Kopf hoch:Traditionelle Medienkonzerne sind nur die zweitschlechteste Branche
Wer die Sendung “Mad Money” auf CNBC noch nicht kennt, sollte sich diese sehr ungewöhnliche Börsenshow mal antun. Moderator Jim Cramer, so eine Art Stefan Raab unter den Börsenkommentatoren, bedient täglich seine umfangreiche Fangemeinde mit Börsentipps, die in Inhalt und Stil alles andere als konventionell sind. Die Sendung ist sicher Geschmackssache und oft nicht lange auszuhalten, aber langweilig und trocken ist sie garantiert nicht. Und etwas Unterhaltung ist im derzeit düsteren Börsenklima sicher nicht falsch.
In einer neuen Kolumne zieht Jim Cramer über eine seiner derzeit am wenigsten geliebten Branchen her: Die traditionellen Medienkonzerne. In einst höchst begehrte Aktien wie die von Time Warner, New York Times oder Gannett sollte nur investieren, wer noch einen Verlustbringer zum Steuern sparen braucht, so Cramers vernichtendes Fazit. Mit diesen Titeln hat man in letzter Zeit nur Geld verloren. Und anders als die meisten Technologieaktien haben sie sich seit der letzten Börsenkrise kaum erholt.
Das Bild sieht tatsächlich traurig aus: Während der Dow-Jones-Index in den letzten Jahren immerhin 47% zugelegt hat, verdiente man nur gerade mit Time-Warner-Aktien magere 4.5%. Die Zeitungskonzerne McClatchy, New York Times und Gannett verloren hingegen 50-80% ihres Börsenwerts.
Zum Spass kann man im Vergleich ja mal die Aktienentwicklungen von Google und dem heimlichen Superstar Apple einblenden. Mit Google (erst seit 2004 an der Börse) hätte man gut 500% Wertsteigerung erlebt, mit Apple sogar sagenhafte 2000%.
Etwas besser sieht es im deutschsprachigen Raum aus: Zwar gibt es auch da Konzerne, etwa Bertelsmann in Deutschland oder Edipresse in der Schweiz, deren Aktie sich in den letzten fünf Jahren kaum bewegt hat. Andere, unter anderem Axel Springer, Tamedia und ProSiebenSat.1, haben ihren Kurs aber etwa verdoppelt und damit immerhin den Markt geschlagen. Ein vollständiges Bild zu gewinnen ist aber schwierig, da in Europa viele grosse Medienkonzerne in privater Hand oder in staatlichem Besitz sind. Unter den 10 grössten deutschen Medienkonzernen gibt es beispielsweise nur drei, deren Aktien öffentlich gehandelt werden.
So oder so waren Aktien klassischer Medienkonzerne in den letzten Jahren kein gutes Investment. Und es gibt kaum Anzeichen dafür, dass sich das bald einmal ändern könnte.
Aber immerhin: Laut Jim Cramer gibt es derzeit eine noch schlimmere Branche, nämlich die von der Kreditkrise gebeutelten Banken. Was für ein Trost.
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Matthias
Traditionelle Medienkonzerne und Banken in einem Boot? Das lässt aufhorchen.
Denn beide Branchen verlieren ja den Anschluss an die Technik: Die alten Medienkonzerne verstehen so wenig vom digitalen Geschäft und dessen Technik (!) wie die Banken.
Das Bankgeschäft der Zukunft, das über Handys und sonstwas läuft, wird kaum von den Banken erfunden. Allenfalls sehen diese zu, wie ihnen Google & Co. ganz langsam aber sicher die Butter vom Brot nehmen…
Da könnte was dran sein, oder?