Bugmenot.com:
praktisch aber vielleicht nicht für jeden

Auf manch einer populären Website wird man als User zur kostenlosen Registrierung aufgefordert, um Zugang zu allen Bereichen und Funktionen zu erhalten. Einige Onlineausgaben von Tageszeitungen und Magazinen machen das so, aber auch Videoportale und andere Plattformen, die auf User Generated Content setzen. Die Unternehmen versprechen sich davon zusätzliche Nutzerinformationen für Marketingzwecke. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein User eigene Inhalte beisteuert, größer, wenn er sowieso schon registriert ist.

Doch was aus Anbietersicht möglicherweise sinnvoll ist, kann als Anwender manchmal ziemlich nerven. Bugmenot.com schafft Abhilfe: Wer sich Zugang zu Inhalten oder Funktionen verschaffen möchte, für die eine kostenlose Registrierung notwendig ist, gibt bei Bugmenot.com die URL der Seite ein und erhält eine Liste mit von Anderen eingetragene Zugangsdaten. Aktuell am häufigsten gesucht wird nach Zugängen für das Internetangebot der New York Times, aber auch YouTube und IMDb sind sehr beliebt.

Wer sich fragt, ob ein solcher Dienst ethisch korrekt ist, dem entgegnet Bugmenot.com in den FAQ, dass hier jeder nach seinem eigenen Gewissen handeln muss. Mein Kommentar: Da es sich um das Teilen kostenloser Zugänge handelt, erleiden die betroffenen Seiten keine finanziellen Einbußen. Wer es in Ordnung findet, bei einer YouTube-Registrierung falsche Personendaten anzugeben, der wird wird auch mit Bugmenot.com kein Problem haben.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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7 Kommentare

  1. RW
    schrieb am 8. Oktober 2007 um 19:52 Uhr (#)

    Hallo Martin, natürlich erleider die betroffenen Seiten finanzielle Einbußen, die Userdaten (insbesondere bei kostenfreien Zugängen) sind die wirtschaftliche Basis, oder wofür hat Holtzbrinck an studivz Geld bezahlt? Unterstellen wir mal 100 € für jeden “verkauften” registrierten Studenten, die hatten alle kostenfreie Zugänge…

    und zweitens hat mittlerweile jede halbwegs durchdachte Community in Ihren AGB`stehen, dass die Weitergabe der Login-Daten untersagt ist. Natürlich kannst Du als User dagegen verstoßen (bewusst oder unbewusst), aber die Abmahnung mit Unterlassungserklärung wird das sehr schnell ausbremsen. Der Dienst hat keine Zukunft.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Oktober 2007 um 20:04 Uhr (#)

    Hallo RW. Ein Dienst wie Bugmenot.com würde keinen richtigen Sinn für Social Networks machen. Deswegen habe ich auch keine Community als Einsatzbeispiel genannt.

    Was dein Rechenbeispiel betrifft: studiVZ macht seinen Umsatz durch Werbebanner und Merchandising. Würden sich nun unsinnigerweise User mit falschen Logindaten bei studiVZ einloggen, würden die gleichen Werbeeinnahmen generiert werden wie beim Einsatz eines echten Logins.

    Inwieweit bei studiVZ auch mit dem Verkauf der Userdaten Geld verdient wird, weiß ich nicht.

    Davon abgesehen glaube ich auch nicht, dass Bugmenot.com eine harmonische und ungestörte Zukunft haben wird.

  3. flau
    schrieb am 19. Oktober 2007 um 14:39 Uhr (#)

    Ich bin, denke ich, etwas zu spät dran, daher wird das hier wohl kaum noch jemand lesen, aber trotzdem:

    ich benutzte bugmenot nun bereits seit knapp einem Jahr und ich finde es leicht überheblich einem Dienst die Zukunft abzusprechen, wenn er nun doch schon seit längerem trotz großer Bekanntheit online bleibt.

  4. Miri
    schrieb am 8. Januar 2008 um 10:13 Uhr (#)

    Ich hab mal eine Frage zum Verständnis: Hole ich mir die Login-Daten nur zum Lesen von Artikeln von z.B. New York Times, oder auch zum Einstellen eigener Beiträge? Wenn Letzteres wäre die Datenweitergabe kritisch zu betrachten. Würdest du wollen, das XYZ in deinem Namen Sachen schreibt?

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Januar 2008 um 10:27 Uhr (#)

    Hi Miri. Wozu man sich die Login-Daten holt, bleibt dir überlassen. Im Allgemeinen wurden die bei Bugmenot.com abrufbaren Zugangsdaten von Usern extra für Bugmenot.com erstellt oder zumindest eigenhändig dort eingetragen, d.h., sie sollten keine Träger von echten Personendaten sein. Es handelt sich also nicht um “gehackte” Accounts, weshalb auch das Verfassen von Beiträgen rein theoretisch möglich ist. Die meisten werden das aber wohl lieber in ihrem eigenen Account machen. Für mich liegt der Nutzen von Bugmenot.com daher darin, schnell auf Inhalte zugreifen zu können.

  6. Toni
    schrieb am 10. März 2008 um 22:59 Uhr (#)

    Wahnsinn das das Legal ist ! Immer hin gibt man doch bei einer Registrierung meistens an das man niemmand andere die Login Daten weiter gibt. Die Website ist auch gerade down sonst würde ich sie mir aml selbst anschauen. Bestimmt später wieder.
    Gruß Toni

  7. lirumlarum
    schrieb am 12. Oktober 2008 um 22:23 Uhr (#)

    natürlich ist ein projekt wie bugmenot ein netter versuch.

    aber klarerweise sind auch die betreiber längst auf dieses “angebot” aufmerksam geworden und sperren die fake-accounts einfach.

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