So wird E-Mail nicht zur Hölle
Fischmarkt hat sich in der abgelaufenen Woche äußerst kritisch mit dem Thema “E-Mail” befasst. Quintessenz: E-Mail wird überbewertet und verliert seine Bedeutung als Kommunikationswerkzeug. Der Hauptkritikpunkt von Blogger Martin Recke: “Das Mailaufkommen hat sich dermaßen ins Astronomische erhöht, dass der Wert einer einzelnen Mail ins Bodenlose gesunken ist.” Er spricht von “Mailschulden”, die sich in den Posteingangsfächern bzw. in “Zillionen von Ordnern” ansammeln, und bezeichnet E-Mail als Hölle.
Ursprünglich wollte ich bei zweinull.cc das Thema nicht aufgreifen. Angesichts der Tatsache, dass E-Mail für fast alle Internetnutzer auf der Welt zu einer Alltäglichkeit geworden ist, sehe ich persönlich keinen Bedarf, über den Sinn/Unsinn und Nutzen/Unnutzen von E-Mail zu diskutieren. Nun habe ich mich aber entschieden, einige Zeilen zur Ursache der von Fischmarkt angesprochenen Misere zu schreiben - angesammelte Mailschulden.
In meinen Augen ist nicht das hohe Mailaufkommen dafür verantwortlich, dass manch einer E-Mail als Hölle empfindet, sondern der Umgang mit eintreffenden Mails. Ich liebe E-Mail als Kommunikationsmittel und ziehe es häufig dem Telefon vor. Vermutlich würde ich es aber anders sehen, wenn sich in meinem Posteingang ein Berg ungelesener bzw. unbeantworteter Mails befinden würde. Denn dann wird das Lesen und die Beantwortung zur Last, weil es scheinbar kein Licht am Ende des Tunnels gibt. Wenn nach zehn abgearbeiteten Mails noch 90 ungelesene im der Inbox warten, dann sind es ein paar Stunden später wieder 100 oder auch 110. Daraus entsteht ein Teufelskreis, bei der durch zunehmenden Frust die Motivation, den Mailberg zu bearbeiten, sinkt. Die Folge sind noch mehr ungelesene Nachrichten. Abgesehen von den negativen Auswirkungen auf den eigenen Gemütszustand läuft man so zudem Gefahr, wichtige und dringende Mails zu verpassen, die sich am Ende der Warteschlage von zu bearbeitenden Mitteilungen einreihen.
Seitdem ich E-Mail nutze, konnte ich das Eintreten in den beschriebenen Teufelskreis vermeiden. Mein Postfach ist immer leer und beinhaltet selten mehr als fünf ungelesene Mails. Newsletter und andere Benachrichtigungen, die keine Antwort benötigen, landen sofort im Papierkorb (wo man sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder rausholen kann, wenn notwendig). Alle anderen Mails werden zumeist sofort beantwortet und wandern anschließend in einen thematisch passenden Archiv-Ordner oder - sofern ich nicht damit rechne, dass ich sie noch einmal benötigen werde - in den Papierkorb. Mailschulden gibt es damit bei mir nicht. Auch wichtig: Vor dem Verlassen des Büros alle Mails abarbeiten, nichts ungelesen liegenlassen nach dem Motto “das kann bis morgen warten” - so legt man die Basis für den ungeliebten Mailberg. Bevor ich den Tag abschließe, verfahre ich auf die gleiche Weise mit meiner privaten E-Mail-Adresse sowie mit der für zweinull.cc - alles abarbeiten und leeren und dann zufrieden und mit dem guten Gefühl, produktiv und effizient zu sein, abschalten. Am nächsten Morgen freue ich mich auf ein paar neue Mails!
Wer mir nicht glaubt, dass das wirklich funktioniert - gibt es jemand unter den Lesern, der mir mit einer Anfrge gemailt hat und länger als 24 Stunden auf eine Antwort warten musste?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.
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7 Kommentare zu diesem Artikel
2 Trackbacks
- Skurt » Leere Posteingänge sind langweilig
(22. September 2007 14:44) - Zenbe: nach Xobni die nächste Innovation mit Liebe zur E-Mail » Beitrag » zweinull.cc
(7. Mai 2008 13:04)
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blogwerk.com
Andreas
Ich habe mir gerade die Beitragsreihe auf dem Fischmarkt-Blog angeschaut und muß feststellen: ich verstehe die Aufregung nicht. Es ist albern, wenn jemand mit der Zahl der ihn erreichenden E-Mails kokettiert, noch alberner, wenn er dabei mitteilt, dass er offensichtlich Kommentare aus Blogs und Communities in seinem Posteingang auflaufen lässt und darüber hinaus sog. Newsletter ungefiltert zulässt. Blogkommentare bleiben für mich dort, wo sie hingehören: im Blog. Bei Bedarf via RSS in den Feedreader. Newsletter werden entweder abbestellt oder via Outlook-Filter umgeleite. Bei Spams ergebe ich mich dem Hase-und-Igel-Kampf meines Providers und lösche den Rest, der je nach Spielstand mal mehr, mal weniger umfangreich ist.
Was bleibt sind echte Mails, die mir eine effektive Kommunikation mit Partnern, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten ermöglicht. Schneller als das Telefon - und besser: weil dank der Schriftform eindeutig und dokumentiert -, schneller und viel weniger arbeitsintensiv als das Briefeschreiben. Für einige Kommunikationszusammenhänge haben sich Instant Messager bewährt, sofern man den Überblick behält. Der Rest geht über Mail. Und das geht gut. So what?
Martin Weigert
Andreas, sehr treffendes Statement!
Klar
Email hat ganze Arbeitsprzesse verändert. Sales und Distribution sind günstiger und effizienter geworden. Email-Anfragen können gleichzeitig eintreffen, gebündelt beantwortet, automatisiert und kategorisiert werden - im Business top!
Yurtdisi Egitim
does anyone knows if there is any other information about this subject in other languages?
Duvar Kagidi
mein Deutsch ist nicht gut, is it availible in English?
Martin Weigert
No unfortunately not, but you can read a version translated by Google.
Tomas
Meine ich auch ..