Apple-Konvertiten:
Letzte Bastion gefallen?
Auch wenn ich weiss, dass manche Leute mich schon für einen Apple-Fanboy halten, komme ich nicht umhin, einen weiterhin starken Trend zum Umstieg vom PC auf die Mac-Plattform zu beobachten. Apples neuste Quartalsergebnisse bestätigen das mit einem Umsatzzuwachs um 33% für den Mac. Und ich kann nur nochmals betonen, dass ich persönlich diesen Plattform-Shift noch keine Minute bereut habe.
Und jetzt auch noch das: Heute schreibt der legendäre PC-Kolumnist John C. Dvorak im — ausgerechnet — PC Magazine, dass er inzwischen auch einen Mac benutzt. Bisher galt Dvorak, wie er selbst zugibt, immer als hartgesottener Windows-Fan und Apple-Hasser. Zwar ist er persönlich noch nicht voll umgestiegen, aber er empfiehlt anderen Leuten inzwischen, doch lieber einen Mac zu kaufen, weil der stabiler, eleganter und weitgehend frei von Virenproblemen ist.
Wie er treffend schreibt:
“I can see why the Mac is gaining market share, because the rationale for using one is simple. Do you want to deal with the agony of antivirus, firewall, antispyware, and other touchy software subsystems, many of which do not work well? Or do you want to boot Microsoft Word and write a document and be done with it?”
Aber noch interessanter ist seine Feststellung, dass gerade die zunehmende Verbreitung von Online-Applikationen die allgegenwärtige PC-Plattform überhaupt so angreifbar gemacht hat:
“The real potential killers of the PC platform are all the online apps that make it so we may not need much more than a smart terminal to get most of our work done. Recently, I noticed that one columnist (he’s an old-timer, too) told his readers that he actually uses online apps, such as Google Docs, to write his column.”
So ist es wohl tatsächlich. Wenn man erst einmal für die diversen kritischen Applikationen wie e-Mail, Kalender oder einfache Textverarbeitung faktisch unabhängig vom Betriebssystem geworden ist, kann man sich für den Rest dasjenige System aussuchen, das den Job am komfortabelsten erledigt. Und das ist inzwischen halt nicht mehr ein Windows-PC.
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4 Kommentare zu diesem Artikel
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Reto Hartinger
Als ich Mac-Journalist war (bei MacWorld Schweiz), habe ich seine Kolumenen in MacWorld (oder einem anderen US-Mac-Magazin, kann mich nicht mehr erinnern) immer geliebt. Ich habe ihn verehrt. Er war der kritischste Schreiberling in eine Heft voller Macfans und das hat mir als Leser und dem Magazin immer gut getan.
Das Problem das Du anschneidest kannte Microsoft bereits mit Netscape. Der Browser hätte das Desktop des Betriebssystem ersetzen können und auch Orakel hatte einmal die Vision, die Betriebssystemoberfläche zum Verschwinden zu bringen. Damit wäre es egal gewesen, welches System darunter läuft.
Microsoft hat es geschafft, diese Konkurrenten (Browser und Netzcomputer) in Schranken zu halten. Beide Konzepte sind wieder da. Heute ist es Google (und Sun). Der Unterschied ist, dass Google das Geld mit Werbung verdient und nicht mit dem Produkteverkauft wie damals Netscape. Also kann Microsoft seine Produkte gratis anbieten und Google besteht immernoch, weil ihre Produkte auch gratis sind. Nur - zurzeit sind die Google OnlineTools noch weit von der Qualtität der Microsoft-Produkte entfernt. In vielen Beziehungen reichen sie aber aus.
florian ebneter
virenfrei? wie lange noch? microsoft ist bei der security deutlich weiter, “leider”, apple muss es vermutlich genauso schmerzhaft lernen.
netzapplikationen sehe ich zwiespältig. vor allem hier in den usa gibt es null datenschutz, alle meine daten können verkauft werden, ich verdiene nichts daran. sehr sehr ärgerlich! ich würde gerne etwas bezahlen für netzapplikationen mit privatsphäre und ohne werbung, aber das gibt es leider fast nicht mehr.
und noch ein nachteil der netzapplikationen: man muss erst einmal mit genügender geschwindigkeit online sein. gar nicht so einfach per wlan, teilweise auch teuer! und cell ist noch eine stufe teurer und dabei auch noch langsam.
gis
Pah, überall wo Apple draufsteht, wird zuwenig Leistung zu teuer verkauft! Ja, ich bin bekennender Apple-Hasser ;) Darum werde ich demnächst auf Linux umsteigen - denn sowohl MS wie Apple haben ein Problem: proprietäre Software.
ben_
Ich hab auch nie viel von der Sakralisierung der OS-Diskussion gehalten und bin auch erst seit gut einem halben auf dem Mac unterwegs. Und völlig ohne Sendungsbewußtsein und Missionierungsdrang kann ich sagen: das Einzige, was bei der Umstellung hart war, war die verfl*chte Umgewöhnung an die Tastatur; und das Einzige, was mir wirklich fehlt ist der Ultra-Edit, ansonsten hat der Mac meine Produktivität am Rechner mit Sicherheit signifikant gesteigert.
Nicht zuletzt, weil die Migration eben genau auf Grund von Gmail, Xing, Wordpress so einfach war. So ist es extrem leicht, einfach nur da gut vom Mac zu Nutzen und den Scheiß (Mail) hinter sich zu lassen.