Was machen eigentlich… Joost und Zattoo?
Während das Anschauen von Videos bei Internetnutzern große Popularität genießt, immer mehr Internet-TV-Dienste das Licht der Welt erblicken und auch die Zahl “herkömmlicher” Videoportale stetig wächst, ist es um die beiden bisherigen Stars des Online-TV-Booms, Joost und Zattoo, in letzter Zeit ruhiger geworden. An ihre Stelle treten in der Berichterstattung von Blogs und Onlinemagazinen mit VeohTV, Miro, Jalipo, Babelgum und Microsofts LiveStation vermehrt andere Services, die ebenfalls Videos und komplette TV-Sender über das Internet streamen. Doch wie steht es nun um Joost und Zattoo?
Nachdem Joost im Frühjahr mit beachtlichem Presse-Echo in die geschlossene Beta-Phase startete und Einladungen für die Desktop-Software wie Gold gehandelt wurden, kam Wochen später die Ernüchterung - unspektakuläres Programm ohne Highlights sowie Probleme beim Streaming ließen den Joost-Hype abebben. Auch Zattoo sorgte für eine beachtliche Aufmerksamkeit speziell in Deutschland. Doch während die Internetnutzer in der Schweiz, Großbritannien, Dänemark und Spanien mit Zattoo bereits nationale TV-Sender auf dem Computer streamen können, verzögert sich der Deutschlandstart. Dieser war erst für Juni angekündigt, dann für Juli. Wann es wirklich losgeht, ist nicht bekannt. Offensichtlich gestalten sich die Verhandlungen mit den deutschen Fernsehanstalten schwieriger, als Zattoo das erwartet hat.
Möglicherweise war ein Ende des Medien-Rummels aber auch das, was beide Unternehmen benötigten, um in Ruhe bestehende Probleme zu lösen und das Angebot weiterzuentwickeln. Untätig war man nicht. Während Zattoos Spanien-Start erfolgreich verlief und man zwei Wochen nach dem Launch im Juni schon über 120.000 Nutzer gewonnen hatte, wird bei Joost fleißig die Software von Bugs befreit. Die Zahl verfügbarer Inhalte wächst, auch wenn nach wie vor manch ein Programm Internetnutzern aus den USA vorbehalten bleibt. Die gestern bekannt gewordene Kooperation zwischen Joost und dem Internet-Carrier Level3 zeigt, dass die Joost-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis alles dafür tun, um künftig Performance-Probleme zu vermeiden.
Entgegen anders lautender Gerüchte, die einen Start Ende Mai ankündigten, befindet sich Joost nach wie vor in der geschlossenen Beta-Phase. Allerdings kann man sich über die TechCrunch-Kampagne ganz einfach selbst einladen. Der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter sagte Niklas Zennström am Dienstag in einem Interview, dass der offizielle Start von Joost definitiv noch 2007 stattfindet. Laut Zennström wird die Beta-Version des Programms mittlerweile von rund einer Million Menschen genutzt.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- Zattoo-Gründer im Interview » Beitrag » zweinull.cc
(11. August 2007 13:49)
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Tom
“Was machen eigentlich… Joost und Zattoo?” ist eine sehr gute Fragestellung vor allem unter dem Aspekt, dass Joost wie richtig beschrieben vor nicht allzu langer Zeit einen großen Hype erfahren hat obgleich schon damals ersichtlich war, dass es nicht unwesentliche technische und inhaltliche Probleme gibt. Ich finde es gut, dass du trotz vergangener Artikel wie z.B. “10 Gründe, warum man Joost mögen muss” dich nun nicht davor scheust eigene Positionen ggü. Joost zu korrigieren bzw. zu relativieren und offen ansprichst, dass doch nicht alles so rosig aussieht wie noch vor einiger Zeit gedacht.
Martin Weigert
Hallo Tom. Es gilt nicht zu vergessen, dass mein Posting “10 Gründe, warum man Joost mögen muss” unter der Prämisse stand, dass sowohl technisch alles glatt läuft als auch das attraktive Programme verfügbar sind. Mittelfristig bin ich mir sicher, dass Joost ein ganz großer Player wird. Solange sich der Dienst in der Beta-Phase befindet, kann man es Joost nicht einmal ankreiden, dass noch nicht alles hundertprozentig perfekt ist. Dazu ist Beta ja da. Nur der inflationäre Gebrauch des Begriffes sorgt dafür, dass man das leicht vergisst.