medienlese – der Wochenrückblick

Kurz nach der Wochenzeitung Cash musste auch das Wochenmagazin Facts sterben. Die einen machten machten sich Sorgen, ob sie dafür verantwortlich seien, andere waren froh darüber: “endlich ist dieses blöde heftli weg“. So richtig traurig machte es jedenfalls kaum einer. Jemand definierte es als eine “Mischung aus ?Glückspost? und ?Der Spiegel?” und nannte es “Schmuddelblatt“. Ein Blogger von offiziere.ch “das Schweizer Lügenmagazin“. Morgen Montag erscheint dafür erstmals ein Schweizer Spiegel (vorerst als einmalige Split-Ausgabe), was so eingeordnet werden konnte: “Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass das FACTS zumacht, nachdem ihm der Spiegel vorgehalten wurde…”. Der Trend geht dafür in Richtung Tageszeitungen. 20 Minuten wird seine Auflage auf 550’000 Exemplare erhöhen und zum neuen Gratiszeitungs-Projekt von Sacha Wigdorovits (zu Kleinreport: “Du musst mich gar nicht anrufen, euch gebe ich sowieso keine Auskunft”) gesellte sich ein zweites, noch nebulöses Gratiszeitungs-Projekt der Tamedia .

Rainer M. Schaper wurde als neuer Kulturchef des Schweizer Fernsehens eingestellt. Die Weltwoche zweifelte daran, ob diese Aufgabe von einem “Schweiz-Nichtkenner” bewältigt werden könne. Am Sonntag prüfte ihn die SonntagsZeitung mit ein paar Fragen und es kam heraus: Er kennt zwar Baschi (wenn auch nicht mehr als den Namen), aber nicht Polo Hofer. Ein redaktioneller Mitarbeiter des Magazins, Max Küng, erzählte in einer Kolumne die Geschichte, dass, wer beim Magazin in einem Artikel einen Namen falsch schreibt, 50 Franken in die Weihnachtsessenskasse zahlen muss.

Ein Angriff eines Bussards auf eine SVP-Politikerin beschrieb der Blick so: “SVP-Nationalrätin Jasmin Hutter (29) ist aber eine süsse Maus, denkt sich der Bussard. Und greift an.” Dazu geliefert wurde eine Photomontage. Das Winzerblog durfte mithören, wie eine Journalistin den unzähligen Definitionen des Begriffs Blogger eine weitere hinzufügte. Sie sagte: “Das sind Typen die im Internet darüber berichten wie und wann sie auf das Klo gehen, das was sie dort hinterlassen wird dokumentiert, auf Bild festgehalten und im Weblog veröffentlicht”. PR-Berater Klaus J. Stöhlker, kürzlich in die Kritik geraten, weil er “zahlreiche Kunden seiner PR-Firma als Talkgäste in die U1-Show eingeladen und so Rollen und Interessen vermischt” habe, schrieb über den Verleger und Chefredaktor der Weltwoche: “Ich würde Roger Köppel so gerne glauben, er sei von Christoph Blocher unabhängig, aber es fällt schwer”.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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