weblins Avatare werden zu Social-Network-Botschaftern
Auf eine interessante Neuerung verweist die Avatar-Community weblin heute in einer Pressemitteilung. Weblin ist eine kostenlose Software, die User beim Surfen im Netz als kleine Avatare im Browser darstellt. Weblin-Anwender, die sich gleichzeitig auf der selben Website befinden, können so miteinander kommunizieren. Der von der Hamburger zweitgeist GmbH entwickelte Dienst hat sich in den letzten Monaten zu einem der heißesten deutschen Web-Startups entwickelt und bereits einige internationale Auszeichnungen und Nominierungen erhalten.
Mit dem Ziel, die eigene Reichweite und Bekanntheit zu steigern und von der Beliebtheit großer Communities zu profitieren, bietet der Dienst nun die Möglichkeit “gebrandeter” Avatare, mit dem ein weblin-User die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Social Network anzeigen kann. Dies geschieht laut Pressemitteilung in Form eines Logos neben dem Avatar, welches anklickbar ist und einen Link zum entsprechenden sozialen Netzwerk enthält.
Inwieweit man sich allein darauf verlässt, dass weblin-User aus Eigenantrieb diese Möglichkeit nutzen, oder ob man versucht, gebrandete weblin-Versionen direkt über große (und kleine) Social Networks anzubieten, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Wahrscheinlicher ist aber letzteres. Ein Beispiel: Gelänge es dem weblin-Team, in Kooperation mit studiVZ eine mit dem studiVZ-Logo gebrandete weblin-Version direkt über den Mitgliederbereich des Studierenden-Netzwerkes bereitzustellen, würde dies weblins Nutzerzahlen, die derzeit im fünfstelligen Bereich liegen und bis zum Jahresende die 100.000-Marke erreichen sollen, höchstwahrscheinlich explodieren lassen.
Im Gegenzug träten studiVZ-Mitglieder mit gebrandeten weblins überall im Netz als Werbebotschafter für das Social Network auf. Das Ganze würde natürlich auch mit MySpace, lokalisten und Konsorten funktionieren. Während die wenigsten weblin-Verwender das Logo eines beliebigen Markenherstellers neben ihrem Avatar dulden würden, macht man sich mit dem aktuellen Schritt die Bindung vieler User an ein spezielles Social Network zu Nutze, die die meisten auch gerne nach außen kund tun.
Wie sich der Einsatz gebrandeter weblins in der Praxis auf die Nuterzahlen des Dienstes auswirkt und ob es gelingt, populäre Communities ins Boot zu holen, die darin eine mögliche Win-Win-Situation sehen, wird sich zeigen. Ich finde die Idee jedenfalls richtig gut und bin gespannt auf die Umsetzung und weitere Entwicklung.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

















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Kann mir kaum vorstellen, dass die großen Social Communitys da mitmachen, ich mein im Endeffekt werden doch da dann die User von der Plattform wegbewegt und die Kommunikation wird über die Weblin-Plattform getätigt. Das wird doch wohl kaum im Sinne der Communitys sein, die ihre User doch meist gerade durch die leichte und direkte Kommunikation die User binden wollen.
Glaube des Weiteren nicht, dass der Werbeeffekt wirklich so groß sein soll, so dass durch die Weblins neue User geworben werden können.
Sehe das ähnlich wie Ole. Die User die weblins nutzen sind schon so tech affin, dass die logos die sie neben ihren avataren haben für die großen social networks keine werbewirkung mehr haben sollten, schließlich kennt dort jeder studivz oder facebook…
Ich denke, weblin ist bestrebt, seinen Nutzerkreis über den der tech-affinen und in der Regel sehr “flüchtigen” User hinaus zu erweitern. Zumal man nicht den Fehler machen darf, zu denken, dass eine Werbewirkung nur dann vorliegt, wenn jemand ein Produkt oder einen Dienst bis zum Zeitpunkt des Werbekontaktes nicht kennt. Der Zeitraum von der ersten Wahrnehmung eines Produktes/Dienstes bis hin zur “Action” (z.B. Registrierung) kann sehr lange dauern und viele verschiedene Kontakte mit dem Produkt/Dienst beinhalten.
Du kennst sicher auch sehr viel mehr Webangebote, als du eigentlich nutzt. Je häufiger du nun an der ein oder anderen Stelle mit einem Angebot konfrontiert wirst, desto mehr nimmst du es wahr. Entweder bist du dann total genervt und schwörst dir, die betreffende Seite niemals zu nutzen, oder du wirst vielleicht immer neugieriger und registrierst dich eines Tages.
studiVZ ist natürlich ein Extrembeispiel, weil dessen Bekanntheit und Medienpräsenz enorm ist. Für viele andere in Frage kommenden Communities gilt dies aber nicht.
