SeeqPod:
Kann eine Musiksuchmaschine noch besser sein?

Martin Weigert, 28. Juli 2007 19:15 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

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Am Donnerstag widmete sich der Blog Read/WriteWeb in einem ausführlichen Review der neuen Musiksuchmaschine SeeqPod. Was diese aus dem einfachen Prinzip des Suchens nach Songs im Netz macht, ist beeindruckend. Für mich ist SeeqPod der aus Usersicht bisher innovativste Web-2.0-Dienst dieses Jahres. Wie bei MediaMaster, meinem bisherigen Favoriten 2007, ist es damit erneut ein auf Musik ausgerichteter Anbieter, der einen ins Staunen versetzt.

SeeqPod ist im Grunde genommen eine klassische Suchmaschine für Musikdateien im Netz. Ein Crawler durchsucht fortlaufend Websites und indiziert die gefundenen Songs. Entgegen der beispielsweise bei AltaVista Audio-Suche (ja die gibt’s noch) üblichen Art, Suchergebnisse in einer gewöhnlichen HTML-Listenform anzuzeigen, von wo aus man die jeweilige Quellseite für das gefundene Musikstück erreicht, erhält man bei SeeqPod die Resultate in einer schicken Flash-Oberfläche. Die Vielfalt an Optionen, wie mit einem Titel weiterverfahren werden kann, ist atemberaubend. Eine gefundene Datei kann direkt im Flash-Player abgespielt, als Widget in eine beliebige Website eingebaut oder via Mail Freunden empfohlen werden. Zu jedem gefundenen Track wird per Direktlink auf thematisierende Blogs, MySpace-Seiten, Wikipedia-Einträge, Songtexte, Tourdaten und News verwiesen. Auch kann das Stück von SeeqPod aus bei Amazon bestellt oder dessen Klingelton bei Jamster (Jamba) bezogen werden.

Der integrierte Flash-Player ermöglicht das Erstellen von Playlists und ist komfortabel zu bedienen. Und da viele Songs auch ein Musikvideo haben, kann man sich mit einem Klick auf das Fernseh-Icon das oder die passenden Videos anschauen - sofern es sie bei YouTube gibt. Wer einfach nur ein wenig Musik hören möchte, kann lauschen, was andere User gerade gesucht und gefunden haben. Ein weiteres Highlight von SeeqPod: Wird ein gesuchter Track nicht gefunden, verspricht der Dienst, das Web nun explizit nach diesem Titel zu crawlen. Man erhält die Empfehlung, es in Kürze noch einmal zu versuchen. SeeqPod ist es gelungen, mit der Musiksuchmaschine nahezu jeden Bedarf zu decken, der im Zusammenhang mit einer Songsuche aufkommen kann. Lediglich eine Interaktion mit anderen Nutzern ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich. Social-Networking-Funktionen würden diesem ohnehin schon herausragenden Dienst die Krone aufsetzten.

Was bei den Nutzern Begeisterung weckt, wird bei anderen auf Kritik stoßen. Ähnlich wie The Hype Machine werden speziell Musik-Blogs nach enthaltenen Audiodateien durchsucht. Während The Hype Machine in den Suchresultaten nicht zu den Musikstücken selbst sondern nur zu den Blogs verlinkt, können die Streaming- und Widget-Optionen von SeeqPod zu einer unerwartet hohen Datenlast beim Blogbetreiber führen. Hostet dieser seinen Weblog selbst, kann der zusätzliche Traffic im schlimmsten Fall zusätzliche Zahlungsforderungen von Seiten seines Providers nach sich ziehen. Und auch kostenlose Bloganbieter wie Blogger oder Blog.de dürften über die zusätzliche Serverlast nicht erfreut sein. Neben Blog- und Webseitebetreibern wird auch die Musikindustrie nicht allzu froh über die Existenz von SeeqPod sein. Während man bei der Suchmaschine darauf verweist, dass die Musikdateien auf fremden Servern liegen und automatisch indexiert werden, sollte man es bei der Zugänglichmachung von Songs via Widgets schon schwieriger haben, eine passende Argumentation zu finden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. stephan

    schrieb am 28. Juli 2007 um 22:01 Uhr (#)

    Klasse Sache!
    Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, daß die Musikbranche diesen Service so einfach hinnehmen wird. Schließlich bietet Seeqpod eine Oberfläche zum abspielen illegal angebotener Dateien.


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