PRinz

In der Aprilausgabe des Lifestyleheftchens Prinz ist ein Beauty-Special zu lesen, das sich redaktionell sehr an den umliegenden Werbungen orientiert. Es befasst sich mit den “Möglichkeiten, Kosten und Risiken moderner Beauty-Medizin”.

Wenn es auch auf der Titelseite eher beiläufig angekündigt wird, erstreckt sich das Special doch über rund 30 Seiten (Werbung inbegriffen, von insgesamt 174) und ist, wohl zur Wiedererkennung, mit einem orangen Balken übertitelt, in dem Beauty zu lesen ist.

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Falls sie es nicht sehen sollten: Unten rechts, zwischen “Bombay” und “Wer hat die beste Spielekonsole?” wird das Beauty-Special angekündigt.

Es geht darin um die Themen Auge, Brust, Zähne, Haarentfernung, Nase, Fettabsaugung, Arztsuche und Bücher. Es ist schon bald zwei Monate her, dient aber trotzdem als sehr gutes Beispiel, wie vielleicht nicht ganz so kritische Leser in die Arme der Schönheits-Industrie gedrängt werden. Problematisch an dem langen Beauty-Special finde ich vor allem, wie sehr sich redaktioneller Inhalt und Werbung vermischen. Wie wenig die beiden Teile gegeneinander abgegrenzt sind. Wie sehr sie sich visuell gleichen. Dass die Werbung nicht als Werbung gekennzeichnet ist.

Zur Veranschaulichung einige Beispiele:

 

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Linke Seite und rechte Seite oben: redaktioneller Inhalt
Rechte Seite unten: Werbung (nicht gekennzeichnet)

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oben: redaktioneller Inhalt
unten: Anzeige (gekennzeichnet, weil innerhalb der Anzeige)

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links: redaktioneller Inhalt
rechts: Anzeigen
Man beachte die inhaltlichen Überschneidungen (Bruststraffung, Brustangleichung).

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Redaktioneller Inhalt. Man beachte den Zwischentitel.

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Mittlere vier Spalten: redaktioneller Inhalt Äussere vier Boxen: Werbung

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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1 Kommentar

  1. Martin Rath
    schrieb am 5. Februar 2008 um 18:40 Uhr (#)

    Hm, ich glaube ja nicht, dass irgendein PRINZ-Mitarbeiter, der später im Leben noch ernst genommen werden möchte, behaupten würde, PRINZ werde nicht nach dem Prinzip form follows finance produziert.
    Tragischer scheint mir da schon eher die Äußerung eines FOCUS-Kollegen, der vor drei Jahren mit einer Mischung aus Neid und Enttäuschung den Vermarktungs-/Redaktions-Mischmasch bei der Süddeutschen kommentierte. Bei der SZ steckte noch wirklich moralische Fallhöhe drin; das mischbedruckte Papier vom PRINZ ist hingegen von jeher gaga: ist ja auch kein echter Presseadel.

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