Wuala:
Datei-Hosting auf den Festplatten anderer User

Martin Weigert, 22. Oktober 2007 10:05 Uhr, 26 Kommentare Kommentare

WualaMehr als einmal stieß ich in den vergangenen Tagen in internationalen Blogs auf Artikel über Wuala (zuerst bei blognation USA). Wuala ist ein neuartiger Dienst zum online Speichern und Teilen von (vorrangig großen) Dateien. Nachdem ich am Samstag bei CenterNetworks ein Interview mit Dominik Grolimund las, einem der beiden Gründer von Wuala, war mir klar: Wuala ist anders und aus drei Gründen ein Posting bei zweinull.cc wert: 1. Die Idee von Wuala ist verrückt (im positiven Sinne) und ziemlich smart. 2. Der Dienst kommt aus dem deutschsprachigen Raum (Zürich), zielt aber von Beginn an auf eine internationale Nutzerschaft 3. Wuala ist eigenfinanziert und möchte das auch bleiben.

Wuala ist primär ein Service zum Speichern von Daten im Netz. Jeder, der sich bei Wuala anmeldet, erhält kostenlos ein Gigabyte Speicherplatz auf Wualas eigenen Servern. Bei allem, was über dieses Volumen hinaus geht, verabschiedet sich Wuala von der zentralen Serverstruktur und setzt stattdessen auf das Peer-to-Peer-Verfahren. Es nutzt also den Festplattenplatz anderer User. Die im Interview bei CenterNetworks erklärte Funktionsweise ist kompliziert und für einen Nicht-Informatiker (wie mich) schwer nachzuvollziehen. Vereinfacht kann man festhalten, dass mittels Drag & Drop über die Wuala-Software online zu speichernde Dateien verschlüsselt und in kleinen Einzelteilen auf den Rechnern anderer Wuala-Nutzer abgelegt werden und fortan immer verfügbar sind. Klingt abgefahren, oder?

Im Interview erklärt Dominik Grolimund von Wuala detailliert, wieso dies möglich ist und warum kein Risiko besteht, dass Teile einer Datei nicht mehr abgerufen werden können, wenn ein anderer Benutzer offline geht. Je mehr eigenen Speicherplatz ein User auf der eigenen Festplatte freigibt, desto mehr Speicherplatzerhält er von Wuala (= auf anderen Rechnern). Um eine schnelle und stabile Performance zu gewährleisten, kann sich an diesem Tauschsystem nur beteiligen, wer mehr als 17 Prozent (rund vier Stunden pro Tag) online ist. Auch werden einige Teile jeder hochgeladenen Datei zentral bei Wuala gespeichert, um gerade im Anfangsstadium mit weniger Nutzern eine hundertprozentige Verfügbarkeit sicherzustellen. Dennoch sind die Betriebskosten für Wuala gering, da der Großteil des Traffics von den Nutzern selbst gehandhabt wird. Auch kann man auf eine teure und Energie fressende Serverfarm verzichten.

Wuala ist hauptsächlich für das Speichern von Dateien gedacht, die für viele kostenlose Hosting-Anbieter zu groß sind. Durch die Verschlüsselung und Zerlegung der Daten in Einzelteile bezeichnet sich Wuala als äußerst sicher, da im Gegensatz zu anderen Webhosting-Lösungen nicht einmal die Betreiber des Dienstes sehen können, welche Daten ein Benutzer abgelegt hat. Neben dem reinen Online-Backup haben User auch die Möglichkeit, ihre gespeicherten Dateien mit anderen Benutzern zu teilen. Innerhalb der Software gibt es zudem eine Übersicht der populärsten, für den öffentlichen Zugriff zugelassenen Dateien.

Der Dienst befindet sich derzeit in der geschlossenen Alpha-Phase. Es muss sich also erst noch zeigen, ob und wie das komplizierte System des P2P-Hostings bei steigender Nutzerzahl und zunehmender Datenmenge funktioniert, wie es von der Internet-Community angenommen wird und auf welchen Wegen sich mit Wuala eines Tages Geld verdienen lässt. Laut Dominik Grolimund hat man zwar unterschiedliche Finanzierungsmodelle im Auge, aber in Eile ist man nicht. Vor Wuala war er Gründer und Geschäftsführer eines anderen Unternehmens, das noch immer gut läuft und dessen Erlöse bei der Finanzierung von Wuala helfen. Investoren sind nicht mit an Bord, und das soll sich vorerst auch nicht ändern.

