iPhone, iPod Touch und Google Phone:
Spannende Zeiten bei den Mobilgeräten

Andreas Göldi, 6. September 2007 01:28 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

200709051922Apples Ankündigung der neuen iPod-Linie heute dürfte wieder mal viel Bewegung in die mobile Multimedia-Welt bringen. Neben den aufgefrischten traditionellen iPods bringt der neue iPod Touch das Beste der iPhone-Technologie in den Medienplayer-Markt: Den beeindruckenden Touchscreen und die intuitive Benutzeroberfläche. Ausserdem ist das neue Topmodell mit WiFi und dem leistungsfähigen Safari-Browser ausgerüstet und tritt damit in direkte Konkurrenz zu den meisten PDAs und Internet-Tablets wie dem Nokia N800.

Wer sich wie ich schon ein iPhone gekauft hat, darf sich über die massive Preissenkung bei Apples Mobiltelefon ärgern. Nach gerade mal zwei Monaten den Preis um $200 (also einen Drittel) zu reduzieren, ist schon ein starkes Stück. Andererseits: Das waren dann halt $3 pro Tag Early-Adopter-Gebühr. War’s das wert? Ja, eigentlich schon. Aber vielleicht hätte ich für die vielen Demos, die ich in dieser Zeit geben musste, doch Eintritt verlangen sollen…

Mit den gesenkten Anschaffungskosten tritt das iPhone jetzt auch preislich auf Augenhöhe gegen BlackBerry, Treo und HTC-Geräte an. Die Börse interpretierte das heute noch kritisch, und es kann natürlich gut sein, dass Apple mit den Verkaufszahlen bisher nicht so zufrieden war, wie man das immer noch vorgibt. Aber viele, denen das Gerät bisher zu teuer war, dürften jetzt wohl schwach werden. Und das kann dem ganzen Smartphone-Markt nur gut tun. Ich kenne diverse Leute, die noch nie ein Smartphone hatten, aber sich die Anschaffung eines iPhone überlegen. Und wer mal so ein High-End-Gerät hatte, geht bei der nächsten Generation kaum zurück auf ein simples Telefon. Das dürfte dieses ganze Marktsegment ausweiten. Ob Apple am Schluss dabei der grosse Gewinner sein wird, bleibt hingegen weiterhin abzuwarten.

In dem Zusammenhang ist auch interessant, dass sich die Gerüchte rund um Googles angeblich in Vorbereitung befindliches “GPhone” zunehmend erhärten. Ich wäre da theoretisch an der Quelle, denn das Entwicklungsteam sitzt hier angeblich im gleichen Gebäude wie ich, gleich beim MIT um die Ecke, nur zwei Stockwerke tiefer. Aber den netten jungen Leuten, die immer im fröhlich in Google-Farben beleuchteten siebten Stock aus dem Auszug aussteigen, ist nichts zu entlocken.

Gerüchtehalber soll das GPhone ein eigenes, voll auf Linux und Java basierendes Betriebsystem aufweisen und — wenig überraschend — vor allem die diversen Google-Dienste in optimaler Qualität anbieten. Wenn die glaubwürdigeren Gerüchte auch nur zur Hälfte stimmen, könnte das Gerät in irgendeiner Form schon bald auf den Markt kommen und dürfte die Latte in Hinblick auf mobile Funktionalität um einiges höher legen. Und es soll angeblich nicht wie das iPhone auf einen einzigen Operator begrenzt sein, sondern mit jedem (GSM?-)Netz laufen.

Was beiden Entwicklungen gemeinsam ist: Hier versuchen zwei renommierte, einflussreiche, markenstarke Firmen, den Mobilfunkmarkt deutlich zu verändern. Beide versuchen auf ihre Art, die Spielregeln zu durchbrechen, die die Mobilfunkanbieter gerne weiterhin durchsetzen würden. Apple hat mit den Telefonfirmen Deals ausgehandelt, die ihresgleichen suchen, und die neuen Produktankündigungen zeigen deutlich, dass Steve Jobs die Grenze zwischen Medienplayer und Kommunikationsgerät bewusst weiter aufweichen will. Fehlt nur noch die VoIP-Software auf den Geräten. Und Google geht bekanntlich sowieso immer gern seinen eigenen Weg. Innovationen hinsichtlich Technologie und Businessmodell (mit mobiler Werbung?) dürften zu erwarten sein, wenn das Gphone wirklich kommt.

An eins muss man sich aber erinnern: Auch Microsoft trat vor Jahren mit ähnlichen Ambitionen an und wurde von den Mobilfunkanbietern weitgehend ausgebremst. Heute findet Windows Mobile zwar immer mehr Verbreitung, aber die Geräte folgen brav den etablierten Regeln, und viel Geld verdient Microsoft weiterhin nicht an der Sache. Bleibt zu hoffen, dass Apple und Google etwas erfolgreicher sein werden.

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