Hintergründe zum Aus von Chapz

chapzVor wenigen Monaten noch wurde Chapz als interessanter Neueinsteiger auf dem Feld der spezialisierten Social Networks auf zweinull.cc vorgestellt. Heute – gute drei Monate später – ist von Chapz allerdings nur mehr eine Passwortabfrage auf der Startseite übrig. Fordert der harte Konkurrenzkampf unter Social Networks ein weiteres Opfer? Ich habe Mirko Riedel, den Gründer von Cazoon Networks, zu den Hintergründen befragt welche für das frühe Aus von Chapz verantwortlich waren.

Riedel erklärt, dass Chapz ursprünglich als allgemeines Social Network geplant war, in das ein Team von 5 Leuten 2 Jahre Entwicklungszeit steckten. Als das Projekt dann Ende 2006 soweit war, um als Testversion online gehen zu können, war der Markt für allgemeine Social Networks allerdings längst schon von Platzhirschen wie studiVZ besetzt. Deshalb ging man Anfang 2007 dann mit geänderter Strategie online: Man wollte sich nun auf Independent-Content spezialisieren und Musikern abseits des Mainstreams eine Plattform zur Verfügung stellen.

Doch diese Rechnung wurde ohne die GEMA gemacht. Laut Riedel wären die geforderten Gebühren einfach zu hoch gewesen, als dass ein Startup ohne Fremdfinanzierung wie Chapz in der Lage gewesen wäre, diese alleine zu stemmen. Nach dieser ernüchternden Erkenntnis kam es somit im Juni 2007 zu der Entscheidung, dass das Projekt nicht mehr weiter verfolgt wird. Nachdem daraufhin alle Marketing-Aktivitäten und die Weiterentwicklung eingestellt wurden, ging das Projekt Anfang September dann endgültig vom Netz. Den Usern gab man vorher noch die Gelegenheit, ihre Daten zu sichern. Über die Anzahl der Nutzer, die zuletzt auf Chapz aktiv waren, wurden keine Angaben gemacht.

Und auch wenn es sehr schade um die in meinen Augen sehr sympatische und eigenständig wirkende Web-Anwendung ist, so wird uns Chapz zumindest in Form des zugrunde liegenden Frameworks weiterhin erhalten bleiben: Bei Cazoon steht nämlich schon ein neues Projekt in den Startlöchern, welches demnächst starten wird. Wir sind gespannt ;)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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6 Kommentare

  1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. September 2007 um 00:25 Uhr (#)

    Tja über die Konditionen der GEMA hätte man sich aber schon vorher einmal informieren und Gedanken machen können. Überraschend wird das wohl nicht gekommen sein.

  2. marcel weiß
    schrieb am 26. September 2007 um 07:48 Uhr (#)

    @Martin: Den Gedanken hatte ich eben auch.

  3. Mirko Riedel
    schrieb am 27. September 2007 um 15:11 Uhr (#)

    @Martin, Dein Kommentar weist auf mangelnde Kenntnis der Materie hin. Aber wenn Du mal Tipps zur Verhandlungen mit der Gema brauchst, darfst Du gerne auf mich zukommen.

    Freundliche Grüße

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 27. September 2007 um 16:10 Uhr (#)

    Dass man ein Webprojekt erst an den Start bringt, wenn die notwendigen Verträge und Partnerschaften unter Dach und Fach sind, hat nichts mit der Gema zu tun. Somit benötigt man auch keine Kenntnis über die Verhandlungsprozesse mit der Gema, um feststellen zu können, dass man dies vorher hätte klären sollen.

  5. Mirko Riedel
    schrieb am 27. September 2007 um 18:30 Uhr (#)

    Danke für die Aufklärung. Ich komme bei Bedarf auf Deinen umfangreichen Wissensfundus zurück. Gibt es von Dir erfolgreiche Projekte, anhand derer ich mich mal orientieren kann, wie man sowas richtig anpackt?

    Freundliche Grüße

  6. Martin Weigert
    schrieb am 27. September 2007 um 21:13 Uhr (#)

    Nein. Nur wird meine Aussage von 16.10 Uhr damit nicht gleich falsch, oder? Als Gründer sollte man nicht annehmen, alle anderen hätten grundsätzlich keine Ahnung davon, wie manche Dinge laufen bzw. laufen müssten, damit sie erfolgreich werden.

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