Die Overhyped/Underhyped-Liste, Sommer 2007
In- und Out-Listen werden von Zeitschriften gern publiziert, wenn den Redakteuren (gerade im Sommer) wieder mal nix anderes einfällt, um das Heft vollzukriegen. Warum sollte man das als Blogger nicht auch dürfen?
Darum ist hier die erste inoffzielle Liste der derzeit am meisten über- und underhypten Themen im Bereich der digitalen Medienkonvergenz. Zur Erklärung: Overhyped sind solche Konzepte/Firmen/Technologien, die meiner Meinung nach viel zu viel Aufmerksamkeit kriegen. Underhyped sind diejenigen, die meiner Vermutung nach mal noch viel wichtiger werden, obwohl sie heute noch weitgehend unter dem Radarschirm der Presse fliegen.
Schreiten wir nun ohne weiteres Zögern zu den Ernennungen (denn Preise gibt’s keine):
3D-Welten
Overhyped: Second Life
Mal im Ernst: Immer, wenn ich mal in Second Life reinschaue, ist nichts los. Zwar sind da theoretisch Millionen von Leuten registriert, aber nur wenige davon tauchen jemals auf. Das hat inzwischen sogar die Werbewirtschaft gemerkt, nachdem sich die Werber zunächst noch darüber freuten, endlich auch virtuell Plakate aufhängen zu können.
Underhyped: World of Warcraft und andere Multiplayer-Games
Multiplayer-Games wie World of Warcraft beschäftigen hingegen tatsächlich Millionen von Leuten intensiv, weil’s da nämlich noch um mehr geht als virtuelles Sightseeing. Wenn diese Spiele noch etwas massentauglicher werden, merkt’s dann auch mal die Presse.
Mobiltelefonie
Overhyped: Mobiles Fernsehen
Sorry, aber kaum jemand schaut sich längere Videos oder Fernsehsendungen auf einem winzigen Screen und mit einer immer wieder stotternden Verbindung an. Und das wird auch so bleiben. Solange die mobilen Netze nicht perfekt und die Screens nicht erheblich grösser sind, bleibt mobiles Fernsehen eine Totgeburt.
Underhyped: Mobiles Web
Nach den WAP-Flops der letzten Jahre ist hingegen das Mobile Web in anhaltende Ungnade gefallen. Mit der neusten Generation der Mobilgeräte, die endlich richtige Browser bieten, wird es aber wieder eine Auferstehung erleben. Denn der Informationszugang unterwegs macht nicht nur Spass, sondern ist auch wirklich nützlich.
Etwa richtig: Das iPhone
Der unglaubliche Hype rund um das iPhone ist gerechtfertigt, aber aus anderen Gründen, als man vielleicht denkt. Das erfolgreiche Wundertelefon von Apple bietet keine neuen Features, die es noch nie zuvor gab. Aber es macht dank seiner wunderbaren Benutzeroberfläche erstmals auch dem Durchschnittsuser klar, was man mit Smartphones eigentlich machen kann. Man glaubt nämlich gar nicht, wie viele Leute nicht wissen, dass man mit Handies auch e-Mail abrufen, im Web browsen, Musik hören oder Landkarten abrufen kann. Das iPhone hat all das ins Bewusstsein der breiten Masse gebracht und ist schon allein darum revolutionär. Ausserdem wird Apple die Mobilfunkbetreiber zu günstigen Datenflatrates zwingen, und das ist genau der Impuls, den das mobile Web braucht.
Online-Werbung
Overhyped: Pay-per-Click (PPC)
Ja. Google verdient damit sein Geld. Und PPC ist viel effizienter als andere Werbung. Aber ehrlich gesagt ist es nicht so spannend, wie viele Leute klicken, denn viele haben sich einfach nur verirrt.
Underhyped: Pay-per-Action (PPA)
Wenn die Leute hingegen nach dem Klick auch tatsächlich was kaufen oder wenigstens weitere Infos bestellen, ist das sehr relevant. Als Google neulich in den PPA-Markt eingestiegen ist, hat das ausserhalb der Insiderpresse allerdings kaum jemand bemerkt. Das wird sich ändern. PPA ist das neue PPC.
Webbasierte Software / Software as a Service
Overhyped: Komplette SaaS-Suiten à la Salesforce.com und Netsuite
Mietsoftware per Web ist praktisch für den Kunden, aber die Firmen, die solche Dinge anbieten, sind bis heute kaum profitabel. Selbst Marktführer Salesforce.com leidet an extrem hohen Marketingkosten. Netsuite, führender Anbieter einer komplett webbasierten ERP-Suite, steckt tief in den roten Zahlen. Und jetzt steigt auch noch Microsoft mit Kampfpreisen in den Markt ein. Das könnte böse enden.
Underhyped: Entwicklungs- und Hostingplattformen für SaaS-Anwendungen
