Er hat keins.

Peter Sennhauser, 2. Juli 2007 00:17 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Steffan Heuer lebt in San Francisco. Er ist Wirtschafts- und Hightech-Korrespondent des Edel-Business-Magazins “Brandeins” (disclaimer: Er ist zudem ein Freund von mir).

Vor Wochen hat er – unter dem Titel “Die Schnittstelle” – einen äusserst klugen Text darüber verfasst, worin Apples Erfolgsgeheimnis besteht.

Das Fazit ist einfach und verdeutlicht sich derzeit auf unangenehme Weise: Apple ist erfolgreich, weil die Firma ihren Kunden die Freiheit wegnimmt. Denn Freiheit geht einher mit der Qual der Wahl, und wenns um Technik geht, wollen die Leute nicht wählen, sondern mit den Geräten arbeiten. Im Tausch gegen ihre Freiheit erhalten sie Geräte und Programme, die zwar weniger können als andere, aber dafür einfach funktionieren.

Dazu gibts derzeit im iPhone ein sehr prominentes Beispiel.

Also druckt das Schweizer “Magazin” aus eben diesem Anlass den Brandeins-Text in seiner aktuellen Ausgabe nach. Allerdings mit dem vielsagenden Titel “Ich habe was, was Du nicht hast”. Das trifft zwar nicht den Kern des Texts, aber den Kern des Hypes.

Amüsantes Detail:

Steffan hat keins. Er hat sich die Schlangesteherei vor den Apple- und AT&T-Shops gespart und sich (vernünftigerweise)stattdessen am Freitag “Sicko” von Michael Moore angesehen. Auf dem Rückweg aus dem Kino habe er im Apple-Shop vorbeigeschaut – und dort waren, um 10.30 Uhr, noch ein paar iPhones verfügbar. Am Sonntag, als er kaufwillig zurückging in den Shop, waren sie weg.

Und jetzt will er bald ein Bier trinken mit mir. Denn ich habe was, was er nicht hat.

(..und vielleicht verkauf ich es ihm. Denn ich mag meine Freiheit, auch wenns um Technik geht.)

[Gefunden via Henusodeblog]

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. gis
    schrieb am 2. Juli 2007 um 00:40 Uhr (#)

    Auch in der aktuellen “Weltwoche” findet sich ein Apple-Beitrag: “Geniale Veredelung” von Peter Hossli (online leider nur für Abonnenten). Ich habe ihn aber nicht gelesen, weil mir der ganze Hype um Apple sowas von gegen den Strich geht…

  2. Andreas Goeldi
    schrieb am 2. Juli 2007 um 04:14 Uhr (#)

    Zu Heuers These passt wieder mal mein Lieblingszitat zum Thema Technologie, von Antoine St. Exupéry: “Technologie entwickelt sich vom Primitiven ueber das Komplizierte zum Einfachen”.

    Ueber das Primitive sind wir zum Glueck weitgehend hinaus, aber viele Technologiefirmen sind noch in der Kompliziertheitsphase…

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