Verwandt.de:
Deutschlands neuer Web-2.0-Liebling

Martin Weigert, 15. Juli 2007 12:31 Uhr, 13 Kommentare Kommentare

verwandt.gifDer Sonntag ist dafür da, sich zu entspannen und zurückzulehnen. Genau das mache ich jetzt auch - während ich über Verwandt.de schreibe, einen Dienst, bei dem User kostenlose Stammbäume anlegen können. Vor knapp einem Monat erläuterte ich die Viralität solcher Stammbaumdienste. Es ist also gar nicht so wunderlich, dass sich Verwandt.de drei Wochen nach dem offiziellen Start zu einem Web-2.0-Liebling der deutschen Onlinemedien entwickelt hat. Durchweg positive Berichte und Nennungen gab es unter anderem bei Spiegel Online, Handelsblatt, Netzzeitung, Golem, Readers Edition, connect und RP Online. Entsprechend groß war der Ansturm.

Nachdem Verwandt.de als Web-Tipp auf der AOL-Startseite landete, war der Dienst für einige Zeit völlig überlastet. Eine Woche nach dem Start existierten bereits rund 100.000 Profile, mittlerweile sind es laut dem Verwandt.de Blog 220.000 300.000. Angenommen, jeder User hat im Durchschnitt Namen (und E-Mail-Adressen) von fünf Familienmitgliedern angegeben, so wären das mehr als 40.000 registrierte und aktive Anwender in drei Wochen. Ein so furioser Einstand bleibt auch von Investoren nicht unbeachtet. Verschiedene Business Angels und die Venture-Capital-Gesellschaft Neuhaus Partners konnten mit ins Boot geholt werden.

Um so viele User wie möglich an die Plattform heranzuführen, wurde ein für (Web-2.0-)Laien verständliches Präsentationsvideo erstellt. Außerdem hat man eine Karte über die Verteilung von Nachnamen eingerichtet. Basierend auf einer Million Einträgen aus dem Telefonbuch kann man sich auf einer Deutschlandkarte anzeigen lassen, in welchen Regionen ein bestimmter Name verbreitet ist. Ein guter Ansatz, um User, die aus eigener Motivation heraus kein Interesse an der Erstellung eines Stammbaums haben, auf die Seite aufmerksam zu machen.

Ob es sich nun nur um einen temporären Hype oder um einen längerfristigen Trend handelt, mit dem auch tatsächlich Geld verdient werden kann - es ist erfreulich zu sehen, dass ein Web-2.0-Dienst aus Deutschland in kurzer Zeit eine derartig große Aufmerksamkeit im Mainstream-Internet erzielt. Das macht Mut für andere Startups und verdeutlicht, wie wichtig es ist, auch außerhalb der Blogosphäre für Präsenz zu sorgen. Und vielleicht sind es auch gerade einige echte Hypes, die wir benötigen?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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11 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Max

    schrieb am 15. Juli 2007 um 16:34 Uhr (#)

    Das ist genial! Außer meinem langweiligen vater werden da bestimmt viele aus meiner Familie zu begeistern sein.

  2. Fabien Röhlinger

    schrieb am 15. Juli 2007 um 19:47 Uhr (#)

    guckt euch aber auch mal http://www.familyone.de an! ich finde dort die funktionen nicht nur besser, sondern du hast auch noch die möglichkeit kostenlos ein familienalbum anzulegen, das jeder mit leben füllen kann.

  3. Martin

    schrieb am 15. Juli 2007 um 22:05 Uhr (#)

    Hi Fabien. Familyone ist ja der zweite “große” Stammbaumdienst aus Deutschland. Obwohl da ja auch die Samwers investiert haben, hat sich nicht annähernd der Medienrummel entwickelt wie bei Verwandt.de. Mal sehen, ob sich da noch etwas tut.

  4. Fabien Röhlinger

    schrieb am 16. Juli 2007 um 06:18 Uhr (#)

    Das stimmt natürlich, dass hier kein so großer Medienrummel ist. Ich selbst glaube aber, dass familyone noch von hinten durchstarten wird. Für solider halte ich sie schon mal… ;-)

  5. Rolfi

    schrieb am 16. Juli 2007 um 08:56 Uhr (#)

    Wenn die Stammbäume da öffentlich sind, gibt mir das ehrlich gesagt zu denken. Persönliche Angaben im Web zur schau stellen von einem selbst oder für einen geschäftlichen Nutzen ok, aber die Familienverbindungen … Da brauch sich der BND ja garkeine Gedanken mehr machen wie er an Personendaten kommt^^.

