propaganda und Parteipolitik ist einfach unsauber. Mehr mag ich dazu nicht mehr sagen.

    Zum Athmosphärischen: Wenn ein Politiker behauptet, seit 30 Jahren die gleichen Positionen zu vertreten, und dies mit dem Anspruch verbindet, der Schweiz so die Zukunft zu weisen (als 67jähriger!), kann ich nur sagen: Gute Nacht , teures Vaterland! Aber es wird nicht so weit kommen. Wenn ich sein Arbeitgeber wäre, einfach mal angenommen, und er mir den gleichen Spruch brächte, würde ich ihn auf der Stelle entlassen. Begründung: Nach eigener Aussage in 30 Jahren nichts hinzugelernt.

    Hinter dieser Attidüe von ihm verbirgt sich das Messianische. Das ist nicht politisch, das gehört schon eher in den Bereich Religion. Das zeigt sich auch in andern Aeusserungen, die sich in letzter Zeit auffällig häufen. Einige habe ich genannt. So redet kein Demokrat. So redet ein Autokrat, der niemanden in seiner engeren Umgebung hat, der ihm zu sagen wagt: Lass gut sein, komm mal wieder runter von deiner Wolke.

    Mit dem Blocherismus es wie mit einer hartnäckigen Grippe. Sie ist lästig und und behindert einen am Weiterkommen. Man wendet einige Hausmittel an und glaubt, man habe es überwunden. Und dann schlägt das Virus nochmal zu und man glaubt, man wird es nie mehr los. Aber irgendwann ist es plötzlich ausgeschwitzt. Man atmet durch und sagt: Na also. Die Grippe ist danach ganz schnell vergessen.

    Nein ehrlich: Die Zukunft liegt woanders.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 8. Januar 2008 um 09:06 Uhr (#)

    @Jean-Claude: Für komplette Transparenz in allen staatlichen Dingen bin ich unbedingt, so auch bei der Parteienfinanzierung.

    Bei der Politik gibt es ja vor allem zwei Lager. Die, die für weniger Staat und Steuern sind und die, die für mehr Staat und Steuern sind. Da kenne ich allerdings einige Leute, die seit 30 Jahren das Gleiche erzählen (im Unterschied, dass sie sich selbst als furchtbar progressiv sehen und ihre gedankliche Stagnation keineswegs bemerken wollen). Da ist mir einer, der zugibt, den Staat seit 30 Jahren mit den gleichen Rezepten umbauen zu wollen, glaubwürdiger.

    Die ganze Religiösität rund um Blocher ist nicht seine Sache, es ist die Sache seiner Parteianhänger, der Medien, der anderen Politiker. Blocher selbst ist nur ein Unternehmer alter Schule, der bewährte Werte vertritt. Es ist die Zeit, die ihn zu etwas Besonderem macht. Vor 50 Jahren wäre so ein Politiker gar nicht aufgefallen – er wäre einer von vielen gewesen.

    Wenn es hier so weitergeht, müssen wir einen Politikblog eröffnen… :-)

  8. Jean-Claude
    schrieb am 8. Januar 2008 um 11:11 Uhr (#)

    Journalismus hat mit Poltik eben sehr viel zu tun, das lässt sich nicht trennen. Viele, vor allem jüngere Journalisten sind heute stolz darauf, unpolitisch zu sein. Das ist ein Fehler.

    Natürlich gibt es in allen politschen Lagern Leute, die vor 30 Jahre stehen geblieben sind. Aber keiner hat sich so freimütig dazu bekannt , wie Doktor Christoph Blocher. Das wollen wir dann doch festhalten.

    Politiker, die sich auf die Formel reduzieren lassen, Steuern runter (bez. Steuern rauf) oder weniger Staat (bez. mehr Staat), haben den Beruf verfehlt. Das sind doch nicht im Ernst die Themen von morgen.

    Der Personenenkult um Blocher ist nicht seine Sache? Hä? Also ich glaube wirklich, bei diesem Thema haben wir unsere Heuschober auf zwei ganz verschiedenen Alpen.

    Es gibt von Blocher den ausdrücklich autorisierten und verbürgten Schlüsselsatz, den er mehrfach wiederholt:”Was ich denke, denkt die Partei.” Das ist eine ganz bewusste, programmatische Aussage: Die Partei ist Blocher und Blocher ist die Partei. Das ist sein Selbstverständnis. Fällt dir etwas auf? Mir auch. Diesen Satz habe ich schon mal gehört, in alten Wochenschauen. Allerdings mit einem andern Namen.