Ich habe vier Einladungen zur Alpha-Version von Wuala. Wer den Dienst ausprobieren möchte, hinterlässt bitte einen Kommentar.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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26 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Christoph Wagner

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 10:36 Uhr (#)

    Hm, klingt recht interessant, hätte gerne eine Einladung dafür.
    Das Interview werde ich mir jetzt mal anschauen, vielleicht verstehe ich ja als Informatik-Student den Kram^^

  2. Christoph Wagner

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 10:45 Uhr (#)

    Hm, verstehe das Prinzip sogar, das hatten wir in Mathe unter Codierungstheorie -> Fehler korrigierende Codes.
    Derartiges gibt es auch für .rar Dateien. Nennen sich dann glaub ich .par und sind nötig falls eine .rar Datei korrupt ist.

  3. kuschti

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 11:27 Uhr (#)

    Ich hätte auch gerne eine Einladung. Klingt sehr interessant

  4. Dietmar

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 11:40 Uhr (#)

    Ich nehme die Einladung zum Testen dankend an.

    Ahoi!
    DJH

  5. Jan

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 11:42 Uhr (#)

    Auf jeden Fall. Eine Einladung wäre prima.

  6. Martin Weigert

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 11:43 Uhr (#)

    Ok, damit sind die vier Einladungen weg. Ihr erhaltet diese heute Abend.

  7. ikonos

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 14:42 Uhr (#)

    Sehr interessante Geschichte!
    Solltest du aus irgendwelchen Gründen Nachschub an Einladungen bekommen, bin ich auch interessiert. Habe mich auf der Seite mal registriert, mal sehen, vielleicht kommt irgendwann ja was.

    Problem ist denke ich wie bei anderen Online-Festplatten (z.B. GMX) der verhältnismäßig geringe DSL Upload in Deutschland.

  8. Martin Weigert

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 14:45 Uhr (#)

    Definitiv, Spaß macht das (und sinnvoll ist es) nur mit richtig schnellen Leitungen. Aber ganz langsam wird doch auch der Upstream in Deutschland schneller.

    Ich glaube, die neu eingeladenen User erhalten automatisch fünf weitere Invitations (bin mir aber nicht sicher). Vielleicht kann dir dann ja einer der vier Glücklichen eine abgeben ;)

  9. mi.o-o.im

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 18:26 Uhr (#)

    Auch wenn Du schreibst, dass die Refinanzierung bisher nicht wichtig ist, wäre es doch interessant zu erfahren wie der Dienst später mal finanziert werden soll. Vielleicht kannst Du ja deine Beziehungen spielen lassen. ;)

  10. Martin Weigert

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 18:35 Uhr (#)

    Check mal das Interview bei CenterNetworks. Dominik geht da näher darauf ein und gibt einige Beispiele.

  11. Christoph Wagner

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 20:32 Uhr (#)

    Danke für die Einladung! Jetzt muss ich nur noch lange genug online sein um den Special Part des Dienstes zu testen:)

    Hat nun wer noch Interesse an Einladungen?
    http://cwagner.wordpress.com/wuala/
    Kurz Kommentar hinterlassen, wenn die 4 Einladungen weg sind wird der Link auch ins Leere zeigen. So muss niemand seine E-Mail öffentlich posten.

  12. Martin Weigert

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 20:39 Uhr (#)

    Super, danke Christoph! Frisst Wuala bei dir auch so viel Resourcen? Also mein zwei Jahre altes Notebook wird ganz schön langsam.

  13. Christoph Wagner

    schrieb am 22. Oktober 2007 um 21:18 Uhr (#)

    Habe kurze CPU Bursts beim Downloaden von Dateien und Ansichten Wechseln. Sind aber wirklich nur seeehr kurz. Lediglich der Ram Verbrauch ist mit knapp 90MB recht hoch aber noch in Ordnung. Langsam ist der Client bei mir eigentlich nicht.

