Trend:
Webapplikationen offline nutzen

Webapplikationen offline nutzen
Obwohl wir immer häufiger, in allen möglichen Lebenslagen und von unterschiedlichsten Geräten aus online gehen, gibt es nach wie vor diese unmöglichen Momente, in denen keine geeignete Internetverbindung zur Verfügung steht. Sei es im Flugzeug, unterwegs ohne einen kostengünstigen Tarif für mobiles Surfen, in Gegenden ohne schlechte Netzabdeckung (sowohl stationärer als auch mobiler Art) oder ganz einfach, wenn der heimische Internetanschluss einmal temporär ausfällt. Damit man in solchen Situationen nicht komplett aufgeschmissen ist, hat Google mit GoogleGears eine Browsererweiterung entwickelt, welche die Offline-Verwendung von Webapplikationen möglich macht. User können Daten offline betrachten und teilweise sogar modifizieren. Sobald eine Internetverbindung besteht, werden die Änderungen mit der Onlineversion synchronisiert. Mit Googles RSS-Reader Google Reader funktioniert dies schon. Auch Googles Maildienst GMail soll bald mit Hilfe der Gears-Erweiterung offline nutzbar sein.

Auch andere Unternehmen können Google Gears verwenden, um Usern ihre Dienste auch bei nicht vorhandener Internetverbindung verfügbar zu machen. Der Todo-Listen-Service Remember The Milk nutzt diese Möglichkeit bereits. Gerade erst hat auch MindMeister, ein Dienst zum gemeinsamen Erstellen und Bearbeiten von Mindmaps, mit Offmeister eine Offline-Version für Premium-Mitglieder veröffentlicht. Neben Google sieht offensichtlich auch Microsoft einen Sinn darin, dass Webapplikationen im Offline-Modus funktionieren, und hat kürzlich einen Gears-Konkurrenten namens Microsoft Sync Framework gelauncht.

Dass die Offlinenutzung von Webapplikationen irgendwann einmal für einen großen Teil der Internetnutzer aktuell wird, ist wenig wahrscheinlich. Die Tendenz auf Nutzerseite geht bekanntlich eher in eine Always-on-Richtung. Doch da uns einige der eingangs beschriebenen “Ausnahmesituationen” vermutlich noch ein Weilchen erhalten bleiben werden – insbesondere bis zur allgemeinen Verbreitung von Internetzugängen im Flugzeug wird noch ein bisschen Zeit vergehen – kann die Offlineversion des ein oder anderen Internetdienstes sicher einen zusätzlichen Mehrwert bieten. Meine Wünsche: Onlinetextverarbeitung und -office (Google Docs, Zoho, Buzzword etc.); Bloglines (für Nichtnutzer von Google Reader), Webmailanbieter (zum Abarbeiten und Beantworten von Mails z.B. im Flugzeug); vielleicht sogar Social Networks, um Zugriff auf die Kontaktdaten seiner Kontakte zu haben. Welche Dienste würdet ihr gerne offline nutzen können? Oder haltet ihr die Idee vielleicht für völlig sinnlos?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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7 Kommentare

  1. Georg
    schrieb am 13. November 2007 um 15:48 Uhr (#)

    ich häte gerene youtube auf blu-ray disk oder so ;-)

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 13. November 2007 um 15:54 Uhr (#)

    YouTube in der Offlineversion mit den zehntausend am häufigsten gesehen Clips lokal auf der Festplatte und bei jedem Onlinegang synchronisiert. Das wär’s ;)

  3. bebal
    schrieb am 13. November 2007 um 21:34 Uhr (#)

    Neben Googlemail (ist ja angekündigt) wäre mir mein Feedreader Bloglines.com in einer Offline-Version sehr nützlich.

  4. Yella
    schrieb am 14. November 2007 um 09:36 Uhr (#)

    Ist es jetzt ein Trend oder nicht?
    In der Überschrift steht es wäre ein Trend, im letzten Absatz relativierst Du das wieder, weil es für einen großen Teil der Nutzer nicht aktuell wird und die Tendenz eher in always-on, also gerade nicht offline geht ;-)

  5. Martin Weigert
    schrieb am 14. November 2007 um 10:08 Uhr (#)

    Klar ist es ein Trend. Nur wird nicht jeder Trend zum Mainstream. Ich sehe da keinen Widerspruch.

  6. Dietmar Harms
    schrieb am 14. November 2007 um 11:44 Uhr (#)

    Ja, so ist das mit der deutschen Sprache. Trend und Tendenz, zwei unterschiedliche Worte, die eine Richtung vorgeben. Das Synonym von Trend lautet übrigens Entwicklungstendenz. Und insofern hat Yella schon recht. Der Artikel ist sprachlich unausgegoren, bzw. widersprüchlich.
    Abgesehen davon, welche “überlebensnotwendigen” Anwendungen gibt es denn schon, die man auch “unbedingt” offline nutzen kann? Und wenn es denn schon so “dringend” notwendig ist, wäre jeder Benutzer ja schön blöd, nicht rechtzeitig für den Fall der Fälle vorzusorgen. Obwohl ich täglich beruflich zu Recherchezwecken zwischen 4 und 6 Stunden im Internet verbringe, fällt mir ad hoc keine Anwendung ein, die ich nicht offline auch nutzen kann. Fällt das Internet in meinem Falle aus, gehe ich halt in eine Bibliothek. Offensichtlich bin ich also die falsche Zielgruppe.

    Ahoi!
    Dietmar

  7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 14. November 2007 um 12:56 Uhr (#)

    Ich habe im letzten Absatz nun deutlicher gemacht, dass ich mich dort auf eine Tendenz auf Nutzerseite beziehe. Der eingangs beschriebene “Trend” ist auf Entwicklerseite festzustellen. So war es gemeint, aber vorher vielleicht nicht deutlich genug ;)

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