    In der Partei geschieht nichts von Bedeutung, ohne dass er es weiss und es zumindest abnickt. Nichts.

    Du wirst es erleben bei der demnächst anstehenden Wahl des neuen SVP-Präsidenten. Blocher ist es ziemlich egal, wer unter ihm Präsident wird und er wird es genauso unter Applaus seiner getreuen Delegierten.
    zelebrieren. Das ist eine Welt von gestern.

    Ueber Werte lässt sich diskutieren, muss auch diskutiert werden (in der Schweiz sind es fast ausschliesslich Diskussionen um Franken-Werte). Obwohl ich Blocher wahrscheinlich genauer zuhöre als manche anderen, deren Aufgabe es eigentlich wäre, genauer hinzuhören, weiss ich bis heute nicht, für welche Werte der Milliardär Blocher steht. Ausser für seine eigenen. Ich, Doktor Christopherus Blocher.

    Schau mal kurz rüber über den Teich: In den USA zeichnet sich eine deutliche Trendwende ab. Mr.Obama verkörpert ein anderes Amerika. Ob er gewinnen wird, werden wir sehen. Jedenfalls hat er schon jetzt eine überraschend breite Strömung hinter sich, mit der kaum ein Journalist gerechnet hat. Auch die Themen haben sich gewandelt, Terror und Irak war gestern. Heute sind es Subprime-Krise, wirtschaftliche und soziale Sicherheit etc.

    Die Amerikaner sind mit solchen Trendwenden halt fixer als wir. So ungefähr nach dem Motto: Was kümmert uns unser Geschwätz von gestern. Man muss das nicht immer alles ernst nehmen. Aber diese Trendwende wird natürlich auch Europa erfassen – die Schweiz, wie immer, halt etwas später.

    Zu Recht mahnst du an, das hier sei ein Medienblog. Also: Die Schweizer Medien haben den Aufstieg Blochers und was er bedeutet, nicht erkannt. Sie erkennen auch nicht den Abstieg Blochers und was er bedeutet. Es geht an ihnen vorbei, wie vieles andere auch. Sie laufen mit, sie sehen nichts voraus. Auf sie ist kein Verlass, wenn’s drauf ankommt.

    Natürlich nehmen wir mit einer gewissen Arroganz Blogs wie “Medienlese” jetzt einfach mal davon aus. Denn dass man hier solche Diskussionen führen kann, finde ich toll. Im Print ist das kaum noch möglich. Vielleicht gehört der tatsächlich schon einer Welt von gestern an. Aber damit tue ich mich vorerst noch ein wenig schwer.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 8. Januar 2008 um 11:15 Uhr (#)

    Ich kenne mich ja so sehr nun nicht aus in der Schweizer Politik, aber war nicht die gängige Deutung die, dass die Basis und Wählerschaft der SVP eine ganz normale konservative Volkspartei vergleichbar der deutschen CDU sei und solche Aktionen wie das Wahlkampf-Video “Himmel oder Hölle” aus dem merklich anders ausgerichteten Umfeld von Blocher kamen? Das würde ich schon einen konkreten Grund für eine Abwahl nennen. Meinetwegen auch viele kleine konkrete Gründe, die in der Abwahl gipfelten.

  10. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 8. Januar 2008 um 12:14 Uhr (#)

    @Florian: Was ist denn mit dem Video? Es ist das Wahlwerbevideo einer Partei, die sich über die Arbeit und die Tradition definiert sowie Drogen und Gewalt ablehnt. Dass es in einem Stil verfasst, der fast deckungsgleich ist mit linker Satire, das ist ein anderes Thema. Die Abwahl von Blocher ist nicht wegen seiner Leistungsbilanz (für mich das entscheidende Kriterium), sondern aus emotionalen und leichtfertigen Gründen. Man hat damit das die Schweiz prägende System der Konkordanz gesprengt und ist nun in der Situation, dass die Partei mit dem grössten Wähleranteil nicht mehr in der Regierung ist. Das ist in einem mit Kompromissen gross gewordenen Land eine einmalige Entwicklung. Wie sie sich auswirken wird, werden wir sehen. Ich glaube, dass sich diese ausgeschlossenen Kräfte nun radikalisieren werden – was nichts schönes bedeutet. Ob sie ihren Wähleranteil zukünftig steigern werden können oder nicht, werden wir sehen. Die Partei wurde von den Medien jedenfalls verlässlich nach jeder Wähleranteilsteigerung für tot erklärt (Überblick über die Entwicklung der Parteien)

    @Jean-Claude: Ich finde, dass Blocher dafür, dass ihn sein Umfeld derart wichtig nimmt, ziemlich gut auf dem Boden geblieben ist, aber das ist sicher Ansichtssache. Nochmals: Sein Ikonenstatus ist das Problem seiner Partei (die ihm einen Gutteil ihres Aufstiegs und ihrer finanziellen Mittel zu verdanken hat), der Medien (die ihm einen Gutteil der Politstorys der letzten Jahre zu verdanken haben) und seinen Gegner (die kaum noch mehr etwas eigenes erzählen). Die Gefahr, die du schilderst, dass von ihrem Umfeld zu Ikonen gemachte irgendwann völlig abheben, ist aber durchaus da und auch überhaupt nicht harmlos.

