Facebook-Werbung:
Wo bleiben die Klicks?

Andreas Göldi, 15. November 2007 19:08 Uhr, 15 Kommentare Kommentare

Ein weiterer Update zu meinen Experimenten mit dem neuen Werbesystem von Facebook: Seit gut einer Woche läuft meine bescheidene Anzeige jetzt.

Picture 3
In der Zeit haben knapp 3500 Leute die Werbeeinblendung zu sehen gekriegt, aber nur ganze 4 haben geklickt. Das ist also eine Click-Through-Rate von sagenhaften 0.12%. Das ist fast noch schlechter als die durchschnittliche Bannerwerbung ohne echtes Targeting.

Nun würde mich das angesichts des eher exotischen Themas meines Face-Ads nicht überraschen, aber andere, beispielsweise VC Fred Wilson,

com/a_vc/2007/11/my-facebook-ad-.html”>haben genau die gleiche Erfahrung gemacht: Die Leute scheinen auf Facebook so beschäftigt zu sein, dass sie nicht auf Werbung klicken, obwohl die Einblendungen ja theoretisch ihren Interessen entsprechen würden.

Diese ersten Resultate, die natürlich keineswegs repräsentativ sind, scheinen doch meine schon früher geäusserte Theorie zu bestätigen, dass Werbung auf Social Networks niemals so wirkungsvoll sein wird wie auf einer Suchmaschine. Die Leute gehen nicht mit der Absicht auf Facebook oder Myspace, interessante Inhalte von Drittanbietern zu finden (wie man das z.B. auf Google macht), sondern sie wollen interagieren. Werbung stört dabei nur.

Immerhin, Facebook hat an mir in einer Woche schon 52 Cents verdient. Das trägt ja sicher signifkant zu den ehrgeizigen Wachstumsplänen bei…

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15 Kommentare

  1. Matthias
    schrieb am 15. November 2007 um 21:57 Uhr (#)

    andreas, danke für den feldtest! das ergebnis überrascht nicht (auch wenn es vielleicht noch nicht statistisch signifikant genug ist).

    mit deiner theorie liegst du natürlich genau richtig. die ebene “nähe zu einer transaktion” ist dabei die basis-ebene, mit der man das schön zeigen kann. für praktiker gibts noch andere kennzahlen, z.b. läßt sich das ganze auch über das verhältnis von pis zu visits kategorisieren. pi/visit-ratio >12: die seite macht irgendwas mit community, oder mailfrontend, foren, vielleicht auch bildergalerien (hotornot etc.)… alle diese dinge die viele pageimpressions erzeugen, generieren eine geringere klickrate, die letztlich mehr oder weniger linear fällt zu der anzahl der seitenabrufe. und da dieses ratio bei social networks ja auch gerne mal >30 sein kann (studi.vz nach aktueller ivw), ist das ganz logisch. es gibt nichts was man dagegen tun kann, so toll kann eine anzeige gar nicht getargeted sein. die user befinden sich vom mindset her in einer art “clickstream”, und klicken durch die seite.

    die erkenntnis ist übrigens uralt, so von 99. warum jetzt pi-maschinen wie social-networks solche bewertungen bekommen, kann man nur mit dem stichwort “bubble” erklären.

    ansonsten: hervorragender blog, weiter so, lese ihn regelmäßig.

  2. tiwreuitwue
    schrieb am 15. November 2007 um 23:32 Uhr (#)

    Vielleicht liegt es einfach nur an Deiner schlechten Anzeige?

  3. Patrick Mollet
    schrieb am 16. November 2007 um 18:19 Uhr (#)

    Ziehe leider das gleiche Feedback: 11′712 AdImpressions und nur gerade 1 Klick… Und unsere Anzeige ist nicht sooo schlecht, als dass es jetzt gar keinen Anreiz gäbe, drauf zu klicken ;-)

  4. Andreas Bersch
    schrieb am 16. November 2007 um 20:28 Uhr (#)

    Bei uns auch: Wir haben zum Test die Werbebotschaft “1.500 Freikarten zu gewinnen” – also keine so unattraktive Botschaft.
    ABER: auch hier bei ca. 5000 views nur 3 oder 4 clicks.
    Und die Anzeige läuft nur in Deutschland.

