Megavideo will YouTube ablösen

megaupload.gifWenn sich heute ein neues Videoportal zum Ziel setzt, YouTube Konkurrenz zu machen, dann würde man das wohl nur mit einem müden Lächeln quittieren. Megavideo scheint sich daran nicht zu stören und verkündigt vollmundig, dass man darauf abzielt, YouTube als führendes Videoportal abzulösen. Dass dies gelingt, ist zwar nicht sehr realistisch. Doch im Gegensatz zu manch anderem Neuling auf dem Gebiet des Videosharings hat man bei Megavideo wichtige Vorerfahrung: Das neue Portal gehört zum bekannten und beliebten Webspaceanbieter Megaupload. Dieser rangiert laut Alexa auf Platz 13 in der Liste der weltweit am stärksten frequentierten Webangebote. Wie beim größten Konkurrenten RapidShare können User bei Megaupload kostenlos Dateien speichern und anderen zum Download zur Verfügung stellen.

Megaupload nutzt seinen hohen Bekanntheits- und Wiedererkennungsgrad, um Megavideo schnell eine nennenswerte Nutzerbasis zu verschaffen. Das Design beider Seiten ist nahezu identisch. Das neue Videoportal wird prominent an verschiedenen Stellen auf der gut besuchten Seite des Webhosters beworben. Dass Megavideo vor Selbstbewusstsein strotzt, zeigt die Liste von 10 Gründen, warum Nutzer statt YouTube Megavideo nutzen sollten. Unter anderem wird zahlenden Premium-Mitgliedern eine 100-prozentige Auszahlung von aus angeschauten Videos generierten Werbeeinnahmen versprochen. Angesichts einer monatlichen Pauschale von 10 Euro für einen Premium-Account kann sich das bei häufig betrachteten Videos durchaus lohnen. Wie Megaupload zielt Megavideo eindeutig auf eine Nutzerschaft ab, die dem Tauschen von urheberrechtlich geschütztem Material eher unkritisch gegenübersteht. Die Länge der hochgeladenen Videos ist nicht begrenzt. Das Dateigrößenlimit für Mitglieder beträgt 500 MB, für Premium-Mitglieder fünf Gigabyte.

Während YouTube ab Herbst urheberrechtlich geschütztes Material effektiv filtern wird und damit eventuell Seitenaufrufe einbüßt, setzt Megavideo darauf, dass fleißige User attraktive Videos in voller Länge hochladen und mit anderen teilen. Dabei wird es sich sicher nicht nur um Urlaubsfilmchen handeln. Dass man sich damit dem Risiko von Klagen aus der Filmindustrie aussetzt, ist nicht verwunderlich. Als einer der größten kostenlosen und anonymen Webhosting-Anbieter ist man erfahren im Umgang mit Urheberrechtsstreitigkeiten. Von Vorteil ist auch, dass das Unternehmen hinter Megaupload und Megavideo seinen Sitz im weit entfernten Honk Kong hat. Mit der zu erwartenden und für User attraktiven, eher lockeren Handhabung von urheberrechtlich geschütztem Material, einer großen und weltweiten Userbasis von Megaupload und den attraktiven Prämien für Videoviews ist es nicht ausgeschlossen, dass sich Megavideo tatsächlich zu einem der führenden Videoportale mausert – wenn es nicht doch von der Filmindustrie in die Knie gezwungen wird.

Kleine Randnotiz: Wenn man den Gerüchten glauben darf, dann heißt der Kopf hinter Megavideo und Megaupload Kim Schmitz, berühmt-berüchtigter Unternehmer während des ersten Internet-Booms.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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3 Kommentare

  1. stefan
    schrieb am 21. August 2008 um 17:00 Uhr (#)

    hey ihr scheiss basel fans figet eu !!!!!!!!!!!

  2. stefan
    schrieb am 21. August 2008 um 17:02 Uhr (#)

    FC Basel

  3. Stefan Seizinger
    schrieb am 4. Dezember 2009 um 12:42 Uhr (#)

    Megavideo ist der größte Dreck überhaupt. Youtube 4 ever…

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