Fernsehen aus der Zeitschrift

Um sich von der Billigkonkurrenz abzugrenzen setzt TV Movie auf frische Optik und angepasste Heftstruktur. Soweit keine Nachricht, wären da nicht die ?Promotionen?, Anzeigen im redaktionellen Layout.

Mehr als neun Millionen verkaufte Hefte jeden Monat: Noch stellen Fernsehzeitschriften das größte Segment im Zeitschriftenmarkt. Gleichzeitig sinken die Auflagen und Umsätze vieler einzelner Titel, denn immer neue Hefte drängen auf den übersättigten Markt. Zuletzt eine ganze Ramschkiste billiger Heftchen im Taschenbuch-Format. Den Verdrängungswettbewerb der Klonkrieger spürt man auch bei der TV Movie. Im ersten Quartal wurde ein Umsatzrückgang um 2 Millionen Euro verzeichnet, im November landete das Blatt bei kress unter den Top-5-Verlierern.

Und es wird alles noch schlimmer: Das Fernsehangebot wird unübersichtlicher, diverse Anbieter bringen digitale Programmpakete über Satellit oder Kabel an die Kunden, neue Spartenkanäle sprießen, andere Angebote kommen ?on demand? zum Zuschauer.

TV Movie vermeldet also stolz:

Mit einer noch edleren Optik inklusive modifizierter Farbwelt und Bildsprache sowie neuen Schriften, einer verbesserten Struktur, einem frisch gestalteten Programmteil und neuen Heftelementen baut TV Movie die Qualitätsführerschaft weiter aus.

Das mag bahnbrechend sein, für mich als höchst sporadischen Nutzer von Programmzeitschriften sind die Änderungen kaum erkennbar. Die Seiten wirken überladen, ein wilder Mix aus Schriften und Formen, sehr unruhig, sehr kleinteilig. Edel sieht anders aus. Nur eins fiel mir dann doch auf: Werbung, die wie redaktioneller Inhalt aussieht. Farben, Grafiken, Symbole, Schriften: Nur die Schriftart des Fließtextes ist serifenlos, während ?echter? redaktioneller Inhalt in einer Serifenschrift gesetzt ist. Das fällt nicht weiter auf. Allein oben auf der Seite wird ?Promotion? angegeben, so als wäre dies eine normale Rubrik. Auf einer Doppelseite Werbung auch nur auf der linken Seite.

Bilder gibt es bei Werben & Verkaufen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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