Naja, aber warum solltest du dich denn nun in einer neuen Community anmelden? Um neue User zu finden, um zu kommunizieren? Das ist doch komplett durch das Weblin-System gegeben. Da muss es schon einen besonderen Anreiz geben wie Regionalität oder eine besondere Themengruppe. Nur durch “Geiz ist Geil”-Propaganda-Werbung meldet sich glaub ich kein User bei einem Social Network an.
Manchmal kommt es auf einen Versuch an. Außerdem stünde sicher nicht unbedingt die Generierung von Neuanmeldungen ganz oben auf der Agenda, sondern einfach die Präsenz und die Möglichkeit, mit Hilfe von weblin die treuen User eines Social Networks (nur die würden überhaup das Branding akzeptieren) auch auf anderen Seiten im Netz zusammenzubringen.
Stell dir vor, du bist Mitglied in der Community XY und triffst via weblin auf einer themenspezifischen Seite einen anderen User deiner Community, den du nicht kennst. Ihr beide teilt das gleiche Interesse, ihr beide seid Mitglied in der gleichen Community. Das muss nicht zu neuen Bekanntschaften führen, kann aber. Und wenn du dir jetzt vorstellst, dass es sich vielleicht um eine weibliche Userin handelt und du gerade Single bisst, dann bekommt das Ganze alles noch einmal eine andere Dimension. Dann fügst du sie vielleicht in der Community als Kontakt hinzu und ein paar Jahre später heirat ihr. ;)
Genau die identische Idee wurde schon einmal 199x umgesetzt, zumindest bin ich, 1997 (56k Modem) gerade ein paar Wochen online, schon über diesen Service gestolpert und habe diesen auch ein wenig genutzt… Warum es jetzt so dargestellt wird, dass diese Idee neu sei, kann ich nicht nachvollziehen… In den Foren der Macher gab es jedoch viele Kritiker die meinten, dass es natürlich für die Werbeindustrie klasse sei, da der Anbieter des Service ja weiß, welche Seiten angesurft werden… In einem kleinen Browserplugin konnte man zumindest anklicken, dass man den Service zeitweise deaktivieren möchte. Also meines Erachtens nach nichts anderes als eine vor Jahren schon einmal dagewesene Plattform. Ob diese damals von den Hamburgern umgesetzt wurde, glaube ich zumindest nicht. Meines Wissens nach wurde die Plattform damals aus datenschutzrechtlichen Gründen eingestellt.
Ich denke, das, was in den 90er Jahren im Internet passierte (und damals scheiterte), kann man nicht mit heutigen Ansätzen vergleichen. In den zehn Jahren haben sich quasi das gesamte Netz, die Technik, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geändert.
Hallo,
in meinem Kommentar mache ich in der Hauptsache nur darauf aufmerksam, dass ich einen solchen Dienst bereits vor Jahren genutzt habe und ich diesen nicht neu finde. Warum dieser nun Preise gewinnt, da schon einmal dagewesen, verstehe ich nicht. Die Rahmenbedingungen haben sich verändert ja, die Idee/Umsetzung nicht.
@Martin Weigert
“Ich denke, das, was in den 90er Jahren im Internet passierte (und damals scheiterte), kann man nicht mit heutigen Ansätzen vergleichen. In den zehn Jahren haben sich quasi das gesamte Netz, die Technik, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geändert…”
Diesen Aussagen gebe ich recht, jedoch habe ich die Einstellung mit
“Meines Wissens nach wurde die Plattform damals aus datenschutzrechtlichen Gründen eingestellt.” begründet. In dieser Richtung wurde es nicht lockerer… Auch hier muss ja nachvollzogen werden, wer auf welchen Servern aktuell surft… mal sehen ob die Datenschützer hier etwas zu bemängeln haben….
Mich stört der Service nicht, ich nutze Ihn nicht und wenn er anderen Nutzern Spass macht, warum nicht, wie Eingangs geschrieben stört mich nur das Gehype um alten Wein in neuen Schläuchen…
Nichts für ungut.
Sascha, alles klar. Ich verstehe, was du meinst. Wie auch gerade in den Kommentaren zu Wuala festgestellt – es gibt zu fast jeder vemeintlich neuen Idee schon ein älteres Pendant. Diese waren meist ihrer Zeit voraus oder sowieso nicht auf den Massenmarkt ausgerichtet. Es ist eben alles auch eine Frage des Timings.