Von wegen Englisch-Abneigung – Facebook wächst in Frankreich

facebook_logo.gifWir Deutschen sind in der Welt nicht gerade für unsere ausgezeichneten Englischkenntnisse bekannt. Da ist es eigentlich wenig verwunderlich, dass deutsche Internetnutzer am liebsten deutschsprachige Webseiten nutzen. Erst dadurch konnte es zu einer Kultur des Kopierens erfolgreicher englischsprachiger Konzepte kommen – die meisten Dienste aus den USA boten keine deutschsprachigen Versionen an und wurde somit von hiesigen Nutzern weder gefunden noch gemocht. Viel hat sich daran bis heute nicht geändert. Aber zurück zu den Sprachkenntnissen: Bisher konnte man die Englischkenntnisse der Deutschen leicht in ein besseres Licht rücken, in dem man auf die Franzosen verwies. Dort würde angeblich kaum jemand auch nur ein Wort Englisch sprechen und wenn doch, dann weigern sich die Leute, es anzuwenden.

Auch wenn es keinen Zweifel daran gibt, dass Englisch nicht unbedingt zu den Stärken unserer französischen Nachbarn gehört, so scheint es so, als wäre zumindest eine leichte Überarbeitung des Klischees notwendig. Denn obwohl Facebook bisher ausschließlich auf Englisch verfügbar ist (was sich bald ändern wird), scheint in Frankreich gerade das Facebook-Fieber auszubrechen. Während das populäre Social Network auch in Deutschland langsam an Fahrt gewinnt und das Germany-Network mittlerweile rund 120.000 Nutzer hat, so sind die Franzosen trotz angeblicher Abneigung gegen das Englische mit mehr als 210.000 Mitgliedern bereits etwas weiter. Das nationale Netzwerk hat in den letzten Tagen ein beachtliches Wachstum gezeigt, täglich werden es rund 6000 User mehr. Bei gleichbleibendem Anstieg wären das ab jetzt fast 200.000 neue Mitglieder pro Monat (möglicherweise sogar noch mehr, denn erfahrungsgemäß wächst ein Social Network in dieser Phase nicht gleichmäßig sondern exponentiell).

Zwei Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten: Zum einen kommen zumindest junge, internetaffine Franzosen problemlos mit dem Englischen klar, und zum anderen gibt das französische Facebook-Wachstums einen Ausblick darauf, was auch in Deutschland in ein paar Wochen passieren kann.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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8 Kommentare

  1. Kai
    schrieb am 9. Oktober 2007 um 10:34 Uhr (#)

    Da ist ja jemand maechtig verliebt in Facebook. Zumindest berichtest du sehr oft drueber, was ja nicht boes gemeint ist. :-D

  2. Martin Weigert
    schrieb am 9. Oktober 2007 um 10:49 Uhr (#)

    Liebe ist einfach etwas Tolles! Dieses Kribbeln im Bauch… :)

  3. abdul
    schrieb am 10. Oktober 2007 um 01:14 Uhr (#)

    wird aber trotzdem mal zeit für die deutschsprachige version von facebook…

  4. Norman
    schrieb am 10. Oktober 2007 um 13:51 Uhr (#)

    Warum deutschsprachige Version, das macht doch gerade den Vorteil kaputt – Kommunikation, Profil bla alles international.
    Und über facebook schreiben ist das beste Mittel im moment, wenn es erstmal in Deutshcland unter den Aktiven der Marktführer ist kann man schön zurückblicken.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 10. Oktober 2007 um 13:56 Uhr (#)

    Wo du Recht hast da hast du Recht!

  6. U.
    schrieb am 11. Oktober 2007 um 22:11 Uhr (#)

    Ist ja schon komisch, dass du den Deutschen ein so schlechtes Englisch-Testat ausstellst … aber was soll’s. Und dass du den Franzosen ein gutes Englisch-Testat aufgrund 210.000 Mitgliedern in der Französisch-Gruppe ausstellst, ist auch verwunderlich … aber was soll’s … hm, zumindest hättest du die Quebecois in Betracht ziehen können, deren Englisch außerhalb von Montréal auch oft sehr bescheiden ist ;)

    Du musst auch in Betracht ziehen, dass die Deutschsprachigen (knapp 100Mio in Europa) ihr StudiVZ haben und sich vielleicht deswegen weniger für facebook interessieren … obwohl facebook ja mindestens 10x geiler ist als StudiVZ.

    Mich wundert es eh, dass englischsprachige Webangebote oft erst warten, bis sie der Heimatmarkt fast gesättigt ist und dann erst in andere Sprachversionen erscheinen. Langsam dürfte sich doch überm Atlantik rumgesprochen haben, dass die deutschen Kopierkatzen sehr schnell sind.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 11. Oktober 2007 um 22:25 Uhr (#)

    Hallo U. Ich finde das mit dem schlechten Englisch-Testat nicht sonderlich komisch. Es ist die Erfahrung, von der mir alle ausländischen Freunde und Bekannten während meines Auslandssemester und meines nun mehr als einjährigen Aufenthalts in Stockholm berichtet haben und die auch ich immer mache, wenn ich Deutsche Englisch sprechen höre. Ich selbst schließe mich da übrigens gar nicht aus. Es muss genetisch bedingt sein ;) Auch stellen ich den Franzosen kein gutes Englisch-Testat aus, wie der Satz “Auch wenn es keinen Zweifel daran gibt, dass Englisch nicht unbedingt zu den Stärken unserer französischen Nachbarn gehört” beweist.

    Mit deinen anderen beiden Absätzen triffst Du ins Schwarze. Allerdings glaube ich nicht, dass studiVZ das Ausbrechen eines Facebook-Hypes in Deutschland verhindern wird.

  8. Jack Metayer
    schrieb am 17. Oktober 2007 um 11:42 Uhr (#)

    Nee trotzdem, das Vorurteil stimmt schon Franzosen mögen kein Englisch.

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