Tim O’Reilly sieht Beginn der Konsolidierung im Web 2.0

Martin Weigert, 10. November 2007 19:03 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Web-2.0-Guru Tim O’Reilly hat sich auf der von seinem Verlag organisierten Web 2.0 Expo in Berlin zum aktuellen Stand des Mitmachwebs geäußert. Seine Thesen und Prophezeiungen kurz zusammengefasst:

- Das Web 2.0 befindet sich bereits in der Konsolidierungsphase.
- Nur wenige Anbieter werden an die Börse gehen. Beim Großteil der Startups sind die investierten Beträge geringer als vor dem Platzen der New-Economy-Blase.
- Viele Services werden von Konkurrenten übernommen.
- Das Web 2.0 ist kein Spielplatz, wo sich jeder lieb hat, sondern ein Schlachtfeld, auf dem ein harter Konkurrenzkampf herrscht.
- Langfristig wird maximal ein halbes Dutzend Firmen im Web 2.0 bestimmen.
- Mit der Konsolidierung wird das Web 2.0 auch wirtschaftlich interessant.
- Die nächste Phase des Internets (aka “Web 3.0″) darf keine Abwandlung der aktuellen Angebote sein, sondern muss etwas völlig Neues bieten, z.B. sensorgesteuerte Techniken und die Verbindung von Internet und Realität.

Das klingt doch alles recht plausibel. Auf eine sich verstärkende Konsolidierung mit Übernahmen und einer Trennung der Spreu vom Weizen warte ich gespannt. Über die Kandidaten des bestimmenden halben Dutzends kann spekuliert werden: Google, Facebook und Microsoft sind mit Sicherheit dabei. Ebenfalls das Zeug zum echten Big Player im Web haben News Corporation, Yahoo, Amazon und eBay – “Underdogs” wie Adobe oder Nokia, die ihre Aktivitäten verstärkt auf das Web ausdehnen, nicht zu vergessen. Wer kommt noch in Frage?

via derStandard.at

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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9 Kommentare zu diesem Artikel

  1. ikonos

    schrieb am 10. November 2007 um 19:22 Uhr (#)

    Ist ja schön, dass Herr O’Reilly uns sagt, wie das Web3.0 auszusehen hat…

  2. Martin Weigert

    schrieb am 10. November 2007 um 19:38 Uhr (#)

    Mal davon abgesehen, dass der Versuch einer Definition des Begriffes Web 3.0 (dem sich ja neben O’Reilly viele andere auch annehmen) im Voraus eher wenig sinnvoll ist, denke ich, dass seine Haltung eher ein Wunsch statt eine sachliche Einschätzung ist. Diesen Wunsch kann ich persönlich nachvollziehen. Ich finde, dass wenn man schon mit den Versionsnummern weitermachen möchte, dann kann das Web 3.0 nicht einfach nur Web 2.0 mit einigen klugen Zusatzsaspekten sein, sondern sollte etwas mehr Substanz mit sich bringen (und auch zeitlich nicht nur ein bis zwei Jahre nach dem Web-2.0-Boom folgen).

    Davon abgesehen hat O’Reilly nun mal den Begriff “Web 2.0″ geprägt und bei der Weiterführung der Nummerierung ganz natürlich einen gewissen Mitgestaltungsanspruch ;)

  3. PatRiot

    schrieb am 10. November 2007 um 23:46 Uhr (#)

    Ich fand zwar das es vor dem Web2.0 immer wieder auch Seiten gab, die einen Fokus auf das “Web3.0″ hatten - Chattertreffen, Stammtische, Erfahrungsaustausche via Telefon (das Ding mit Nummern - Tippen - Warten - Sprechen), Collabs über Netz organisiert in echt vollzogen usw.
    Ich sehe aber in den kommenden Appz des Web3.0 viel Anwendungen in Form von Überwachung, einen Fokus auf LoAds(Lokal Advertising) - also bekomme dank meines Mobilen Webempfanggerätes bei Kaisers die Angebote, die mich interessieren könnten).
    By the way - gerade mit Mobile Web würde ich auch Web3.0 assoziieren…
    …sehe dort auch sehr großes Potential für mögliche Rollenspiele (in Richtung “City Wars” bspw.), Services ala viif.de (vllt. beim Beginn von Web3.0 interessant danach gibt es sicherlich MobileInetFlats), aber auch Potential für Social Dingsda - Singlebörsen, Knowledge Börsen und und und - wo sich Accounts (via Mobile) auf der Straße matchen usw. … wir bewegen uns sicherlich in Richtung “1984″ haben aber genauso viele Blender im Web3.0 wie im Web2.0 nur diesmal findet man es wohl leichter raus.

    U´re prv.Guru.

  4. Martin Weigert

    schrieb am 11. November 2007 um 14:19 Uhr (#)

    Das Mobile Web als Mainstream-Phänomen ist sicher auch ein heißer “Kandidat” für das Zertifikat “Web 3.0″. Möglicherweise kommt nach dem Web 2.0 ganz einfach das Mobile Web mit allen seinen Facetten und nicht das Web 3.0 ;)

  5. Stephan Baumann

    schrieb am 11. November 2007 um 14:55 Uhr (#)

    “etwas völlig Neues…” also die Rückverlinkung ins echte Leben, ja so sehe ich das zwar auch, aber was an einem Mobile-AlwaysOn-GPS-verorteten-ClosedCommunities-PhotoCamObjektTagging-etc. Ansatz völlig neu ist? Evtl die Penetration am Markt der “normalen Menschen” … aber mehr Precision, Trust und Semantische Magic tut schon gut unter der Haube …

  6. Pass

    schrieb am 11. November 2007 um 21:00 Uhr (#)

    Web 1.0 = Content vom Anbieter
    Web 2.0 = Content vom Nutzer
    Web 3.0 = Content verschwunden

  7. Martin Weigert

    schrieb am 12. November 2007 um 08:55 Uhr (#)

    Eine sehr logische Weiterentwicklung.

  8. Mirko Riedel

    schrieb am 12. November 2007 um 15:46 Uhr (#)

    Versionsnummern finde ich garnicht so schlecht. Sie können helfen, bestimmte Entwicklungsstadien besser fassbar zu machen. Wie die Version 3.0 aussehen wird, da bezweifle ich, dass uns dieses Timmy2.0 genau sagen kann. Zumal seine Voraussage als Allgemeingut schon lange durch die Hirne wabbert. Verstehe aber, dass der Gute jetzt schon auf den Zug aufspringen möchte, damit er mit seinem Verlag auch dann noch dabei ist.

  9. Joerg

    schrieb am 12. November 2007 um 15:47 Uhr (#)

    Also vollkommen neu war Web2.0 längst nicht. Dass YouTube nicht das erste Videoportal war ist nun wirklich ein alter Hut. Relevant wird es doch erst wenn es einen Massenmarkt erreicht und obwohl es doch reichlich Beispiele zum Thema Pervasive Computing gibt, sind diese noch längst nicht massenhaft verbreitet. Insofern ist die Einführung einer bereits gedachten Idee in den Massenmarkt sehr wohl etwas Neues, wenn auch nicht konzeptionell.


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