Neues von Freebase

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Mein letzter Artikel über Freebase ist nun doch schon wieder einige Monate alt. Grund genug sich anzusehen, was sich in dieser Zeit alles getan hat sowie eine aktualisierte Bewertung des Potentials von Freebase und dessen Rolle im semantischen Web vorzunehmen. Außerdem gilt es, wieder einige neue Einladungen unters Volk zu bringen.

Die wohl größte Neuerung ist zweifellos, dass der Zugriff auf die Daten nun öffentlich für jedermann möglich ist. Bisher hatten nur eingeloggte Alpha-User Zugriff auf die Daten. Da dies vor allem auch für die API galt, ist jetzt erst der Weg geebnet, erste öffentlich zugängliche Applikationen zu schreiben, die auf den Freebase-Datenbestand zurückgreifen. Dieser umfasst derzeit laut eigenen Angaben bereits 2,7 Mio. Topics (also Objekte) – auch wenn in einigen Bereichen immer noch Lücken bestehen.

Der Hype hält sich noch in Grenzen

Während sich die deutschsprachige Blogosphäre nun schon öfters dem Thema Freebase gewidmet hat (zuletzt angestoßen durch Robert), so scheint die Universal-Wissens-Datenbank in englischsprachigen Blogs kein großes Thema zu sein. Techcrunch war das Thema Freebase bisher erst einen einzigen Artikel wert – und dieser datiert auch schon auf März 2007 zurück. Damals wurde ein Beitrag anlässlich zum Start des Dienstes veröffentlicht – unter dem fantastischem Titel “Das ist cool – solange bis es Bewusstsein erlangt und uns alle tötet“. Mashable berichtet über die Veröffentlichung der API vor wenigen Tagen, aber die insgesamt nur 3 Kommentare zeugen nicht gerade von einem unbegrenzten Ansturm.

Möglicherweise liegt es daran, dass für viele die Vision des semantischen Webs (derer sich Freebase ja reichlich bedient) einfach noch zu abstrakt ist. Wir stecken immer noch in einem sehr frühen Stadium des Evolutionsprozesses des Webs weg vom reinen Dokumenten- hin zum Datenspeicher. In diesem Sinne könnte man Wikipedia vielleicht auch als Repräsentation eines Wissensspeichers des Dokumenten-Webs sehen, während Freebase der Vertreter des Datenwebs ist. Ich bin davon überzeugt, dass sich der Wandel nicht aufhalten lässt und es einfach nur noch ein wenig Zeit bedarf, bis sich das enorme Potential von Freebase einer breiten Masse erschließt.

Doch man muss nicht (und sollte man wahrscheinlich auch nicht immer) so tiefgründig an den Dienst herangehen. Metaweb selber sieht derzeit folgende Anwendungsfälle für User vor:

  1. Das Navigieren durch Informationen
  2. Das Editieren von bestehenden Daten
  3. Das Hochladen von neuen Daten
  4. Entwickeln von Applikationen
  5. Vorschlagen und Erstellen von neuen Schemata für Daten.

Die allermeisten Anwender werden (wie bei fast allen Web 2.0-Diensten auch) in die erste Rolle fallen. Für diese Nutzergruppe ist es im Grunde genommen unerheblich, welche Philosophie hinter Freebase steht, solange die Plattform den Zweck erfüllt, anwenderfreundlich und nützlich zu sein. Freebase scheint derzeit langsam aber stetig zu wachsen. Wenn die “kritische Masse” an Usern sowie Daten erstmal erreicht ist, könnte der Dienst ein ähnliches Wachstum erfahren, wie Wikipedia dies einst vorgemacht hat.

Die Rolle von Freebase im semantischen Web

Im Kontext des semantischen Webs betrachtet, scheint Freebase in meinen Augen einige der Probleme lösen zu können, die sich mit dem Semantic Web eröffnen (zum Thema semantisches Web auf zweinull.cc siehe hier). So könnte Freebase etwa die Rolle eines Caches einnehmen, welcher die vielfältigen, mit einzelnen Informationen gespickten RDF-Dateien zentral speichert, die quer übers Netz verstreut sind. So kann der gesamte Wissensbestand von einem zentralen Ort aus abgerufen werden. Ebenso kann Missbrauch wesentlich besser bekämpft werden, wenn man zentral filtern kann, anstatt verschiedene Datenquellen selbstständig überprüfen zu müssen. Doch ob Metaweb diese Rolle für Freebase so vorsieht, kann ich nicht beurteilen. Ebensowenig, ob dies überhaupt zulässig wäre, da ja nicht zwangsläufig geklärt ist, wem denn die Daten gehören, welche im Netz (theoretisch irgendwann mal) verteilt liegen – Doch ich schweife ab.