    In den USA sind die Probleme völlig anders geartet. Dass in diesem Land auch mal Politiker zum Zug kommen, die sich nicht nur um Aussenpolitik kümmern, kann man den Amerikanern nur wünschen. Die Probleme in Europa sind damit nur sehr ansatzweise zu vergleichen.

  11. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 8. Januar 2008 um 13:27 Uhr (#)

    » Ronnie:

    Was ist denn mit dem Video? Es ist das Wahlwerbevideo einer Partei, die sich über die Arbeit und die Tradition definiert sowie Drogen und Gewalt ablehnt. Dass es in einem Stil verfasst, der fast deckungsgleich ist mit linker Satire, das ist ein anderes Thema.

    Es ist ein Wahlwerbevideo, für das auf irgendwelche erkennbaren Passanten mit Kopftüchern gezoomt wurde, um nebelige Aussagen von Ausländern, Gewalt und Drogenkonsum zu illustrieren. Das würde nicht mal Roland Koch in der aktuellen Hysterie in Deutschland tun. Dieser Stil ist schon das Thema, finde ich. Ich weiß ja nicht, inwieweit das das Verhältnis von Blocher zu Partespitze zu Basis zu Wählern kennzeichnete, oder ob es Einfluss auf seine Abwahl hatte, aber wenn das Video für den Stil Blochers stehen kann (?), ist eben die Leistungsbilanz (die ich nicht beurteilen kann) nicht alles, wonach man ein Regierungsmitglied beurteilen sollte. Nicht mehr, womit wir wieder bei den Medien wären, denn dafür ist das alles heutzutage zu öffentlich; und das ist in Sachen Politik und Politiker zwar häufig, aber nicht ausschließlich schlecht.

  12. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 8. Januar 2008 um 14:19 Uhr (#)

    @Florian: Hm ja, Geschmacks- oder Stilfrage. Hier übrigens ein Plakat der Schweizer Sozialdemokraten, der Kontrapartei der SVP, im gleichen Wahlkampf:

    http://www.wahlkampfblog.ch/?p=42

    Würdest du das eine nicht neblige Aussage nennen? Von ästhetischen Punkten wollen wir mal absehen.

  13. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
    schrieb am 8. Januar 2008 um 14:57 Uhr (#)

    » Ronnie: Unbeteiligte in Fußgängerzonen zu mißbrauchen, um Gewalttäter zu symbolisieren, ist keine Geschmacksfrage, sondern etwas, für das ich einen Anwalt bitten würde, mal auf Verletzung von Persönlichkeitsrechten zu prüfen. Halte ich für sehr aussichtsreich.

    Das SP-Plakat ist genauso schlecht und irreführend, richtig (allerdings bezieht es sich immerhin nicht so konkret auf Personen oder -gruppen). Das macht das Video aber auch nicht besser.

    (Aber vielleicht werden wir hier gerade wirklich zu sehr Politikblog ;) )

