orkut:
Googles unterschätztes Social Network
Nach dem gestrigen Beitrag zu Googles Quasi-Monopol gibt es heute noch einmal etwas zum Thema Google, genauer gesagt zu dessen Social Network orkut. futurezone.ORF.at hat in einem kompakten und informativen Artikel treffend die Entwicklung des hierzulande wenig bekannten sozialen Netzwerks aus dem Hause Google beschrieben. Die Kurzfassung: Einige Jahre führte orkut ein Schattendasein, hat sich seit 2006 aber in verschiedenen Regionen der Erde zur meist besuchten Community gemausert und könnte in Zukunft für MySpace und Facebook zu einer bedrohlichen Konkurrenz werden.
Laut futurezone hat orkut in Europa rund 1,2 Millionen aktive Benutzer, in den USA sind es lediglich 600.000. Entsprechend wenig Beachtung erhielt der Service bisher von den europäischen und US-amerikanischen Medien und Tech-Blogs. Während sich in den westlichen Industrieländern MySpace und zuletzt Facebook als Big Player im Social-Networking-Bereich etablierten, hat Google mit orkut Märkte eingenommen, die von seinen Wettbewerbern vernachlässigt wurden. So ist orkut in Brasilien und anderen Teilen Südamerikas die dominierende Community. “Im August 2007 hatte orkut mit 12,7 Millionen monatlichen Besuchern in Lateinamerika doppelt soviel wie MySpace und Facebook zusammen”, so futurezone. Auch in vielen Ländern Asiens spielt orkut eine große Rolle.
Im August veröffentlichte Michael Arrington bei TechCrunch Zahlen des Internet-Statistikdienstleisters comScore, nach denen orkut im Monat mehr Seitenaufrufe generiert als Facebook und sich damit hinter MySpace auf Rang zwei der weltweit am meisten genutzten Social Networks platziert. Die Statistik von Alexa bestätigt dies. Allerdings wurde orkut laut Alexa im September von Facebook überholt. Angesichts der nicht hundertprozentigen Verlässlichkeit solcher Auswertungen sollte man sich mit der Erkenntnis zufrieden geben, dass orkut tatsächlich zu den global führenden Social Networks gehört und im Netz eine größere Bedeutung hat, als es die meisten Nutzer in Europa und Nordamerika ahnen.
Es ist schwierig, die zukünftige Entwicklung von orkut zu prognostizieren. Die Tatsache, dass jeder User mit einem Google-Account (und davon gibt es viele!) ohne zusätzliche Registrierung orkut nutzen kann, ist ein Vorteil, weil es den Anwendern damit leicht gemacht wird, den Dienst unverbindlich und ohne Mehraufwand auszuprobieren. Orkut ist in mehr als 15 Sprachen verfügbar, viele davon aus dem asiatischen Raum. Diesen Sprachenreichtum findet man bei keinem anderen großen Netzwerk. Google hat bisher darauf verzichtet, orkut über die verschiedenen hauseigenen Dienste aufmerksamkeitsstark zu bewerben (Wieviele deutsche Internetanwender wissen wohl von orkuts Existenz?). Dies kann Google aber von heute auf morgen ändern, was auch in den bisher vernachlässigten Märkten ein Ansteigen der Userzahlen nach sich ziehen würde.
Die Aussichten für orkut sind damit nicht schlecht, zumal Google angekündigt hat, orkut und andere Services für externe Anbieter zu öffnen. Wir erinnern uns, welchen Schub Facebook von diesem Schritt erhielt. Nicht außer Acht lassen darf man allerdings die Bindungskraft von MySpace, Facebook & Co. Es ist zwar nicht unmöglich ist, Mitglieder von anderen Social Networks “abzuwerben”, aber es ist extrem schwierig. Im Moment zieht mich nichts zu orkut.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.


















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Also ich habe Orkut schon seit gut einem halben Jahr im Visier, und halte es für Konkurenz für Facebook, vorallem jetzt wo Google anscheindend den Relaunch plant. Technisch wird Google da wahrscheinlich wieder voll auftrumpfen und dann auch die große Werbetrommel rühren. Ich meine Google kann ja ganz einfach auf MySpace alle Adsense Werbebanner für eigene Werbung für Orkut nutzen und Zack, so einfach wäre das dann mit dem abwerben.
Aber naja nur meine Meinung.
Ich nehme an, der Werbevertrag zwischen Google und MySpace schließt Anzeigen für orkut aus. ;)
Und selbst wenn, dürfte es auch für Google schwierig sein, eine funktionierende Community zum Wechsel zu bewegen.