Elite-Community Cyre Club:
Konkurrenz für schwarzekarte? Eher ein Pendant!

Cyre Clubschwarzekarte, das geschlossene soziale Netzwerk mit Fokus auf Lifestyle für “Menschen mit einer breiten Basis an Gemeinsamkeiten wie Bildung sowie private und berufliche Interessen” bekommt mit Cyre Club ein Pendant. Ich nenne es nicht Konkurrenz, da trotz eines ähnlichen Prinzips ganz offensichtlich unterschiedliche Altersgruppen angesprochen werden sollen. Cyre Club bezeichnet sich als erster “elitärer Internet Club im deutschsprachigen Raum” und richtet sich der Aufmachung nach zu urteilen an reifere Internetnutzer, die auf einen längeren, erfolgreichen Werdegang zurückblicken können.

Gemeinsam ist sowohl Cyre Club als auch schwarzekarte, dass es sich um geschlossene Communities handelt, bei denen man sich nicht ohne Weiteres registrieren kann. Zu schwarzekarte erhält nur Zugang, wer von einem bestehenden Mitglied eingeladen wird. Dieses System scheint nicht schlecht zu funktionieren, immerhin erzielt die Plattform laut IVW monatlich mehr als eine Million Visits. Der neu gestartete Cyre Club setzt dagegen auf eine Art Onlinebewerbung, bei der man sich und seine Persönlichkeit ausführlich darstellen muss. Anschließend wird geprüft, ob man den Anforderungen der Community gerecht wird. Zu den Kriterien für eine Aufnahme gehört, dass Bewerber sich gesellschaftlich etabliert haben müssen. Als Beispiele werden hochrangige Ärzte, Führungspersonen aus der Wirtschaft, Professoren, Musiker, Künstler und andere Kreative aufgeführt. Zudem muss man ein “breitgefächertes Bildungsniveau” vorweisen.

Es scheint, als würden sich beide Seiten ideal ergänzen: schwarzekarte zielt auf Lifestyle-orientierte und Champagner spritzende Twens ab, während Cyre Club denen eine virtuelle Heimat geben will, die trotz oder neben der wilden Konsum- und Partyzeit im Leben etwas erreicht haben und ein stillvolles und anspruchsvolles soziales Netzwerk suchen. Zumindest sind dies die Bilder, die beide Seiten nach außen abgeben. Was tatsächlich im jeweiligen Mitgliederbereich passiert, weiß ich nicht.

Für eine Plattform wie Cyre Club besteht in Deutschland zweifellos ein Markt. Nicht jeder, der zur “Elite” gehört oder sich zu dieser zählt, wird sich im US-amerikanisch geprägten ASMALLWORLD, der bekanntesten geschlossenen Jetset-Community, wohlfühlen. Am Ende hängt alles davon ab, ob Cyre Club sich bei der umworbenen Elite als relevantes Angebot glaubhaft positionieren kann und wie gut die Kontakte der Betreiberfirma “Amicitia Media Ltd” in die entsprechenden Kreise sind. Man weist zwar darauf hin, dass hinter der Gesellschaft vermögende deutsche und englische Investoren aus der Wirtschaft und Forschung stehen, aber von leere Ankündigungen und Behauptungen gibt es zu viele im Netz, als das man dies sofort für bare Münze nehmen sollte.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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14 Kommentare

  1. Gründernet
    schrieb am 4. Dezember 2007 um 18:31 Uhr (#)

    … ich halt nix von solchen Club`s. Diese elitären Ansätze passen auch überhaupt nicht mehr zum web 2.0 Charakter. Das sich eine Shopping-Community nur eingeladenen Mitgliedern öffnet und dadurch mehr Umsatz macht, weil alle denken, dass sie exklusiv dabei sind, ist ja noch ok, einfach gutes Marketing. Aber sowas wie cyreclub geht in die falsche Richtung, könnte zwar funktionieren, gefällt mir aber nicht, VG, René

  2. Martin Weigert
    schrieb am 4. Dezember 2007 um 20:01 Uhr (#)

    Das Netz spiegelt eben nur all das wieder, was auch im echten Leben passiert. Dinge, die man da schon nicht mag, werden einem vermutlich auch im Web nicht gefallen.

