YouTube erkennt den Nutzen von Innovationen

In letzter Zeit habe ich häufig über YouTube berichtet – nicht, weil ich die Seite so liebe und permanent nutze, sondern weil YouTube seit einigen Monaten sehr aktiv und merklich an der Verbesserung seines Angebots arbeitet. Google scheint erkannt zu haben, dass man sich angesichts zahlreicher ernstzunehmender Konkurrenten nicht auf dem bisherigen Erfolg seines 2006 übernommenen Videoportals ausruhen kann. Laut Hitwise vereint YouTube in den USA mehr als 60 Prozent aller Nutzer von Videoportalen auf seiner Plattform. Neben Partnerschaften mit Inhalteanbietern und Fernsehsendern scheint die aktuelle Innovationsstrategie zwei Kernbereiche zu umfassen: Zum einen versucht man, durch lokalisierte Versionen weltweit seinen Marktanteil zu steigern – im Juni starte YouTube in neun Ländern sprachlich und inhaltlich angepasste Angebote, vor kurzem folgten Versionen für Australien, Neuseeland und Deutschland – zum anderen ist man bestrebt, die Usability zu verbessern und die Funktionsvielfalt zu erhöhen.
Seit einigen Wochen können User endlich an eine beliebige Stelle in einem Video springen, ohne das der Clip bereits bis an diese Stelle geladen hat. Auch scheint sich die Performance deutlich verbessert zu haben. Zumindest mein persönlicher Eindruck ist es, dass Schwierigkeiten beim Starten von Clips und Unterbrechungen während des Streamings seltener geworden sind. Vor einigen Tagen erfolgte außerdem die Veröffentlichung des YouTube Uploaders, einem offiziellen Tool, mit dem mehrere Videos gleichzeitig einfach und bequem hochgeladen werden können. Auch entschied man sich, die maximale Dateigröße pro Video von 100 MB auf 1 GB zu erhöhen. Die Längenbegrenzung von 10 Minuten pro Clip bleibt aber bestehen. Im Moment gibt YouTube selbst Videos mit im Original hoher Auflösung in relativ geringer Qualität wieder. Die Vermutung des GoogleWatchBlogs, dass zeitnah hochaufgelöste Videos unterstützt werden, hat sich mittlerweile bestätigt: Laut Webware kündigte YouTube-Mitbegründer Steve Chen an, dass YouTube spätestens in drei Monaten hochaufgelöste Videos abspielt.
All diese Neuerungen stellen keine Killerfeatures dar sondern finden sich in unterschiedlichen Ausprägungen auch bei anderen Videoportalen. Es war höchste Zeit, dass YouTube etwas in den Ausbau und die Verbesserung der Plattform investiert. Mit dem jetzt eingeschlagenen Weg stehen die Chancen, die globale Marktführerschaft bei den Videoportalen langfristig zu verteiden, nicht schlecht.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.


















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