Social Networks fördern mobile Nutzung
Mitte August verkündete das deutsche Social Network KWICK!, das vor einigen Tagen die Grenze von einer Million Mitgliedern überschritten hat, eine Kooperation mit dem Mobilfunker O2, in deren Folge Nutzer mit O2-Handy für zwei Euro pro Monat fast die gesamte Funktionspalette der Community ohne Mehrkosten über das Handy nutzen können. KWICK! ist damit eines der ersten sozialen Netzwerke in Europa überhaupt, das das große Potential einer intensiven mobilen Verwendung der Plattform durch die User erkannt hat. Nun berichtet Mashable, dass Bebo, eines der weltweit größte Social Networks, in Großbritannien eine ähnliche Vereinbarung mit dem Mobilfunkprovider Orange getroffen hat.
Für drei Pfund im Monat (zirka fünf Euro) können Orange-Kunden den Dienst unbegrenzt von ihrem Handy und ohne Kosten für den Datentransfer verwenden. Laut ComScore hatte Bebo im Juli diesen Jahres 12,1 Millionen einzelne Besucher aus Europa, fast elf Millionen davon aus Großbritannien. Dort liefert sich Bebo mit Facebook und MySpace einen Dreikampf um die Marktführerschaft. Angesichts von Oranges 15 Millionen Mobilfunkkunden auf der Insel wird sicher der ein oder andere Bebo-User darunter sein, der drei Pfund zu zahlen bereit ist, um von überall mit seinen Bebo-Freunden in Kontakt bleiben zu können.
Es ist zu erwarten, dass in nächster Zeit auch andere große Communities ähnliche Kooperationen eingehen werden. Jeders nutzerstarke Social Network, das seine Mitglieder bei Laune halten und deren Loyalität sicherstellen will, kann durch das Realisieren einer erschwinglichen mobilen Flatrate den Nutzwert für seine Mitglieder maximieren und diese weiter an sich binden. Wann kommen wohl MySpace und studiVZ in Deutschland mit ähnlichen Kooperationen?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.




















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Myspace arbeitet schon mit Vodfone zusammen und hat sich die Preise wohl diktieren lassen:
http://www.myspace.com/vodafonelive
Der schwache Punkt an den Kooperationen ist aber der exklusive Zugang über den Partner. Ich kann das Kwick Angebot nur über O2 nutzen, ein kostenpflichtiger Zugang aus anderen Netzen ist nicht möglich.
Meine Übersicht von letztter Woche zu dem Thema:
http://trau.kainehm.de/20…tworks-going-mobile/
MySpace und Facebook sind zumindest in UK und den USA schon länger mobil. M:metrics hatte hierzu im August ein paar Zahlen: MySpace and Facebook are the top two social networking sites accessed via mobile in both the U.S. and UK. MySpace attracts 3.7 million U.S. and 440,000 UK mobile users. In America, Facebook’s mobile audience is about 2 million, and in Britain, about 307,000. Rounding out the top three is YouTube in the U.S., with 901,000 mobile visitors and Bebo in the UK, with 288,000. (http://heike-scholz.de/20…ile-social-networks/)
In UK hat MySpace Anfang Oktober die Kooperation mit O2 bekannt gegeben. (http://heike-scholz.de/20…meinsam-mit-myspace/)
Hier bei uns ist es noch mau. Insbesondere von StudiVZ höre ich nichts (abgesehen von Ihrer Zusammenarbeit mit FON). Aber wir geben ja die Hoffnung nicht auf. ;)
@ Kai
Das Vodafone-Angebot ist ja kein Extra-MySpace-Angebot mit besonders günstigen Konditionen. Wie es scheint, nutzt Vodafone ganz einfach MySpace als Werbepartner für sein Produkt “Vodafone Live”.
@ Heike
Wie läuft das denn zwischen O2 und MySpace in Großbritannien ab? Welche Konditionen und Begrenzungen? Das ging aus deinem Artikel nicht hervor.
@Martin
Hier hab ich noch was dazu gefunden: http://moconews.net/entry…ll-be-free-through-/
Danke. Ab Anfang 2008 7,50 Pfund pro Monat nur für unbegrenzte MySpace-Nutzung?! Das ist teuer. Der Bebo-Orange-Deal erscheint da in einem besseren Licht.
Interessant auch zu lesen: “O2 says, in an internal survey, its customers listed access to their social nets as the number one content priority after search.” Wenn man dieser Eigenangabe glauben darf, dann untermauert das, wie sinnvoll es für Social Networks auf der einen und Mobilfunker auf der anderen Seite ist, Kooperationen einzugehen und den Kunden kostengünstigen Zugang zur Community ihrer Wahl zu ermöglichen.
Über kurz oder lang halte ich aber die Telkos für die Verlierer. Denn alles wofür man sie letztlich noch brauchen wird, ist die Verbindung zum Handy. Damit sind sie dann endgültig, wie schon im Festnetz, zur “dumb pipe” geworden. Bin gespannt, ob sie sich dieser Entwicklung noch entgegen stemmen können.
Deshalb meinte ich ja, dass sich myspace die Preise hat diktieren lassen.
Der Vergleich mit kwick bezog sich auf die Nachteile, die sich aus einer solchen Kooperation ergeben. Myspace macht keine Werbung für einen offenen mobilen Zugang, die üblichen Adressen m. und wap. funktionieren nicht.
Die kostenlose Nutzung der Community ist eine gute Werbung für einen Netzbetreiber, wenn andere Anbieter nachziehen wird die Blockade anderer Netze sicher nicht lange zu halten sein.
Bei O2 ist es zur Zeit so, dass ich nur über apns auf Kwick zugreifen kann, die eine Nutzeridentifikation gewährleisten. Über den UMTS apn, den ich standardmäßig nutze, bleibe ich trotz O2 Netz draußen.
Ich denke, dass die Communities in Ihren Forderungen noch weiter gehen können und die exklusive Bindung überwinden.
Und wie stehts mit Werbung/Spam beim kostenlosen Service? Wird man da danach vollgemüllt?