  14. Bastian Scherbeck

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 09:07 Uhr (#)

    Hmmm eine Sache die hier noch nicht angesprochen wurde: Der angebotene Dienst schreit doch fast danach, dass Nutzer hier Filme und ähnliches nicht legales Material speichern. Wie sichern sich die Betreiber denn da rechtlich ab bzw. wie ist da die rechtliche Lage - auch für jeden Teilnehmer an dem P2P Netzwerk?

  15. Martin Weigert

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 09:12 Uhr (#)

    Das ist ein interessanter Aspekt, über den ich auch nachgedacht habe (allerdings wollte ich Wuala nicht sofort in eine spezielle Ecke stellen -> primär geht es ja um das Online-Backup.) Die Sharingfunktionen öffnet natürlich auch Tür und Tor für illegales Filesharing. Auf der anderen Seite findet alles erst einmal nicht-öffentlich statt (solange man seine Dateien nicht für den öffentlichen Zugriff konfiguriert). Und das Teilen von Dateien im kleinen Freundes- bzw. Bekanntenkreis sollte vermutlich kein großes Risiko für negative rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, oder?

    Da sämtliche Dateien in kleinen Einzelteilen auf unterschiedlichsten Rechnern verteilt sind, entsteht hier aber tatsächlich eine Situation, für die es bisher keine Benchmark gibt.

  16. marcel weiß

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 12:11 Uhr (#)

    Wuala scheint, wenn es entsprechend skaliert, perfekt für solche Darknets, wie du es beschreibst, zu sein.

    (warum gibt’s denn keine kommentarabo-funktion mehr?)

  17. Martin Weigert

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 14:39 Uhr (#)

    @ Marcel

    Es gab da ein paar Spam-Probleme. Michael ist an der Lösung dran.

  18. Christoph Wagner

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 17:08 Uhr (#)

    Meine Einladungen sind nun auch alle weg:)

  19. Igor

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 17:10 Uhr (#)

    Martin, ich wuerde mich auch ueber eine Einladung freuen. Danke!

  20. jo

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 17:26 Uhr (#)

    Wuala ist ein neuartiger Dienst zum online Speichern und Teilen von (vorrangig großen) Dateien.

    Neuartig? Soso. Freenet (nein, nicht der Provider) existiert, mehr oder weniger seit 7 Jahren: http://de.wikipedia.org/wiki/Freenet

    Verrückt, oder?

  21. Martin Weigert

    schrieb am 23. Oktober 2007 um 18:32 Uhr (#)

    Von freenet.org:

    “Afer you start Freenet, wait a few seconds for it to start up (on a slow computer, you may need to wait about 30 seconds), and visit http://127.0.0.1:8888/ in your web browser to access Freenet’s user interface. ”

    Die Neuartigkeit liegt eindeutig darin, dass Wuala anwenderfreundlich und einfach zu bedienen ist ;) (in Kombination mit 1 Gig Gratisspace und Sharing-Funktionen).

  22. Janko

    schrieb am 25. Oktober 2007 um 08:22 Uhr (#)

    Beim P2P Blog gibt’s auch noch ein paar Einladungen: http://www.p2p-blog.com/item-396.html

  23. flx

    schrieb am 29. November 2007 um 14:52 Uhr (#)

    ich hab mir das auch ma angeschaut. sieht vielversprechend aus. wenn wer noch einladungen braucht: ich hab noch welche.

  24. knub

    schrieb am 5. Dezember 2007 um 16:58 Uhr (#)

    Habe auch noch Einladungen, wer welche braucht, meldet sich unter knub[at]jubii[dot]de .

  25. WualaDaniel

    schrieb am 17. Januar 2008 um 01:00 Uhr (#)

    Und von mir kommt auch noch mal ein Schwung frische Einladungen. Insgesamt 10 Stück habe ich zu vergeben. Also schickt einfach eine Mail an mailtodanielwoe-wualaeinladung(at)yahoo(punkt)de und ich schicke euch den Einladungscode.

  26. Swidran

    schrieb am 28. April 2008 um 20:13 Uhr (#)

    Habe noch 14 Einladungen zu vergeben, e-mail an
    swidran18(ät)hotmail(Punkt)com


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