Auf Freebase.com selber hat sich an der Oberfläche auch einiges getan, seitdem ich mir die Seite das letzte Mal angesehen habe (welches zugegebenermaßen schon eine Weile her ist). So gibt es eine prominent platzierte Auflistung von featured Applications auf der Startseite, welche die Freebase-Datenbank anzapfen – welche allerdings derzeit nur aus Metaweb-eigenen Anwendungen besteht. Durch die Öffnung der API kann man aber damit rechnen, dass in Kürze dort auch die ersten öffentlich zugänglichen Applikationen verfügbar sein werden. Eine jetzt schon vorhandene, besonders interessante Anwendung ist der Querybuilder, welcher das Filtern von Daten und Herumexperimentieren mit MQL (Metaweb Query Language, die Abfragesprache der Datenbank) spielerisch einfach macht – auch ohne tiefgreifende Kenntnisse der Abfragesprache.

Die auffälligste Neuerung auf den Objektseiten ist der blaue Kasten “Page History” in der rechten oberen Ecke, in welcher man auf einen Blick sieht, wer das Objekt angelegt hat und wann es zuletzt verändert wurde. Wenn man auf die Überschrift klickt, gelangt man zusätzlich noch zu einem Protokoll der Änderungen.

freebase_austria.jpg
Das Objekt Austria, wie es sich am 24. August 2007 präsentiert

Auch wenn dies nur Detailänderungen sein mögen, so tut sich doch einiges bei Freebase und ich denke, dass dieser Dienst noch einen wirklichen Hype auslösen könnte, wenn erstmal wirklich nützliche Killer-Applikationen auftauchen und einige der wichtigen Bereiche lückenlos mit Daten gefüllt sind. Wollen wir aber nur mal hoffen, dass es dann nicht doch tatsächlich ein Bewusstsein entwickelt und uns alle tötet ;)

Abschließend möchte ich noch eine kleine, aber wichtige Anmerkung machen: Ich weise nochmal ganz ausdrücklich darauf hin, dass ich weder auf dem Gebiet des semantischen Webs noch in der Anwendung von Freebase ein Experte bin. Meine in dem Artikel dargelegte Ansichten sind also als meine persönliche, laienhafte Meinung zu verstehen. Nicht dass es da zu Missverständnissen kommt.

Einladungen
Und ganz zum Schluss habe ich derzeit noch satte 19 Einladungen übrig. Wer also immer noch keine hat, einfach melden :)

Zum Thema Freebase siehe auch

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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8 Kommentare

  1. Adrian
    schrieb am 24. August 2007 um 17:37 Uhr (#)

    Hallo Michael,

    ich würde mich über eine Einladung zu Freebase sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Adrian

    1. Schreibt hier auf dem Blog Michael Osl
      schrieb am 24. August 2007 um 17:48 Uhr (#)

      Hi Adrian,
      die Einladung ist draußen :) Viel Spaß damit!
      Moe

    2. Adrian
      schrieb am 27. August 2007 um 10:18 Uhr (#)

      Vielen Dank Michael

  2. Sebastian
    schrieb am 24. August 2007 um 20:27 Uhr (#)

    als ich bei inviteshare nach einladungen suchte musste ich mit erstaunen feststellen nicht mal da welche zu finden. also wirklich nicht viel rücklauf in der “szene”.

  3. Bernhard
    schrieb am 24. August 2007 um 21:50 Uhr (#)

    Salu Michael,

    Dank für die Ausführlichkeit. Grade Deine Teilnehmersicht macht es mir leichter, Freebase zu verstehen.

    Würde mich ebenfalls über eine Einladung freuen.

    Danke und Grüße
    Bernhard

  4. Stefan Graf
    schrieb am 26. August 2007 um 11:47 Uhr (#)

    Hi!

    Ich würde mich ebenfalls über eine Einladung freuen!
    So ein Dienst muss man einfach mal testen!

    Gruß,
    Stefan

  5. Smolarek
    schrieb am 27. August 2007 um 13:44 Uhr (#)

    Hallo Michael,

    sehr aufschlussreiche Artikel über freebase und das semantischen Web. Ich würde mir freebase auch gern mal etwas genauer ansehen: Hast Du noch einen Key übrig?

    Grüsse,
    Marcus

    1. Schreibt hier auf dem Blog Michael Osl
      schrieb am 27. August 2007 um 18:41 Uhr (#)

      Ich habe allen eine Einladung geschickt – es sind aber immer noch welche übrig – also gerne noch melden :)

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