  5. Jan
    schrieb am 20. November 2007 um 14:17 Uhr (#)

    Wir vermarkten an die 30 Communities, viele mit ähnlichen Inhalten wie Facebook (die eine halt mehr auf Party aus, die andere mehr auf Studenten usw. aber letztlich alle irgendwie ähnlich) mit mtl. rund 2,5 Mrd. (ja, milliarden) Pageviews, also einer Menge von der man sagen kann, dass sie statistisch relevant ist, und da erreicht _keine_ Seite eine Klickrate über 0,1% …

  6. blogstone
    schrieb am 20. November 2007 um 16:58 Uhr (#)

    Die Studie zeigt interessante Resultate. Da frage ich mich dann, ob Facebook wirklich 15 Milliaren Wert ist.

  7. Urlaubswerk
    schrieb am 20. November 2007 um 17:16 Uhr (#)

    aus unserer zeit bei der web.de wissen wir: ist jemand im kommunikationsprozess, ist werbunug fast unwirksam, was ja auch logisch ist. wenn wir in der realen welt sind, haben wir auch keinen spaß daran, dass wir in einem gespräch unterbrochen werden.
    werbung in diesen websites klappt nur am ende des kommunikationsprozesses, z.b. auf log out seiten. da ist die clickrate bis zu 5%!

  8. Christian
    schrieb am 20. November 2007 um 17:24 Uhr (#)

    Wann lernen die Onlinewerbetreibenden denn endlich, daß der Click irrelelvant ist. Ich clicke auch nicht auf den Fernseher oder eine Plakatwand. Werbung wirkt, aber fordert doch nicht eine sofortige Reaktion.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Andreas Göldi
    schrieb am 20. November 2007 um 17:30 Uhr (#)

    @Christian: Da sind viele aber anderer Meinung. Der Erfolg von Google war ja auch nur moeglich, weil dort (fast) nur Clicks bezahlt werden muessen. Werbetreibende suchen immer mehr nach messbaren Werbeformen, und nichts drueckt das Interesse eines potentiellen Kunden direkter aus als ein Klick.

  10. Christian
    schrieb am 21. November 2007 um 12:01 Uhr (#)

    @ Andreas Göldi: Gooegle als Suchmaschine mit entsprechender Werbung mit einer bspw. Zeitungsseite zu vergleichen ist doch etwas gewagt. Warum sollte ich auf einer Zeitungsseite auf Werbung klicken, befinde ich mich dort in einem analogen Suchprozess wie bei Google?
    Um ein neues Produkt in den Markt zu drücken braucht es Erinnerung ans Produkt beim potentielle Kunden und keine Clicks auf der Werbung. Ein intelligenter Werbemix aller Werbeträger ist dafür nötig.
    Sollten Werbetreibende ihre Budget auf Clickraten aufbauen, werden sie enttäuscht werden. Bei so seltenen Ereignissen wie Clicks mit vielleicht 0,05% der Impressions kann auch mit irgendeinem Targeting keine Verdoppelung oder Verdreifachung auf lange Sicht erreicht werden. Das hieße dann 0,1 bis 0,15% der Impressions würden geclickt. Dies hieße dann bei einer Kampagne mit 1 Mio Impressions, daß 1000 mal geclickt wird. Ich als Auftraggeber täte gut daran mir sehr genau überlegen ob ich dafür bezahlen sollte. Nein. Clicks sind kein geeignetes Maß.

  11. Patrick Mollet
    schrieb am 21. November 2007 um 12:18 Uhr (#)

    Christian, erkläre das bitte der Mehrheit der Unternehmen (jedenfalls hier in der Schweiz)! Die Marketingausgaben sind extrem unter Druck und die Verantwortlichen klammern sich an alle messbaren Dinge und seien sie vielleicht noch so irrelevant.

    Auf der anderen Seite verstehe ich aber auch die Kunden: Denn nur vom Branding-Effekt alleine habe ich noch keine Produkte verkauft! Wir haben viele Kunden, welche Absolventen rekrutieren wollen: Bei denen ist der Branding-Effekt und damit die Reichweite entscheidend. Sobald die Kunden aber Produkte anbieten (selbst Banken und Versicherungen), zählt nur noch der effektiv vermittelte Besucher.