  3. Georg
    schrieb am 5. Dezember 2007 um 12:10 Uhr (#)

    ich bin auch bei schwarzekarte und muss sagen, dass es das langweiliiste SN ist was ich kenne…..total zurückgebliben was die technick angeht….grottig zu bedienen….etc.
    also wenn man so ein geschlossen SN macht..dann soll das bitte auch mit guten features etc unterfüttert werden…

  4. Martin Weigert
    schrieb am 5. Dezember 2007 um 12:24 Uhr (#)

    Interessanter Einblick :) Möglicherweise haben geschlossene Netzwerke ja die Tendenz, sich auf ihren elitären Status zu verlassen und meinen deshalb, die Technik vernachlässigen zu können.

  5. Andreas
    schrieb am 5. Dezember 2007 um 13:09 Uhr (#)

    Aber sowas hat sicherlich eine Existenzberechtigung. Vielleicht will man mal nicht, dass man immer von jedem in einem Netzwerk gefunden wird. Das artet ja oft schon aus ;)

  6. Casi
    schrieb am 6. Dezember 2007 um 04:17 Uhr (#)

    hmm – sind dann wohl sowas wie moderne freimaurer oder skulls and bones oder so ;)
    find ich sehr geil – schade, dass ich nicht reich oder berühmt oder überragend intelligent oder gar mehreres von allem bin ;)

  7. PatRiot
    schrieb am 6. Dezember 2007 um 13:46 Uhr (#)

    Solide Sache wenn auch alte Idee. Der Erfolg hängt natürlich von den Leuten ab. Wie interessant sind die Members, können die Multiplizieren. Welche Aktivitäten geschehen außerhalb der Community (oder besser des Clubs) in der Realität. So ein bissl Webappz & Technik für ne Community kann man locker ab 15.000 bis 150.000 aufbauen.

  8. notwendig
    schrieb am 9. Januar 2008 um 21:13 Uhr (#)

    finde den grundgedanken zu geschlossenen communities sehr gut, um ehrlich zu sein. in größeren offenen foren lässt es sich kaum noch diskutieren, entweder blockiert eine moderator jegliches leben, teilweise gibt es schon echte “öffnungszeiten” wie bei der SZ oder aber die thread sind so unübersichtlich, dass das lesen keinen spaß mehr macht. da leuchtet mir die idee zu cyre club schon ein, auch wenn es dem web2.0 charakter vielleicht vordergründig widerspricht. wenn sich dort aber eine angespeilte zielgruppe aus wirtschaft und kultur trifft, kann das doch zu interessanten begegnungen führen (ich denke da einmal an mögliches mäzenatentum). “verschwörungstheorien” halte ich für unbegründet, sonst wäre eine solche meldung nicht über einen offiziellen presseticker gelaufen und die seite sicher auf irgendeinem atoll gehostet.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 9. Januar 2008 um 21:50 Uhr (#)

    Naja, bei openpr.de kann wirklich jeder seine Meldung reinstellen. Ansonsten aber liegen wir auf einer Linie.

  10. Tommy
    schrieb am 19. Januar 2008 um 18:02 Uhr (#)

    Hallo,
    also ich finde den Grundgedanken eig. richtig gut,
    ein Netzwerk das geheimnisvoll rüberkommt, da will man doch eher rein,
    und Sie können die Technick vernachlässigen,
    was meiner Meinung nach bei schwarzeKarte nicht geschehen ist, ich finde SK einwandfrei..
    Würde mich aber mal interessieren, wie andere aussehen, hat jmd. Bilder oder vielleicht sogar eine Einladung? Würde mich echt sehr freuen: tommy@meinchat.eu

    Mit freundlichem Gruß

    1. Pam
      schrieb am 20. Februar 2008 um 19:51 Uhr (#)

      ich find die SK auch eine aufregende community …würd mich auf eine einladung freun: pteves2003@gmx.at

  11. Stefan
    schrieb am 4. Februar 2008 um 20:03 Uhr (#)

    Ich war mal auf der Seite, aber eine “Schnupperanmeldung” ist nicht möglich, ist jemand schon Mitglied bei cyreclub.de?

  12. Helli
    schrieb am 22. April 2008 um 09:02 Uhr (#)

    Hallo Zusammen,

    da ich momentan, inspiriert durch eine Lektüre “Gestatten: Elite!”, etwas Elitenforschung betreibe, würde ich mich über eine Einladung für SK freuen. Ich habe gehört, dass sich die junge Elite in diesem Netzwerk trifft und ich hätte ein paar Fragen zu diesem Thema.

    Vielen Dank für das Verständnis!

    mailto: hellihell@yahoo.de

    Beste Grüße

  13. Michael Dehn
    schrieb am 9. März 2010 um 19:32 Uhr (#)

    In der Zeit gibt es einen interessanten Artikel zum Trend der elitären Netzwerken: http://zeit.de/digital/in…te-facebook?page=all

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