  14. Teja Bernardy
    schrieb am 8. Januar 2008 um 20:25 Uhr (#)

    Also bis hierher habe ich dreizehn Kommentare gelesen. Und oben drüber steht u.a.: “Heute erhält man Kommentare, doch früher erhielt man Post”.
    Das eidgenössische Politcolorit, für einen gelegentlich aus Bayern reinschmeckenden Preußen nicht immer aktuell nachvollziehbar, vermittelt nach dem Blocher-Eklat derzeit “Gefühle beim täglichen Öffnen der Post” als sei`s die bewußte Hönigbüchse. Als Gnadenglückspilz doch zu später Geburt fürs NS-Gewebe sympathisiere ich eher mit denjenigen, die Analogien zwischen Mussolini und Doktor Christoph Blocher herzustellen verstehen, würde selbst wohl noch einen Schritt weiter in Richtung Braunau gehen.
    Phänomene wie Blocher sind nicht neu, nicht als Parteiursupator, auch nicht als schicksalhafte, vorsehungsbegnadete Staatsführer. Selbst Westentaschenformate á la Franz Schönhuber treten mitunter auf, von Doktor Gerhard Frey ganz zu schweigen. Von außen und durch meine durchaus bewußt subjektive Brille ist das eidgenössische Konkordanzgespenst, vergröbert eine parteiübergreifende Verabredung zur Kumpanei, nicht demokratischer Konsens, auch nicht Wählerauftrag, sondern Politikerwille. Demokratie sieht anders aus, wobei auch unsere große Koalition nichts ist als große Bankrotterklärung politischer Parteien.
    In einem Medienblog, angetreten, seine Frühform “Leserzuschrift” zu diskutieren, ist die mit Lagerurteilen/-Vorurteilen gespickte Diskussion weder zielführend noch angemessen. Einigend sowieso nicht. Lassen wir also auf der Honigbüchse den Deckel drauf und freuen uns an den Kabinettstücken, die uns Niklaus Meinberg auftischt. Nur das mit der richtigen Post, das klappt im Blog noch gar nicht.

  15. Jean-Claude
    schrieb am 9. Januar 2008 um 11:06 Uhr (#)

    @)Teja Bernardi, das verstehe ich gut: Diese Schweizer Innereien sind von aussen schwer durchschaubar. Das ist eine der alten Stärken der Schweiz: Von aussen sieht niemand so genau hin, was die Schweizer da wirklich treiben.

    Wichtig zu wissen ist aber: Eine solche Auseinandersetzung, wie sie hier geführt wird, wäre in keinem Schweizer Medium so möglich. Das spricht für Medienlese. Es ist somit natürlich auch ein Medienthema.

    Im übrigen sind deine “Blicke von aussen durch die bewusst subjektive Brille” durchaus hilfreich: “Die eidgenössische Konkordanz ist, vergröbert, eine parteiübergreifende Verabredung zur Kumpanei, nicht demokratischer Konsens, auch nicht Wählerauftrag, sondern Politikerwille. Demokratie sieht anders aus.”

    That’s it!

    Würde ein Journalist das in einem Kommentar einer Schweizer Zeitung so formulieren, wäre am andern Tag die Leserbriefseite voll – und nicht mit erbaulicher Lektüre. Drum formuliert es auch keiner so, obwohl es manche möchten. Wenn sich auch noch herausstellen würde, der Kommentar stamme von einem Deutschen, würde ich für nichts garantieren. Das ist kein Witz.

    Damit wären wir dann wieder beim Ausgangspunkt, bei Niklaus Meienberg anno 1970 und seinem Honigtopf. Irgendwie habe ich aus diesem Blog noch den Satz in Erinnerung: In dreissig Jahren nichts hinzugelernt …

  16. Teja Bernardy
    schrieb am 9. Januar 2008 um 11:41 Uhr (#)

    @JEAN-CLAUDE, ob das mit den dreißig Jahren hinhaut? Irgendwie fallen mir da ganz andere Zahlen ein! Dazu die Schere im Kopf und aus dem neuerdings Verfassung geschimpften Deutschen Grundgesetz der Artikel “Zensur findet nicht statt”, und weit und breit nichts davon, was, wenn doch. Als Spät-, Quer-, Unter-, Über-, Gar nicht-Einsteiger in das Fach Journalismus stößt auf, wie gewissenhaft hüben(CH) wie drüben(D)Berichterstattung einem unausgesprochenen Mainstreamkonsens folgt. Eine undurchschaubare Medienkonkordanz.
    Selbstverständlich würde meine kesse These in der Schweiz von den Vorurteilsinhabern zerfetzt, meinereiner gleich mit. Es braucht also irgend einen Blocher, der einen schützenden Schirm aufspannt, und sei es der des Geldes. Dennoch, es juckt natürlich zu beweisen, trotz und wegen Niklaus Meienberg, es läßt sich was verändern.

  17. Jean-Claude
    schrieb am 9. Januar 2008 um 11:54 Uhr (#)

    @)Teja Bernardi: Ja! Aber man muss laut werden, sonst wird’s nix. Internet ist dummerweise zu leise!

  18. Teja Bernardy
    schrieb am 9. Januar 2008 um 12:18 Uhr (#)

    @JEAN-CLAUDE: JA! Mögen tat wer schon wollen, aber als Amateur möcht er sich nicht trauen gedurft haben. Mag ja leise sein, dieses Gewebe, aber selbst in meinem Alter setzt man noch aufs Höhlen durch Tropfen. Nur nicht nachlassen! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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