    Die Werbemittelforschung versucht schon lange, bei Plakaten und Inseraten messbare Resultate und Aussagen zu generieren. Mit dem Internet ist nun halt plötzlich alles verfolg- und damit messbar geworden. Ob sinnvoll oder nicht, schlussendlich entscheidet der Kunde, für was er bezahlen will!

  12. Laki
    schrieb am 21. November 2007 um 20:15 Uhr (#)

    Für mich klingt es auch nur logisch, dass wenn man im Kommunikationsprozess ist Werbung nur geringen Effekt haben kann. Dagegen steht der Clickstream, indem man sich befindet. Nun, was wirkt stärker?

    @Jan:

    bei 30 cimmunities, da kann man ja wohl schon statistischen Werten sprechen.

    @Urlaubswerk:

    gibt es denn noch viele, die die log out Seiute benutzen, die ist ja eigentlich gar nicht nötig um sich auszuloggen.

  13. Urlaubswerk
    schrieb am 2. Dezember 2007 um 17:17 Uhr (#)

    hi noch mal an alle.
    noch mal ein paar gedanken zum gesagten hier:
    du kannst bei allen portals tkp, cpc, cpl, cpo und cp-was-weiß-ich in allen rotationen und umfeldern und werbeformen hoch und runter buchen.
    gehen wir also einfach mal davon aus, dass das angebot an werbungsarten groß ist.
    fakt ist nun: die meisten werbetreibenden haben interesse an cpo deals. warum? weil sie die dann nicht die qualität der visitor/clicks/visits blind kaufen sondern der key accounter des portals nicht lustige ppt folien verkauft sondern in der tat ergebnisse. und das sind umsätze.
    warum klappt das bei google und cpc?
    nun, google sagt, ich habe die ganze welt als kunden. das stimmt.
    dann blende ich deine werbung nur ein, wenn der user die von dir gewünschte keywordkombi eingibt und damit interesse daran aktiv (!) bekundet. ist auch schlüssig. das einzig nicht ganz schlüssige sind die adsense einblednugnen in fremdportals. das ist unsauber. der rest ist ok und berechtigte grundlage des erfolges von adwords.
    zum thema branding: es ist in der tat ein klientel auszumachen, für das branding interessant ist – z.b. markenartikler. denen verkauft man dann mit werbewirksamkeitsstudien, dass cross mediales werben den erinnerungseffekt in die höhe schießt. ist das aber wirklich so? fraglich. sales manager im web sind verkäufer. und sie werden mit einem dynamischen gehaltsanteil bedacht…
    also meine meinung: mache werbung messbar so wie jede andere maßnahme, die du in deinem unternehmen einführst.
    und ja, die meßbarkeit wird wird bei coca-cola natürlich eins schwieriger, als wenn wir mit unserem urlaubswerk werbung schalten. das ist in der tat unmöglich. ändert aber nichts an der logik des gesagten sondern nur an den ungenügenden meßmethoden der coke werbung.
    @laki: die logout center in den freemailern der großen portals sind die besten werbeplätze. nutzt du als user das logout nicht, dann kommt beim nöchsten login eine erinnerung “bitte ausloggen, sonst kann jeder bei dir in den account”.und so wirst du dressiert, immer schön logout zu drücken.

    schicken andvent euch allen!!

  14. Manuel Gruber
    schrieb am 9. November 2008 um 00:22 Uhr (#)

    Hallo,

    Ähnliches habe ich auch erlebt. Eine fast identische Anzeige hat bei Google Adwords eine Click-Through-Rate (CTR) von 7,2%. Und obwohl man bei Facebook zusätzlich ein Foto hochladen kann, kommt man nur auf kümmerliche 0,06% CTR. Natürlich sind es total unterschiedliche Ansätze, die Differenz ist aber beeindruckend.

    Beste Grüße,
    Manuel

  15. Manuel
    schrieb am 9. November 2008 um 00:24 Uhr (#)

    Hallo,

    Ähnliches habe ich auch erlebt. Eine fast identische Anzeige hat bei Google Adwords eine Click-Through-Rate (CTR) von 7,2%. Und obwohl man bei Facebook zusätzlich ein Foto hochladen kann, kommt man nur auf kümmerliche 0,06% CTR. Natürlich sind es total unterschiedliche Ansätze, die Differenz ist aber beeindruckend.

    Beste Grüße,
    Manu

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