  6. Rafa

    schrieb am 17. Juli 2007 um 08:04 Uhr (#)

    Hm, wie sieht es mit dem Geschäftsmodell aus? Wenn noch keins existiert, würde mir das ja auch zu denken geben.

    Sollen Premium-Accounts existieren? Werden die Daten an Dritte verkauft? So ganz transparent wirkt das auf mich nicht.

  7. Fabien Röhlinger

    schrieb am 18. Juli 2007 um 12:08 Uhr (#)

    Da gebe ich Dir Recht! Ich glaube auch nicht, dass das “Stammbaumprinzip” erstmal sofort erfolgreich wird. Man muss ja überlegen, dass man sowas macht um herauszufinden wer die Ahnen und Urahnen sind. Die aber werden nicht so leicht identifiziert werden können. Man kann diese weder anmailen, noch wird es viele innerhalb der Familie geben die vorher schon Genealogie betrieben haben.

    Ich glaube, dass das Konzept langfristig aufgehen wird. Aber dazu braucht es eine Masse an Profilen - will sagen sehr viel Millionen. Dann füllen sich auch die Stammbäume nach oben. Von daher wird es wohl wichtig sein in der Zwischenzeit weitere Modelle zu finden, so wie es FamilyOne tut! Das ist für mich das wesentlich schlüssigere Konzept.

  8. Klaus

    schrieb am 19. Juli 2007 um 11:02 Uhr (#)

    Hallo!
    Erstmal danke für die gelungene Zusammenfassung im Blogpost (kleine Korrektur am Rande, die Zahl der Profile liegt inzwischen bei 300.000) und das Feedback. Aus den Kommentaren lese ich aber auch einige Missverständnisse heraus, zu denen ich gerne mal Stellung nehmen möchte.

    @ Rolfi
    Die Stammbäume sind selbstverständlich NICHT öffentlich! Nur eingeladene Familienmitglieder erhalten Zugang zum Stammbaum. Wir sind uns absolut bewusst, dass die familiären Beziehungen und Daten unserer Nutzer hochsensibel sind, entsprechend ist der Schutz dieser Daten von höchster Priorität für uns.

    @ Rafa
    Bitte habe Verständnis, dass ich hier nicht ins Detail gehen kann, was unser Geschäftsmodell angeht. In unseren FAQ und AGB weisen wir aber bereits darauf hin, dass zukünftige neue Funktionen eventuell im Rahmen von Premium-Accounts kostenpflichtig werden. Daten verkaufen werden wir definitiv NICHT!

    Wenn ihr euch über die weitere Entwicklung und Hintergründe von verwandt.de informieren wollt, schaut doch auch einmal auf unserem Blog vorbei.

    Grüße, Klaus und das verwandt.de-Team

  9. Rafa

    schrieb am 19. Juli 2007 um 11:05 Uhr (#)

    Ich bedanke mich für die Stellungnahme. Ich denke, dass ein Premium-Service ein geeignetes Modell ist.

  10. Martin

    schrieb am 19. Juli 2007 um 17:39 Uhr (#)

    Hi Klaus, danke für Dein Statement. Ich habe die Anzahl der Profile im Beiträg oben geändert. Sofern Ihr Pressemitteilungen verschickt, nehmt uns gern in den Verteiler auf: news@zweinull.cc

  11. H Schneider

    schrieb am 6. Mai 2008 um 14:11 Uhr (#)

    Liebe Freunde;

    Eure Seite ist toll.
    Ich bin Vater eines Sohnes und kaempfe um seine und meine Rechte. Aus diesen Anlass habe ich eine HP auf die Beine gestellt.
    http://www.vaeterrechte.de

    Herzliche Gruesse von Vater zu Vater
    H Schneider
    vaeterrechte(de)


2 Trackbacks

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    (30. August 2007 17:38)
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    (11. Oktober 2007 09:08)

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