YouTube-Armee Schweiz

20min.ch sammelt Videos der Schweizer Armee im Internet und bindet sie so geschickt ein, dass die Herkunft der Filmchen nicht mehr zu erkennen ist.

Schweizer Armee

Manchmal entsteht Journalismus dort, wo man ihn gar nicht vermutet. Auf dem Online-Portal einer Gratiszeitung zum Beispiel. Die nichts mehr macht als YouTube-Videos zu versammeln und einen kurzen Text dazu zu schreiben. Denn manchmal wirken Bilder einfach viel besser als Worte – selbst, wenn die Bilder unscharf sind und von Amateuren mit Handykameras gedreht wurden. Eine Reportage über den Zustand der Schweizer Armee wäre vielleicht eleganter – aber auch aussagekräftiger?

Noch bis Ende des Jahres darf man ohne Bewilligung des Vorgesetzten in der Schweizer Armee filmen und fotografieren. So muss nämlich der Umkehrschluss lauten, denn ab dem 1. Januar 2008 sind eben diese Tätigkeiten verboten. Amateurfilme in der Armee haben ja schon einiges ausgelöst – man denke an den Abu-Ghuraib-Folterskandal oder die Totenschädel bei der deutschen Bundeswehr.

Ob diese Filme aus der Schweizer Armee etwas auslösen werden? Wohl kaum. In einem Land, das eine Milizarmee hat und in dem schon seit 160 Jahren kein Krieg mehr stattfand, ist es wohl okay, wenn die Armeeangehörigen gutgelaunt und kreativ sind. Vielleicht ist es sogar eine besondere Friedenleistung, sich eine Armee zu leisten, die sich zwar so anzieht, als würde sie zum töten ausziehen, aber offenbar alles andere im Sinn hat.

Bild: Screenshot 20min.ch

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. me
    schrieb am 13. Dezember 2007 um 00:47 Uhr (#)

    …nun ja, die Videos sind eben nicht “geschickt eingebunden” (wie man das ja machen könnte), sondern ganz einfach kopiert und werden von der 20 Minuten-Website her ausgespielt (siehe dazu in FF Extras -> Seiteninformationen).

    Das bringt die Terms of Use (http://www.youtube.com/t/terms) ins Spiel, die solcherlei klar untersagen, ohne eine “prior written authorization of YouTube.”

    Da ja der Verlag von 20 Minuten zu denen gehört, die sich gegen angebliche Urheberrechtsverletzungen durch Google und Konsorten wehren, nehmen wir selbstverständlich an, eine solche Bewilligung sei eingeholt worden und die Autoren der Filmchen würden so entschädigt, wie Verlage ihrerseits von den Suchmaschinen bezahlt werden wollen…

  2. Nico
    schrieb am 23. Oktober 2009 um 21:27 Uhr (#)

    lol

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