Keine @Langfassung bei welt.de

Heute zum Frühstück las ich die Welt am Sonntag. Eine durchschnittliche, eher langweilige, sauber, aber auch lieblos gemachte Sonntagszeitung ist das, dachte ich. Bis ich auf das Interview mit dem Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister stiess.

Der Journalismus braucht Helden” stand im Titel und ich las fast nur interessante Sätze:

Viele professionelle Journalisten sehen sich technologisch bedroht, durch das Internet, wo jeder alles sofort veröffentlichen kann. Aber das sollte eher dazu führen, dass Journalisten sich stärker bewusst machen, wo der Sinn und das Vergnügen ihres Berufes liegen.

(…)

Die Leser wollen Reporter und Kolumnisten, die durch einen eigenen Stil auffallen. Sie wollen neue journalistische Helden. Das sind gewiss rare Talente, die man aber finden und fördern muss. Wahrscheinlich müssen sich die Manager des Journalismus von heute zu sehr mit ökonomischer Anpassung beschäftigen. Da hatten es Leute wie Augstein, Nannen oder Bucerius natürlich leichter, als der Werbemarkt hübsch aufgeteilt war und es immer nur nach oben ging.

(…)

Journalismus als Beruf ist aber geboren aus dem Geist der Aufklärung und des Protests. Das hat gar nichts mit konventionellen Vorstellungen von rechts und links zu tun.

Das ist ja alles sehr lesenswert, dachte ich, und ich wollte mehr lesen. Und siehe da, die Welt am Sonntag bot mir das an, wenn auch in einer etwas ungewohnten Form:

@Langfassung des Interviews: www.welt.de

stand am Schluss des Interviews, sowohl in der Printausgabe, als auch im Onlinetext. Natürlich suchte ich sofort nach diesem Langtext. Doch da war nichts zu finden. Weder heute nachmittag noch heute abend. Kann ihn vielleicht sonst jemand finden? Ich wäre daran interessiert.

Falls er unauffindbar bleibt: Pannen sind entschuldbar und können überall passieren. Selbst in Deutschlands modernster Nachrichtenzentrale, in der seit dem 20.11.2006 alles immer “online first” ist:

Mehr als 18 Stunden pro Tag, sieben Tage in der Woche wird der Newsroom in Betrieb sein. Morgens sitzen als erstes die Online-Redakteure von WELT.de an den Tischen, und erst nach Mitternacht beenden die Kollegen von WELT KOMPAKT dort ihre Arbeit. Im Newsroom schlägt künftig das Herz der Redaktion, für die eine Mannschaft von 400 Journalisten und ein weltweites Korrespondentennetz arbeiten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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