Hollywood lässt Kinogänger beobachten

snatchWer glaubt, im Kinosaal wenigstens im Dunkeln mit seiner Begleiterin ungestört zu sein, hat nicht mit der Filmindustrie und ihrer Paranoia gerechnet. Diesem Bericht eines amerikanischen Filmkonsumenten nach zu schliessen hat Hollywood endgültig die Relationen verloren und angefangen, Kinogänger am Eröffnungswochenende in den Sälen mit Nachtsichtgeräten beobachten zu lassen, um Bootlegger zu identifizieren.

Der Berichterstatter, Sam, hatte kurz nach Lichterlöschen im Saal eines AMC-Kinos in Georgetown einen dunkel gekleideten Mann neben der Leinwand entdeckt, der das Publikum zu filmen schien.

Als er den Kundendienst des Kinos zur Rede stellte, wurde ihm erklärt, der Beobachter sei von Warner Bros abgesandt worden, um Raubkopien der Premiere des Films “The Invasion” (ironischerweise ein Remake der “Bodysnatchers”) zu verhindern.

Später habe sich eine Sprecherin der Kinokette bei ihm gemeldet, sagte Sam, und betont, der “Sicherheitsbeauftragte” habe das Publikum nicht gefilmt, sondern lediglich mit einem Nachtsichtgerät beobachtet.

Zumindest laufen die Kinogänger also nicht Gefahr, ihrerseits plötzlich in Amateurvideos auf einschlägigen Internetseiten eine Hauptrolle zu spielen. Ob zahlendes Publikum im Kino in Europa beobachtet werden dürfte, ist uns derzeit nicht ganz klar.

Hier ist Sams Bericht zu finden

[via Sennhausers Film Blog ]

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Mehr lesen

Hollywood: Wie Filme der digitalen  Realität hinterherhinken

17.5.2011, 12 KommentareHollywood:
Wie Filme der digitalen Realität hinterherhinken

Filmproduktionen setzen auf immer mehr technische Raffinessen, um Kinobesucher zu beeindrucken. In den Handlungen mancher Streifen jedoch ist die digitale Welt noch weitestgehend abwesend.

Gratis-Streaming von Filmen: Voddler will zum weltweit  größten Filmdienst werden

7.6.2010, 4 KommentareGratis-Streaming von Filmen:
Voddler will zum weltweit größten Filmdienst werden

Europa fehlt, was die USA mit Hulu hat: Ein qualitativer, werbefinanzierter Gratis-Service zum On-Demand-Streaming von Filmen und Serien. Voddler hat große Ambitionen.

Schau an, Telekom: Videoload bekommt Gratisecke

27.2.2009, 6 KommentareSchau an, Telekom:
Videoload bekommt Gratisecke

Die Telekom will an digitalen Inhalten verdienen, nicht nur die Leitungen dafür bereitstellen. Auf Videoload gibt's jetzt auch werbefinanzierte Videos – aber nur für Windows-Nutzer.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

3 Kommentare

  1. A. Kuhn
    schrieb am 21. August 2007 um 10:08 Uhr (#)

    Bootlegger? Was ist das? Versuche bitte verstaendlich zu schreiberln!

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 21. August 2007 um 10:40 Uhr (#)

    Klar. Hier.
    Darf ich mich setzen…?

  3. Merzmensch
    schrieb am 21. August 2007 um 15:58 Uhr (#)

    Manmanman, die haben vielleicht Sorgen…

    Als ich – meine Kindheit auf dem Territorium der Sovjetunion verbringend – zum ersten Mal ins Kino kam und einen roten, knackigen und süssen Apfel in den Kinosaal schmuggelte, wurde ich von der “Aufseherin” oder “Beobachterin”, die zu diesem Zwecke hinter den Türen des Saals sass, richtig angepöbelt und aus dem Saal rausgeschmissen: hier sei eine kulturelle Einrichtung und keine Kantine, hierher komme man nicht um zu schmatzen, sondern der geistigen Nahrung wegen.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.