Hingegen gibt es schon einige Dienste, unter anderem von Amazon, Etelos oder auch von Salesforce.com, die es Entwicklern erlauben, selbst entwickelte Applikationen auf einer professionell gemanagten Infrastruktur zu hosten. Das ist mehr als nur klassisches Serverhosting, denn diese Plattformen bieten typischerweise hoch skalierbare Rechen- und Speicherkapazität an. So hat auch der Hobbyprogrammierer um die Ecke (oder die IT-Abteilung einer Kleinfirma) plötzlich Zugang zu einer riesigen Serverfarm für die eigenen Softwareprodukte.
Open Source
Overhyped: Linux auf dem Desktop
Auch nach vielen Jahren der Entwicklung bleibt Linux auf dem Desktop was für Freaks oder für Firmen, die zu geizig für Windows- oder Mac-Lizenzen sind. Ubuntu ist nett, aber leider nur im Sinn von “Toll, das ist ja wie mein Windows-PC anno 1998″.
Underhyped: Open-Source-Komponenten für Entwickler
Wenn man bei aktuellen Softwareprodukten unter die Haube schaut, staunt man immer wieder, was für ein grosser Teil der Funktionalität aus dem Open-Source-Umfeld kommt. Gerade für webbasierte Anwendungen haben sich die Entwicklungskosten dadurch dramatisch reduziert. Dass viele Entwickler allerdings die genauen Lizenzbedingungen einfach ignorieren, könnte irgendwann zum Problem werden.
Dateninfrastruktur
Overhyped: Mobile Broadband
Dass UMTS ein Flop ist, dürfte inzwischen bekannt sein. Nicht nur die kommerzielle, auch die technische Performance bleibt weit unter den Erwartungen. Klar, man möchte diese Funktionalität nicht mehr missen, aber sie war bei weitem nicht der Erdrutsch, der erwartet wurde. Und auch WiMAX wird das kaum ändern.
Underhyped: Breitband zu Hause
Die Tatsache, dass heute jeder Haushalt für wenig Geld etliche Megabits an Internet-Bandbreite haben kann, hat grössere Auswirkungen, als man sich normalerweise denkt. Online-Musik, Online-Video, Blogging, Social Networks, Skype: All das wäre ohne Breitbandzugänge nicht passiert.
Social Networks
Overhyped: Myspace, Facebook, StudiVZ
Es ist toll, dass alle Teenies und Studis ganz viel Zeit auf diesen Sites verbringen. Aber sobald sie in ein paar Jahren einen Job und Geld zum Ausgeben haben, wird sich das ändern. Die nächste Generation wird wieder andere Online-Zeitvertreibe wollen.
Underhyped: Xing
Ich staune immer wieder darüber, dass in den USA kaum jemand Xing kennt, denn diese europäische Social-Networking-Site für Professionals ist um Längen besser als LinkedIn und Facebook zusammengenommen. Hoffentlich wird sich Qualität da langfristig durchsetzen.
Digitale Medien
Overhyped: Online-TV mit User Generated Content (Youtube etc.)
Super, mein iPhone hat auch Youtube. Aber gebraucht habe ich das bisher nur für Demozwecke, denn der meiste Content ist einfach viel zu schlecht. Youtube hat sicher eine anhaltende Karriere als grösste Video-Deponie der Welt vor sich, aber ob sich das auch mal in ein lukratives Geschäft umwandeln lässt, bezweifle ich immer mehr.
Underhyped: Downloads von professionellem Videocontent
Wenn die Filmfirmen nicht so dumm wären, könnten wir alle längst wunderbar Kinofilme in höchster Qualität per Internet herunterladen. Aber die Studios werden ja leider grösstenteils von Anwälten geleitet, und die verteidigen lieber die alten Pfründe, statt neue Märkte zu erobern. Irgendwann wird es aber nicht mehr anders gehen, und dann wird es endlich Zugriff auf umfassende Filmbibliotheken geben. Und zwar zum Download, denn im Zug oder Flugzeug funktioniert Streaming halt leider nicht.

neuerdings.com
medienlese.com
imgriff.com
fokussiert.com
netzwertig.com
gamgea.com
Der Sonntag ist dafür da, sich zu entspannen und zurückzulehnen. Genau das mache ich jetzt auch - während ich über
Jedem, der momentan plant, ein Social Network für Studierende auf die Beine zu stellen, würde man wohl sofort abraten. Der Markt ist aufgeteilt und nahezu gesättigt. International dominiert 

Der deutsche Internet- und Web-2.0-Markt hat viel Potential. Für ausländische Journalisten und Blogger, Investoren sowie andere Interessierte ohne Kenntnis der deutschen Sprache war es bisher jedoch schwierig, zuverlässige und aktuelle Informationen zu bekommen.
Manchmal muss man einfach ein wenig Selbstbeweihräucherung betreiben. Heute ist so ein Tag. Nach weniger als vier Monaten im Netz hat zweinull.cc heute bei 


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